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INKASSO Forderung aus 1991

| 04.07.2006 02:30 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren


Meine Anfrage bezieht sich auf einen "Titel" aus dem Jahre 1991.
Es handelt sich um eine Versicherung bei der "Union Krankenversicherung AG".
Leider kann ich mich auf Grund von fehlenden Unterlagen nicht mehr an eine solche Versicherung erinnern.

Jetzt bekam ich einen Brief ( Außergerichtliche Zahlungsaufforderung) von einem Inkassobüro, welches mich auffordert, den bis zum 20.06.06 aufgelaufenen Betrag ( 902,18 Euro) inkl.Zinsen innerhalb von 10 Tagen zu begleichen.
Die Grundforderung beläuft sich laut Vollstreckungsbescheid vom 11.10.1991 auf 745,74 DM inkl. Gerichtskosten,
Auslagen + Zinsen.

Ein sofortiger Anruf beim Inkassobüro brachte zu Tage, daß es die KV angeblich nicht mehr gibt und auch keine Unterlagen über den Abschluß einer Versicherung bei der KV mehr existieren. Der "Titel" ist laut Aussage des Inkassobüro von selbigem erworben worden. Also ist wohl der alleinige Inhaber des Bescheides das Inkassobüro.
Ich habe mir dann sofort alle verfügbaren Kopien der Unterlagen die dem Inkassobüro vorliegen zusenden lassen.

Ich bin also im Besitz der Kopie eines Vollstreckungsbescheides und einer Zustellurkunde.
Aus den Kopien ist zu ersehen, daß ich am 11.10.1991 besuch von eiem Gerichtsvollzieher hatte und es zur Vollstreckung kommen sollte. Diese konnte auf Grund von Zahlungsunfähigkeit nicht erfolgen.
Seit dieser Zeit habe ich nichts mehr zu dieser Sache gehört. Leider kann ich mich aber auf Grund der Tatsache, daß diese Sache nun schon mehr als 15 Jahre zurück liegt, noch nicht einmal mehr an den Besuch eines Gerichtsvollziehers erinnern.

Meine Frage ist nun, bin ich verpflichtet den geforderten Betrag von 902,18 Euro inkl. aller Gebüren ( einschließlich der Inkassokosten dieses Inkassobüros) zu zahlen?
Gibt es eine Möglichkeit auf Grund der nicht mehr existierenden Unterlagen zur Versicherung die Zahlung zu umgehen?
Was schlagen Sie mir in dieser sehr dummen Sache vor?
Hat es Sinn eventuell einen Anwalt vor Ort mit der Sache zu betrauen?

Auf eine aussagekräftige Antwort hoffend verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

04.07.2006 | 03:48

Antwort

von


(136)
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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

gerne beantworte ich Ihre Frage summarisch auf der Basis der mitgeteilten Informazionen.

1. Leider kann ich Ihnen wenig Hoffnung machen, die Zahlung der Forderung betreffend. Ein Titel verjährt gem. § 197 BGB: Dreißigjährige Verjährungsfrist erst nach 30 Jahren. Zudem beginnt mit jedem Vollstreckungsversuch die Verjährungsfrist erneut.
Diesbezüglich müssen Sie also die Forderung begleichen.

2. Da das Inkassounternehmen die Forderung nach eigener Aussage aber gekauft hat, müssen Sie keine Inkassogebühren bezahlen. Diese darf das Inkassounternehmen naturgemäß nicht erheben, da es die Forderung ja jetzt im eigenen Namen eintreibt. Es darf nur den Betrag eintreiben, der im Titel steht.
Zinsen aus dem Titel verjähren nach drei Jahren. Diese müssen Sie demnach auch nicht zahlen.

3. Sie sollten Sich die Abtretungserklärung des ursprünglichen Gläubigers zeigen lassen. Kann das Inkassounternehmen diese nicht vorlegen, können Sie nur an den ursrünglichen Gläubiger schuldbefreiend leisten. Micht jedoch an das Inkassounternehmen. Sollte allerdings eine Abtretungserklärung vorliegen, müssten Sie den Betrag abzüglich der Posten zahlen, die ich Ihnen zuvor genannt habe.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste rechtliche Orientierung geben.

Mit freundlichen Grüßen

Elmar Dolscius
Rechtsanwalt


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