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IT Projekt in den USA

| 22.06.2017 23:36 |
Preis: ***,00 € |

Internationales Recht


Beantwortet von


Welche Möglichkeiten (Visum) gibt es in den USA in einem IT-Projekt als IT-Freiberufler mitzuwirken ?

1. Dauer max. 5 Monate
2. Keine Festanstellung
3. Steuer in den USA nur für diese Tätigkeit
4. Keine Doppelbesteuerung (USA / D)

23.06.2017 | 14:42

Antwort

von


(40)
Rotlintstr. 21
60316 Frankfurt
Tel: 06986095030
Web: http://www.gratieux-legal.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes nach erster summarischer Prüfung der Rechtslage wie folgt beantworten:

Sie planen als Freiberufler im Bereich IT an einem Projekt in den USA mitzuarbeiten und möchten nun in Erfahrung bringen, ob und wenn ja welches Visum infrage käme, um ihr berufliches Vorhaben zu realisieren.

1. Kein für Freiberufler zugeschnittenes Visum in den USA

Um die Antwort direkt vorwegzunehmen: Ohne Kompromisse bzw. teils erheblichen bürokratischen Aufwandes, wird es schwer werden, ihr Vorhaben zu realisieren, da es in den USA kein speziell auf Freiberufler zugeschnittenes Visum gibt. Insoweit entsprechen die rechtlichen Bestimmungen der öffentlichen Wahrnehmung, dass die USA das Arbeiten von Ausländern dort nur unter sehr engen Voraussetzungen erlaubt. Außerdem sind Visumsanträge meist mit relativ hohem bürokratischen Aufwand verbunden, weshalb Sie in den meisten Fällen eine Vorlaufzeit von mindestens einem halben Jahr einplanen sollten, damit der Antrag rechtzeitig bearbeitet wird.

Als Visum, welches das Arbeiten in den USA gestattet, kommen in Ihrem Fall nur ein so genanntes E1-Visum und ein H-Visum in Betracht. Selbst wenn aber die Voraussetzungen für ein solches Visum den Umständen nach vorliegen, werden unsachgemäß ausgefüllte Anträge oftmals abgelehnt.

Deshalb empfiehlt es sich, mit der Erarbeitung des Visumsantrages eine spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei bzw. einem auf dem Gebiet des US-Einreiserechts spezialisierten Rechtsanwalts zu beauftragen. Die Kosten hierfür, sollten Sie bei der Entscheidung, ob der Auftrag für Sie lohnenswert ist, miteinberechnen.

2. Erster Lösungsweg: H-Visum und Festanstellung

Die Lösung, die mit dem geringsten Aufwand zu realisieren ist, besteht darin, dass US-amerikanische Unternehmen davon zu überzeugen, Sie für die Dauer des Projekts fest anzustellen. In diesem Fall würde das Unternehmen für Sie das "H-1B Master's Degree Cap" (Arbeitsvisum) beantragen. Von Ihrer Seite würde dann grundsätzlich nur die Voraussetzung bestehen, dass sie in ihrem Fachgebiet grundsätzlich zumindest über einen universitären Bachelorabschluss verfügen.

Allerdings ist diese Lösung natürlich nur umsetzbar, wenn sich das amerikanische Unternehmen hierzu bereit erklärt. Außerdem müssten in diesem Fall die Fristen für die Antragsstellung beachtet werden, da es außerdem ein begrenzte Anzahl von Visa (20 000) gibt und das Kontingent schnell erschöpft ist. Also müsste der Antrag bestenfalls zum frühesten Zeitpunkt, d.h. ab dem 1. April für den frühesten Arbeitsbeginn am 1. Oktober, eingereicht werden.

