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Hypothenkredit

| 21.09.2016 09:46 |
Preis: ***,00 € |

Kredite


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Busch


Hallo,
ich habe ein Hypothekendarlehn endet am 01.02.2021 mit Restschuld 50.000 Euro, zzgl. 5.000 Vorfälligkeitsentschädigung per 30.09.2016 - ohne Sondertiligungsmöglichkeit.
Es ist aber nur eine Grundschuld über 40.000 Euro eingetragen. Auf eine andere Immobilie nochmals 20.000 Euro, zusammen also 60.000 Eur. Ich kann jetzt die Immobilie für 40.000 verkaufen.
Der Käufer wird das Geld direkt an die darlehensgebende Bank bezahlen.

1) Muss die Bank dann die Grundschuld über 40.000 Euro löschen, sobald sie die 40.000 Euro bekommen hat ? Oder kann Sie sich weigern, weil die Gesamtschuld noch höher ist?
2) Ich werde aber die restlichen 10.000 Darlehn zzgl. 5000 Euro Vorfälligkeitsentschädigung nicht bezahlen können. Ich kann aktuell überhaupt nichts bezahlen!
Frage: Was wird die Bank jetzt machen?

a) Die Bank kündigt den Darlehensvertrag- wegen Nichtzahlung der Raten. Das wäre ja super, denn dann steht der Bank ja nur ein Schadensersatz in Höhe von 2,5 % über dem Basiszinssatz zu, also netto aktuell 1,67 % p.a. aus dem offenen Restbetrag also 10.000 Euro Habe ich das richtig recherchiert (lt. BGH, Urteil v. 19.01.2016, Az.: XI ZR 103/15)
Bedeutet wenn ich innerhalb von 12 Monaten zurück bezahlen würde sind das 10.000 zzgl. 1,67 % also ca. 10.167,-- Euro (statt bisher 15.000)
b) Die Bank kündigt nicht sondern will die Vorfälligkeitsentschädigung in Höhe von 5000,-- Euro, die sich irgendwie dubios zusammen gerechnet hat.

Frage:
Kann die Bank die Vorfälligkeitsentschädigung isoliert einklagen, ohne den Kreditvertrag zu kündigen?
Denn durch die nicht vereinbarte Sondertilgung hat die Bank ja ein Großteil Ihres Darlehns früher zurück als vereinbart, der Kunde ist nicht vertragstreu er muss quasi eine "Strafe" bezahlen.

Oder wird die Bank warten bis der Vertrag im Jahr 2021 endet, um dann die offenen 10.000 Euro zzgl. der nicht bezahlten Zinsen einzuklagen und über die noch bestehende zweite Grundschuld zu vollstrecken.

Ich habe versucht mit der Bank einen deal zu machen und habe 1000,-- Euro Vorfälligkeits-Entschädigung angeboten, darauf hat Sie nicht reagiert.

Haben Sie sonst noch eine Idee, wie ich aus dem Vertrag rauskomme ohne eine wahnsinnige Entschädigung bezahlen zu müssen?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1) Die Bank wird die Grundschuld nach Eingang des Geldes nicht löschen, da die Restschuld inklusive aller Kosten höher valutiert und die Grundschuld nicht nur die Hauptforderung sondern auch die Nebenforderungen absichert. Der Verkauf wird also vermutlich daran scheitern, dass Sie das Objekt gerade nicht lastenfrei übertragen können.

2) Wie die Bank agieren wird, kann ich nicht vorhersehen, üblicherweise werden SIe zur vollständigen Tilgung aufgefordert. Ihre Recherchen zur Kündigung des Darlehens durch die Bank sind hinsichtlich der bestehenden Ansprüche erst einmal richtig ABER diese Rechtsprechung wird insbesondere von anderen Senaten des Bundesgerichtshofes als fehlerhaft kritisiert. Die Bank wird also trotzdem die Vorsfälligkeitsentschädigung fordern (und bei richtiger Betrachtung der Rechtslage ist dieser Anspruch auch berechtigt, ich halte das Urteil des BGH ebenfalls für fehöerhaft und gehe davon aus, dass die Rechtsprechung in zukünftigen Fällen gekippt werden wird).

Eine isolirte Geltendmachung der VFÄ ist nicht möglich. Eine Kündigung ist aber ebenfalls unwahrscheinlich, da die Banken aufgrund der fehlerhaften Entscheidung des BGH Kündigungen aussetzen und erst die Klärung der weiteren anhängigen Verfahren abwarten.

Die Bank kann dazu übergehen, einzelne offene Raten einzuklagen, bis zum Laufzeitende wird sie sicherlich nicht warten.

Die Löschung der Grundschuld wird sie jedoch nicht vornehmen und damit den Verkauf des Hauses blockieren.

Es gibt rechtlich derzeit keine anderen Möglichkeiten außer der normalen Tilgung, sich ohne Vorfälligkeitsentschädigung von einem solchen Vertrag zu lösen.

Ich bedaure, dass ich Ihnen leider keine positivere Auskunft erteilen kann.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 24.09.2016 | 00:53

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