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Hundehaltung untersagt!!!


| 30.03.2006 08:44 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger



moin moin,

ich wohne in einem 2 Familienhaus. Direkt unter uns die Vermieter. Diese haben 2 Hunde. Uns wurde das Halten unserer Katze gestattet. Nun zu der Frage: Wir möchten ein Hund aus dem Tierheim "adoptieren". Ein Golden Retriever". Sehr liebes Tier. Gibt kein Laut von sich, Stubenrein...also absolut stilles Tier. Unser Vermieter stimmt der Haltung dieses Tieres NICHT zu. Obwohl dieser 2 Hunde selbst hat. Aussage des Vermieters. Wenn wir uns oben einen Hund halten, riechen das seine eigenen und fangen an zu kleffen...Was ist das für eine Aussage? Dann hat er doch ein Problem mit seinen Hunden und nicht wir mit dem Golden Retriever?!?

Kann er, obwohl er der Katzenhaltung zugestimmt hat und selbst 2 Hunde im Haus hat, uns die Hundehaltung verbieten???

Notfalls würden wir umziehen, aber trotzdem interessiert mich schon Ihre Aussage dazu. Er hat selbst 2 Hunde in diesem Haus und will es uns verbieten. Das stellt doch eine Ungleichbehandlung dar?

Es existiert nur ein Standartmietvertrag aus dem Schreibwarenladen. Dort ist aufgeführt, Haustierhaltung ausser Kleintiere etc etc nur mit Zustimmung des Vermieters.

Ferner steht bei vorübergehenden Aufenthalt von anderen Tieren kein Eintrag bei den -Tagen- die er hätte ausfüllen können im Mietvertrag. Somit könnten wir den Hund doch, im Falle einer rechtlichen verneinung Ihrerseits am Wochenende zur pflege nehmen bis wir eine neue Wohnung haben oder?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre online-Anfrage, zu der ich wie folgt Stellung nehmen möchte:

Aufgrund der Vereinbarung in Ihrem Mietvertrag werden Sie den Hund zunächst nur mit vorheriger Zustimmung des Vermieters anschaffen dürfen. Der Vermieter wird seine Zustimmung (Erlaubnis) jedoch nur aus einem triftigen Grund verweigern können. Ein wichtiger Grund in diesem Sinne kann eine Allergie sein oder aufgrund der Rasse des Hundes (etwa Bullterrier) begründet sein. Soweit Ihr Vermieter als Grund für die Zustimmungsverweigerung das vermehrte Bellen seiner eigenen Hunde anführt, wird dies alleine nicht als triftiger Grund angesehen werden können. Denn in einem Zweifamilienhaus mit Tierhaltung wird es zur hausüblichen Geräuschkulisse gehören, wenn tagsüber zeitweise Hunde bellen, wobei es keinen Unterscheid machen wird ob es sich hierbei um Ihren Hund oder den Ihres Vermieters handelt. Anders könnte dann gelten, wenn durch Ihren Hund die Hunde des Vermieters veranlasst werden, stundenlang zu bellen. Nach meinem Dafürhalten reichen die von Ihrem Vermieter angeführten Gründe im Ergebnis nicht, die Genehmigung zur Haltung des Hundes zu versagen, so dass der Vermieter auch nicht dessen Entfernung verlangen kann.

Im Übrigen werden Sie sich nicht auf den Gleichbehandlungsgrundsatz berufen können, da dieser den Vermieter zur Gleichbehandlung der Mieter verpflichtet.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Petry-Berger
Rechtsanwältin


Nachfrage vom Fragesteller 30.03.2006 | 10:30

bedanke mich für ihre antwort. nachfrage wie folgt!

- sollte ich einen anwalt beauftragen im wohnort?
- Der Hund wohnt noch nicht bei uns, kann ich diesen am wochenende bei mir pflegen? Der mietvertrag sieht vor, Wortlaut:

etc etc...jeder Tierhaltung bedarf der Zustimmung...

...Das gilt nicht für den vorübergehenden Aufenthalt von Tieren bis zu.....Tagen (Tage im Mietvertrag freigelassen)

Die definition, vorübergehend ist arg schwammig finde ich!

Also dürfte der Pflege von 2-3 tage in der Woche ja nichts im Wege stehen.

Vielen Dank für Ihre abschließende Antwort

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.04.2006 | 01:47


Sehr geehrter Fragestellerin,

Sie sollten dann einen Anwalt vor Ort beauftragen, wenn Sie sich mit Ihrem Vermieter auch nach erneuter Darlegung Ihrer Rechtsauffassung bezüglich der beabsichtigten Hundehaltung nicht einigen können. Ich weise nochmals darauf hin, dass die Haustierhaltung grundsätzlich ohne vorherige Zustimmung des Vermieters unzulässig ist und diese nur bei einem Rechtsmissbrauch erteilt werden muss. Im Übrigen werden die Ermessensgrenzen der Zustimmung von den Gerichten unterschiedlich beurteilt. Vor einer evtl. gerichtlichen Auseinandersetzung sollten Sie sich daher bei einem Rechtsanwalt vor Ort Informationen über die Praxis des Amtsgerichts einholen, das für Ihren Wohnort zuständig ist.

Soweit in Ihrem Mietvertrag der vorübergehende Aufenthalt von Tieren gestattet ist, ohne dass eine konkrete Dauer festgelegt wurde, halte ich die REGELMÄßIGE wöchentliche Pflege des Tieres über den Zeitraum von 3 Tagen für problematisch, da dies einer eingeschränkten Tierhaltung gleichkommt. Der zulässige vorübergehende Aufenthalt von Tieren dürfte sich eher auf den Besuch des Mieters beziehen, dem es gestattet sein soll, sein Haustier mitzubringen. Dementsprechend wird in der Rechtsprechung bei einem bestehenden Tierhaltungsverbot der Aufenthalt eines Tieres beispielsweise für die Dauer eines Urlaubs als unzulässig angesehen (vgl. AG Frankfurt/M. WuM 1988, S.157). Dies könnte jedoch das für Ihren Wohnort zuständige Gericht anders beurteilen. – Sobald Sie den Hund in Ihrer Wohnung in unregelmäßigen Abständen 1 bis 2 Tage in der Woche beherbergen, dürfte dies nach meinem Dafürhalten ein zulässiger vorübergehender Aufenthalt im Sinne des Mietvertrages darstellen.

Mit freundlichen Grüßen
Petry-Berger
Rechtsanwältin

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