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IHK will Azubi versetzen, weil kein Ausbilderschein vorliegt

01.02.2018 11:10 |
Preis: 80,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Simone Sperling


Zusammenfassung: Fragen zur Ausbildung von Azubis bei fehlenden Ausbilderschein und eingreifen der IHK.

Im August 2016 eine Azubine eingestellt, wo noch kein Ausbilderschein vorlag. Die zuständige IHK Mitarbeitern war vor Ort und hat mir eine Frist für ~1 Jahr eingeräumt um den Schein zu machen. Diese Frist ist heute abgelaufen. Da ich immer noch keinen Ausbilderschein gemacht habe, möchte die IHK Mitarbeiterin den Azubi jetzt versetzen.


Aber,
ich habe bereits letztes Jahr erfolgreich die Schriftliche Prüfung abgelegt und hatte dann im September die Praktische Prüfung zwar abgelegt, diese aber nicht bestanden. Dazu habe ich aber einen Wiederspruch eingereicht, weil bei der Prüfung Verfahrensfehler zu meinem Nachteil passiert sind. Diese wurden überprüft und ich habe dann erst Mitte Dezember(!) darüber Bescheid erhalten, dass meinem Widerspruch stattgegeben wurde und die Fehler seitens der Prüfer wurden festgestellt, deshalb zählt dieser Versuch nicht als durchgefallen und ich darf die praktische Prüfung jetzt wiederholen.

Ich hatte leider noch keine Zeit einen neuen Termin auszumachen. Und jetzt meine Frage:

Kann die IHK mir "einfach so" meinen Azubi "wegnehmen", besonders mit Berücksichtigung, wie lange die IHK gebraucht hat, meine Beschwerde zu überprüfen?

Habe ich darüber hinaus noch Möglichkeiten z.B schnell einen Mitarbeiter einzustellen welcher über einen Ausbilderschein verfügt oder ähnliche Instrumente um mich dagegen zu wehren?


Vielen Dank

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Nach § 33 BBiG kann die IHK als zuständige Stelle Ihnen das Ausbilden untersagen. Nach § 33 Abs. 3 BBiG müssen jedoch sämtliche Beteiligten dazu angehört werden, d.h. die IHK muss sie anhören und ebenso muss der Auszubildende angehört werden. Nach der Schilderung des Sachverhaltes und insbesondere wenn auch der Auszubildende erklärt, dass sie geeignet sind die Ausbildung durchzuführen, müsste die IHK die Erlaubnis weiterhin erteilen bis zur nächsten Prüfung bzw. Bekanntgabe des nächsten Prüfungsergebnisses. Hier sollten Sie nochmals Kontakt mit der IHK aufnehmen, insbesondere dann wenn der Auszubildende nicht angehört wurde und er einem positiven Ausbildungsgang bescheinigen kann.

Nach § 28 Abs. 2 BGB die steht es Ihnen jedoch frei geeignete Ausbilder zu beschäftigen, die die Ausbildung übernehmen. In diesem Fall kann die IHK keine Versetzung des Auszubildenden vornehmen und Sie sollten sich gegen den Bescheid mit der Begründung wenden, dass Sie einen Ausbilder beschäftigen, der den Auszubildenden ausbildet.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.





Mit vorzüglicher Hochachtung


Simone Sperling
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Rechtsanwältin
Fachanwältin für Familien- und Erbrecht
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Betriebswirt (HWK)




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