Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

IMMOBILIEN VERAEUSERUNGSGEWINN

22.05.2015 00:26 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andre Jahn, LL.M. (US)


Zusammenfassung: Die 10-jährige Frist für Gewinne aus dem privaten Verkauf von Grundstücken gilt vorbehaltlich eines DBA auch für ausländische Grundstücke. Das DBA mit den Niederlanden gilt nur für die europäischen Teile der Niederlande. Die Antillen gibt es nicht mehr. Das sind Sint Maaten, Curacao + Aruba.

ICH BESITZE IN EINEM LAND(ST MAARTEN),MIT DEM DEUTSCHLAND KEIN DBA ABKOMMEN HAT,EINE IMMOBILIE,WELCHE ICH JETZT VERKAUFEN WILL.

ICH HABE MEINEN WOHNSITZ IN DEUTSCHLAND.

IN DEM LAND IST DER VERAEUSSERUNGSGEWINN IMMER STEUERFREI.IN DEUTSCHLAND WENN MAN EINE IMMOBILIE LAENGER ALS 10 JAHRE BESITZT.

IST DER VERKAUF IN ST MAARTEN AUCH IN DEUTSCHLAND STEUERFREI?MUSS ICH DEN VERKAUF ANGEBEN?

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage auf der Basis des gegebenen Sachverhaltes wie folgt:

Wenn Sie in Deutschland einen Wohnsitz haben, sind sie hier auch mit ihrem Welteinkommensprinzip unbeschränkt einkommenssteuerpflichtig (§1 EStg; §-§8,9 AO). Die zehnjährige Spekulationsfrist auf Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften (§ 22 Nr. 2 und § 23 EStG) bei Grundstücken gilt vorbehalt eines DBA auch für ausländische Grundstücke (z.B. Kube in Kirchoff, EStG-Kom, 13. Aufl. Rz. 4 zitiert in DN 41: FG-D-Dorf v. 6.12.1989, 15 K 568/85 E, EFG 1990, 430 und FG-Baden-Würtemberg v. 9.2.1999, 2 K220/97; EFG 1999, 537).

Vorliegend weist, wie sie schon richtig recherchiert haben, kein DBA das Besteuerungsrecht einem anderen Staat zu: Das DBA zwischen Dtl und den Niederlanden galt schon immer nur für den europäischen Teil des Königreiches der Niederlande und nicht für die ehemaligen karibischen, niederländischen Antillen, welche heute eigenständige Teile des 4-teiligen niederländischen Königreiches sind (NL-Europa, Sint Maaten, Aruba und Curacao. Siehe Art 27 DBA Dtl-Niederlande und BMF-Schreiben vom 26. November 2010, IV B 3 – S 1301-NDL/0-04).

Aus all dem folgt, dass Sie einen etwaigen Gewinn aus der Veräußerung des Grundstücks auf Sint Maaten leider auch in Ihrer deutschen Steuererklärung angeben müssen.

Mit freundlichen Grüßen
Ra. Jahn

Nachfrage vom Fragesteller 03.06.2015 | 22:06

MEINE NACHFRAGE BITTE:

IST DIE STEUERPFLICHT AUF DEN VERAEUSSERUNGSGEWINN MEINER IMMOBILIE AUF ST MAARTEN AUCH DANN IN DEUTSCHLAND GEGEBEN,WENN ICH DIE IMMOBILIE (AUS ST MAARTEN)SCHON LAENGER ALS 10 JAHRE BESITZE?

ODER ANDERS GEFRAGT:GILT DIE 10 JAHRE SPEKULATIONSFRIST AUCH FUER IMMOBILIEN IN LAENDERN,MIT DENEN KEIN DBA BESTEHT?

WUERDE DER VERKAUF VON DREI IMMOBILIEN AUF ST MAARTEN INNERHALB VON 5 JAHREN ETWAS AN DER STEUERLICHEN SITUATION IN DEUTSCHLAND(MEIN WOHNSITZ) AENDERN?(ALLE DREI IMMOBILIEN HATTE ICH LAENGER ALS 10 JAHRE).

