Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Hundekauf


16.04.2005 18:41 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Hallo !

Gestern sind meine Freundin und ich zu einem "Züchter" gefahren um uns einen Hund aus einer Zeitungsanzeige anzuschauen. Da wir schon eine Hündin haben, haben wir diese mitgenommen.

Der Verkäufer betreibt mit Huskys Hundesport und hat zwischen 20 und 30 Tieren auf seinem Hof. Alle Welpen die durch unterschiedliche Würfe "entstehen", bietet er immer wieder mal zum Verkaufen an.

Er hat uns den besagten Hund gezeigt, und wir waren eigentlich sofort begeistert. Für uns war es wichtig das er lieb ist, keinen Jagdinstinkt hat und stubenrein ist. Alle diese Eigenschaften wurden uns von dem Verkäufer zugesichtert.

Um zu wissen das der Hund auch wirklich das ist was wir suchen, sind wir mit ihm UND MIT UNSERER HÜNDIN spazieren gegangen. Alles hat prima geklappt.

Nachdem wir dann mit dem neuen Hund zu Hause angekommen sind, haben wir beim abendlichen spazieren gehen festgestellt das der Hund sehr wohl einen Jagdinstinkt hat, und auch nicht ganz so lieb ist. Er hat übernacht mal eben 3 Schuhe (natürlich jeweils nur einen von einem ganzen Paar) sowie ein paar Zeitschriften zerfetzt. Schlimmer ist aber das er selbst bei einer kleinen Maus sofort anfängt hinterher zu jagen und sich plötzlich überhaupt nicht mehr mit unserer Hündin versteht. Beide bellen und knurren sich nur noch an.

Wir haben heute den Käufer angerufen und gefragt ob wir den Hund zurückgeben können da es mit unserer Hündin nicht klappt. Das will er aber nicht. Auch will er keinen Falls den Kaufpreis (oder nur einen Teil) zurück zahlen (300,- Euro). Er will den Hund höchstens an jemand anderen abgeben, aber dies angeblich unentgeltlich... (klar, er hat ja sein Geld auch schon bekommen...)

Scheinbar wurde der Hund auch nicht ganz so gut bei ihm behandelt. Wenn man ihm ans Halsband fasst fängt er schon an zu jaulen...

Haben wir in diesem Fall irgendwelche Rückgaberechte ?

Leider haben wir keinen Kaufvertrag abgeschlossen und auch keine Quittung bekommen.

Viele Grüße
Oliver
16.04.2005 | 19:05

Antwort

von


141 Bewertungen
Nürnberger Strasse 24
63450 Hanau
Tel: 06181-6683 799
Web: www.glatzel-partner.com
E-Mail:
Sehr geehrter Ratsuchender,

zunächst vielen Dank für Ihre Anfrage.

Grundsätzlich sind die kaufrechtlichen Gewährleistungsrechte auch auf den Hundekauf anwendbar.
D.h. der Käufer kann vom Vertrag zurücktreten, wenn das Tier einen Mangel hat. Unproblematisch wird ein Mangel angenommen, wenn das Tier an einer Krankheit leidet, die sich erst nach dem Kauf erkennbar macht.

Nach Ihren Schilderungen ist jedoch davon auszugehen, dass der Welpe einen ausgeprägten Jagdinstinkt hat. Inwieweit es sich bei Ihrem Hund um einen derart gravierende Verhaltensstörung handelt, dass man von einem Mangel sprechen könnte, kann nur ein Sachverständiger (Tierpsycholge/Tierarzt) beurteilen können.

Desweiteren kann der Verkäufer aber auch bestimmte Eigenschaften zusichern. So könnte er zusichern, dass der Hund nicht aggressiv und keinen Jagdinstinkt hat. Sollte dann das Gegenteil der Fall sein, könnte man auch in einem solchen Fall vom Vertrag zurücktreten. Die Zusicherung müssen Sie allerdings beweisen.

Ein Beweis wird zumeist nur dann gelingen, wenn die Zusicherung im schriftlichen Kaufvertrag fixiert wurde oder wenn der verkäufer diese Eigenschaften in seiner Verkaufswerbung (Homepage...) zusichert.

Aus den genannten Gründen empfehle ich Ihnen, einen Hundepsycholgen bzw. Hundekenner aufzusuchen, um Ihren Welpen zu begutachten. Vielleicht handelt es sich bei Ihrem Tier nur um einen äußerst lebhaften Charakter, der umerzogen werden kann.
Aus meinem Bekanntenkreis ist mir bekannt, dass Huskys ein sehr dominates Wesen und Jagdinstinkt haben. Man muss sehr viel mit Ihnen arbeiten.

Ich hoffen, Ihnen weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Marcus Alexander Glatzel
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

Nachfrage vom Fragesteller 16.04.2005 | 21:42

Hallo nochmal !

Morgen habe ich einen Termin mit dem "Züchter" vereinbart...
Ich werde morgen als erstes eine Quittung von ihm verlangen. Die muss er mir ja ausstellen, oder nicht ? Von Privat zu Privat

Wenn er mir das Geld immernoch nicht zurückgeben will, ob wohl er ja den Hund zurück bekommt, kann ich Ihn dann anzeigen ?

Es ist doch eigentlich Betrug oder ?

Er hat uns zugesichert:
-das man den Hund auch alleine lassen kann - Unsere Erfahrung nach 1 Stunde alleine sein: Der Hund nimmt alles auseinader was er ins Maul bekommt.

-das er stubenrein ist - Mittlerweile hat er 2 mal in den Flur gemacht

-das er keinen Jagttrieb hat und wir ihn AUCH ABLEINEN können - Er jagt hinter jeder Maus oder jedem Vogel her, ableinen absolut unmöglich

Das sind alles zugesicherte Eigenschaften die der Hund nicht besitzt.

Wenn ich ihn anzeigen kann, sollte ich zur Polizei gehen oder direkt alles über meinen Rechtsanwalt laufen lassen, bzw Staatsanwaltschaft ?

Isst es sinnvoll ihm den Hund schon wiederzugeben, oder sollten wir damit dann warten wenn es zu einer Anzeige kommt ?

Der Hund ist übrigens 9 Monate alt. Es ist also nicht nur eine Vermutung mit dem Jagttrieb.

Vielen Dank für Ihre Hilfe !

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.04.2005 | 22:55

Sehr geehrter Ratsuchender,

Gem.§ 368 BGB haben Sie einen Anspruch auf Erteilung einer Quittung.Die Quittung ist auch vom Verkäufer zu unterschreiben.

Bevor Sie allerdings Strafanzeige erheben, rate ich Ihnen zunächst Ihren Anwalt aufzusuchen. Dieser wird mit Ihnen die genaue Vorgehensweise besprechen. Den Hund würde ich noch nicht zurückgeben, da Sie Ihr Geld nocht nicht erhalten haben.

Ob es allerdings sinnvoll ist, den Züchter wegen Betrugs anzuzeigen, kann ich hier aus der Distanz ohne genaue Kenntnis des Sachverhalts nicht abschließend beurteilen. Meist werden solche Anzeigen irgendwann eingestellt.
Lassen Sie sich vorort beraten.

Mit freundlichen Grüßen

Marcus Alexander Glatzel
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

141 Bewertungen

Nürnberger Strasse 24
63450 Hanau
Tel: 06181-6683 799
Web: www.glatzel-partner.com
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht, Familienrecht, Handelsvertreterrecht, Verkehrsrecht, Wirtschaftsrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER