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IMmobilienkauf - nachehelicher Unterhalt

15.09.2014 14:58 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Doreen Bastian


Zusammenfassung: Berücksichtigung von Tilgungen auf einen Immobilienkredit beim Ehegattenunterhalt.

In einer Trennungssituation stellt sich für mich die Frage, ob ich mittels eines Bankkredits oder Familienkredits (über meine Eltern) eine Eigentumswohnung erwerbe, um dort zukünftig mit den gemeinsamen minderjährigen Kindern zu wohnen. Wäre die Tilgung für einen solchen Kredit bei einem zukünftigen nachehelichen Unterhaltsberechnung relevant? Obwohl es dann mein Alleineigentum wäre (STichwort: Vermögensaufbau...). Andererseits würde ich doch andernfalls eine angemessene Mietwohnung brauchen, und die Mietzahlung würde in die Bedarfsberechnung zur Festlegung des nachehelichen Unterhalts ganz eingehen. Wie ist hier die Rechtsprechung? Wenn die Ratenzahlung für den Kredit bei der Unterhaltsberechnung nicht zählt, ist der Immobilienkauf für mich obsolet bzw. unmöglich.

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

unter Zugrundelegung des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes möchte ich Ihre Anfrage wie folgt beantworten:

Hinsichtlich der Berücksichtigung von Tilgungsleistungen auf einen Immobilienkredit beim Ehegattenunterhalt gilt grundsätzlich, dass bei Alleineigentum die Tilgung des Kredites bereits ab Rechtshängigkeit des Scheidungsverfahrens im Falle des gesetzlichen Güterstandes eine einseitige Vermögensbildung darstellt, die nicht mehr berücksichtungswürdig ist.
Dies bedeutet letztendlich, dass auch im Bereich des nachehelichen Unterhaltes die Tilgung eines Immobilienkredits nicht mehr als Abzugsposition berücksichtigt werden kann.

Eine Berücksichtigung der Tilgungsleistungen kann allenfalls im Rahmen der zulässigen Altersvorsorge erfolgen. Grundsätzlich dürfen neben dem Erwerbseinkommen aus angestellter Tätigkeit weitere 4 % des Bruttoerwerbseinkommens als Altersvorsorge zurückgelegt werden. Auch wenn es sich hierbei ebenfalls um einseitige Vermögensbildung handelt, sind die zulässigen tatsächlich geleisteten Höchstbeträge auch in Form der Tilgung von Immobilienschulden als Altersvorsorgeaufwendungen abzuziehen. Hierbei gilt allerdings, dass die gesamten Altersvorsorgeaufwendungen zu berücksichtigen sind und zusammen mit der Tilgungsleistung den Höchstbetrag von 4 % des Bruttoeinkommens nicht übersteigen dürfen. Andernfalls würde der berücksichtigungsfähige Betrag an dieser Stelle gekappt.

Ich hoffe Ihnen mit dieser Antwort geholfen zu haben und stehe Ihnen bei Unklarheiten mit der kostenlosen Nachfragefunktion gern zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen

Doreen Bastian
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 15.09.2014 | 16:25

Besten Dank. Verstehe ich das also richtig, dass eine Ratentilgung meinerseits nicht als Bedarf angerechnet und daher in einer Unterhaltszahlung durch meinen Ehemann keine Berücksichtigung finden würde? (abgesehen von den 4% des Bruttoe.etc.) Wenn ich aber z.B. die gleiche Wohnung von meinen Eltern kaufen liesse und ihnen regulär Miete zahlen würde, dann würde diese Miete in die Bedarfsrechnung für den nachehelichen Unterhalt eingehen...?
Der entscheidende Punkt hierbei wäre demnach die Vermögensbildung?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.09.2014 | 20:17

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

nein, auch die Zahlung einer Miete wird im Rahmen der Unterhaltsermittlung nicht berücksichtigt.
Bei der Berechnung des Ehegattenunterhaltes werden die bereinigten Nettoeinkommen der Eheleute zugrunde gelegt, wobei eine Bereinigung in Ihrem Fall nur durch die 4% des Bruttoeinkommens in Form der Altersvorsorge erfolgen kann. Mietzahlungen bereinigen grundsätzlich nicht das Einkommen, also weder Ihres noch das des Ehepartners.

Für eine genauere Erläuterung der konkreten Unterhaltsberechnung sollten Sie sich ggf. an einen Anwalt vor Ort wenden, da gerade auch das Wohnen in der eigenen Immobilie "Besonderheiten" aufwirft (z.B. Berücksichtigung eines Wohnvorteils).

Mit freundlichen Grüßen

Doreen Bastian

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