HERZLICHEN DANK.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.06.2015 | 12:06

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich auch Ihre Nachfragen, auch wenn ich bei allem gebührenden Respekt ein wenig befürchte, dass hier vielleicht aufgrund eigener Internet-Recherchen ein paar Dinge durcheinander geraten sind, die man getrennt voneinander betrachten muss und die wenig miteinander zu tun haben, da es um unterschiedliche Einkommensarten geht, und das hat mit dem Auslandsbezug des Sachverhalts auch nichts tun.

Solange es um eine Immobilie geht, (Nachfragen 1 und 2), ist das Problem immer nur, ob ein privates Veräußerungsgeschäft vorliegt, weil die zehnjährige Spekulationsfrist überschritten wurde oder nicht und daraus Einkommen in Form sonstiger Einkünfte erzielt wurde (§ 23,22 EStG).

Wenn es um mehrere Immobilien (Nachfrage 3) geht, ist die Frage dagegen, ob Einkommen aus Gewerbebetrieb aufgrund gewerblichen Grundstückshandel erzielt wurde (§ 15 Abs.2 EStG).

Nun aber zu ihren Fragen, die ich mir erlaube in der Reihenfolge etwas umzustellen:

Frage 2.) Gilt die Spekulationsfrist auch für Immobilien in Ländern, mit denen kein DBA besteht?

Antwort: Ja, (Nachweis siehe oben). Oder vielleicht etwas verständlicher ausgedrückt: Die Spekulationsfrist gilt bei unbeschränkter Steuerpflicht (=Wohnsitz in Deutschland) zunächst einmal weltweit, egal wo die Immobilie liegt.

Mit den meisten Ländern wird dieses Ergebnis aber durch ein DBA modifiziert. Weil Dtl. aber momentan mit Sint Maaten kein DBA unterhält, bleibt es beim Grundsatz weltweiter Geltung.

Frage 1.) Ist die Steuerpflicht auch dann gegeben, wenn ich die Immobilien länger als 10 Jahre besitze?

Wenn die zehnjährige Spekulationsfrist eingehalten ist, weil zwischen Anschaffung und Veräußerung der Immobilie mehr als zehn Jahre liegen, liegt schon kein privates Veräußerungsgeschäft vor und der Veräußerungsgewinn ist kein sonstiges Einkommen (§23 und §22 Nr. 2 EStG).

Frage 3.) Ist die Frage, die auf die Abgrenzung zwischen privater Vermögensverwaltung und gewerblichem Grundstückshandel zielt (§ 15 Abs.2 EStG). Dazu gibt es die sogenannte Drei-Objekt-Theorie. Nach dieser liegt gewerblicher Grundstückshandel dann vor, wenn 1.) MEHR als drei Objekte veräußert werden, 2.) die Zeiträume zwischen Anschaffung und Veräußerung bei jedem Objekt für sich genommen nicht mehr als 5 Jahres betragen und 3.) die Veräußerungen in einem Zeitraum von fünf Jahren erfolgen.

Vorliegend ist schon die erste Voraussetzung nicht erfüllt, weil nicht MEHR als drei Objekte veräußert werden.

Das Gesamtergebnis lautet damit: Sonstiges Einkommen liegt nicht vor, solange die Spekulationsfrist von 10 Jahren eingehalten ist; gewerbliches Einkommen liegt nicht vor, weil nicht mehr als drei Objekte veräußert werden.

Ich hoffe, ich habe Sie jetzt nicht vollkommen verwirrt, falls doch, können Sie mich auch nochmals kontaktieren.

Mfg Ra. Jahn

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70521 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Vielen Dank für die schnelle und sehr kompetente Hilfe. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Der Anwalt hat meine Fragen sehr gut verständlich und ausführlich beantwortet und war sehr freundlich. Ich kann den Anwalt weiterempfehlen und werde mir überlegen, ob ich ihn für den noch zu bearbeitenden Rest dieser Klage engagiere, ... ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Kurz, verständlich und zügig ...
FRAGESTELLER