3. 2. Lösungsweg: E1-Visum für Handelstätigkeit oder E2-Visum für Unternehmensgründung

Die 2. Lösungsmöglichkeit besteht zunächst darin, ein so genanntes "E1-Non-Immigrant-Visa" zu beantragen, wofür Sie allerdings Staatsbürger eines Vertragsstaates (z.B. Deutschland) sein müssen und bestehende Handelsbeziehungen von erheblichem Umfang ("substantial") mit einem US-amerikanischen Unternehmen nachweisen müssen. Die Hürde hierfür in Bezug auf das Handelsvolumen –­ zum Teil wird ab ca. 500.000 $ gefordert – dürfte, obwohl auch Dienstleistungen als Handel im Sinne des Gesetzes gelten, bei einer maximal 5 Monate dauernden Tätigkeit, allerdings zu hoch sein.

In jedem Fall müssten Sie außerdem bereits bestehende Handelsbeziehungen nachweisen, was bedeuten würde, dass Sie die Mitarbeit an dem Projekt in irgendeiner Form bereits vor der Visumsantragstellung beginnen müssten.

Allerdings dürfte ein solches Vorhaben wie bereits erwähnt an der Hürde des erheblichen Handelsvolumens scheitern, welche das Gesetz voraussetzt. Hierbei besteht zum einen die Problematik, dass die Erheblichkeit sich in der Höhe ausdrücken muss, weswegen die Lösung nur infrage kommt, wenn Sie für die Bearbeitung des Auftrags eine erhebliche Vergütung (ab ca. 125.000 $) bekommen und diese zum anderen zusätzlich noch per Vorkasse bezahlt wird, da das Handelsvolumen grundsätzlich schon zum Zeitpunkt der Antragstellung vorhanden sein muss. Selbst wenn diese erheblichen Hürden genommen würden, wäre es für einen relativ sicheren Erfolg Ihres Antrages überdies erforderlich, dass Sie selbst US-Personal beschäftigen.

Im Ergebnis dürfte ein E1-Visum deshalb wohl nicht realisierbar sein.

Wenn Sie Ihr Vorhaben insofern ausbauen würden, dass Sie auch mittel- bzw. längerfristig Aufträge in den USA bearbeiten wollen und können, käme noch ein sog. E2-Visum in Betracht. Dieses ist ein Visum für solche geschäftsleitenden Personen, welche z.B. ein Unternehmen in den USA gründen wollen. Auch hier müssten Sie aber Investitionskapital (auch ca. ab 125.000 $) vorweisen können müssen und bereit sein, selbst US-Personal einzustellen.

Als 3. Lösung, aber ebenso nur sehr schwer praktikable Lösung, käme noch ein so genanntes O1- Visum infrage, für welches Sie allerdings außerordentliche Fähigkeiten auf ihrem Fachgebiet nachweisen müssten. Dies wäre nur realistischerweise umzusetzen, wenn Sie für Tätigkeiten auf ihrem Fachgebiet Preise gewonnen und in anerkannten Fach-Zeitschriften publiziert haben.

4. Zusammenfassung: Teils erheblich bürokratische Hürden

Da Sie während Ihres Aufenthaltes in den USA arbeiten möchten, benötigen Sie ein Visum, welches die Arbeit in den USA erlaubt. Ohne sehr erheblichen bürokratischen Aufwand, dürfte nur ein so genanntes H-Visum infrage kommen. Auch hier sind die Hürden allerdings keinesfalls niedrig, weshalb Sie eine Festanstellung eines US-Unternehmens, Vorlaufzeit von ca. einem halben Jahr und rechtzeitige Antragstellung beachten müssten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.


Mit freundlichen Grüßen

Pascal Gratieux, LL.M. (Köln/ Paris 1)
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 29.06.2017 | 09:24

Sehr geehrter Herr Gratieux,

vielen Dank für die ausführliche Antwort !

Würde es heißen, dass ich mit einerm der o.g. Visen nur die in den USA erzielten Einnahmen in den USA

a) in der USA-Steuererklärung deklarieren ODER
b) auch die weltweite Einnahmen deklarieren aber nur nach den USA Einnahmen US Steuer zahlen muss ?

Unabhängig davon

- wie lang jährlich in den USA aufhalte (geplant max. 5 Monate)
- wie viele Einnahmen in sonstigen LÄndern haben ?

Vielen Dank im Voraus

Bewertung des Fragestellers 23.06.2017 | 16:43

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