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Hundebiss an Arm und Bauch

26.08.2016 14:57 |
Preis: ***,00 € |

Tierrecht, Tierkaufrecht


Meine Mutter wurde vor zwei Tagen von dem Nachbarshund (die Besitzer sind gleichzeitig die Mieter meiner Mutter) angegriffen und nun stellt sich für uns die Frage, welche Möglichkeit man hat und was die Rechtslage zu sagt.


Die Situation lief wie folgt:
Die Hundebesitzer befanden sich gerade auf dem Weg nach Hause und parkten das Auto auf dem gemeinsamen Hof, als meine Mutter auf die Besitzer zu kam und diese ansprach.
Die Koffertürraum des PWK's war offen und einer der Hunde attackierte meine Mutter.
Dass einer der beiden Hunde psychisch krank ist und Fremden gegenüber mit Vorsicht zu genießen ist, war bekannt. Auch meine Mutter wusste das.
Nichts desto trotz. Meine Mutter erlitt Bisswunden am Arm und Bauch, sodass sie im Anschluss ins Krankenhaus gefahren wurde und genäht worden musste.
Meine Mutter geht nun täglich zum Arzt, zwecks Verbandswechsel und nimmt Antibiotika ein. Die Wunden sind stark geschwollen, wenn auch nicht besonders groß. Die Hämatom um die Bisswunden jedoch riesig.
Meine Mutter hat relativ starke Schmerzen und nimmt regelmäßig Schmerztabletten, da normale Bewegungen (wie bücken etc.) sonst nicht möglich sind.
Meine Frage ist nun, welche Ansprüche hat meine Mutter bzgl.:
- Schmerzensgeld (Höhe)
- Haushaltsführungsschaden
- Sonstigen Schadensersatz

Bis heute war meine Mutter nicht bei der Polizei oder hat sonstige rechtliche Schritte eingeleitet. Bis wann kann dieses theoretisch nachgeholt werden?

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),
vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage der von Ihnen geschilderten Sachverhaltsmomente und Ihres Einsatzes wie folgte beantworte:

1. Haftung im Grunde nach

Die Haftung des Tierhalters ist eine besondere Form der Verkehrssicherungspflichtverletzung. Der Tierhalter haftet für Personen- und Sachschäden auch ohne Verschulden (§ 833 BGB: Haftung des Tierhalters ). Es handelt sich um eine sog. Gefährdungshaftung.
Demnach hat der Halter des Hundes grundsätzlich für die Schäden einzustehen, die das Tier Ihrer Mutter zugefügt hat.

2. Haftpflichtversicherung

Eigentümer größerer Tiere haben meist eine spezielle Tierhalterhaftpflichtversicherung abgeschlossen. Die allgemeine Privathaftpflichtversicherung erfasst auf Grund der Ausschlussklausel in den Versicherungsbedingungen nicht die „Haftung als Tierhalter".
Sie sollten dementsprechend beim Halter des Tieres unbedingt in Erfahrung bringen, ob dieser eine Tierhaftpflichtversicherung abgeschlossen hat. Gegenüber dieser könnte Ihre Mutter dann die Schäden anmelden und liquidieren. Versicherungen sind nämlich solventere Schuldner.

3. Schaden
Schmerzensgeld
Ist wegen einer Verletzung des Körpers bzw. der Gesundheit Schadensersatz zu leisten, kann auch wegen des Schadens, der nicht Vermögensschaden ist, eine billige Entschädigung in Geld gefordert werden (sog. Schmerzensgeld).
Ich welche Höhe Ihrer Mutter ein Schmerzensgeld verlangen kann, lässt sich abschließend nicht beurteilen. § 253 BGB: Immaterieller Schaden spricht insoweit von einer „billigen Entschädigung in Geld". Was insoweit der Billigkeit entspricht, entscheidet schlussendlich das Gericht durch Würdigung aller Umstände und nach freier Überzeugung (siehe auch § 287 ZPO: Schadensermittlung; Höhe der Forderung ).
Unverbindliche Empfehlung: 1.000 bis 3.000 EUR

Sonstige Schadenspositionen:
Ein Anspruch auf Ersatz des Haushaltsführungsschadens kann dann zum Ansatz gebracht werden, wenn Ihre Mutter nicht mehr in der Lage ist, den Haushalt selbst zu führen.
Auch hier kann die Höhe leider nicht abschließend beziffert werden. Der Umfang wäre auch hier schlussendlich gemäß § 287 ZPO: Schadensermittlung; Höhe der Forderung im Schätzungsweg gerichtlich festzusetzen.
Für eine konkrete Bezifferung würde ich folgendes (anerkannte) Verfahren vorschlagen: Zunächst sind die Haushaltstätigkeiten vor und nach dem Vorfall zu ermitteln. Dann wird die Stundenzahl ermittelt, die im Haushalt verletzungsbedingt von Ihrer Mutter nicht mehr übernommen werden können. Die Anzahl der Stunden ist mit einem Stundenlohn zu multiplizieren. Letzterer sollte etwa bei 10 – 15 EUR liegen.

Auch Fahrt- und Arzneimittelkosten sind zu ersetzen. Sollten weitere Behandlungskosten anfallen, sind diese auch ersetzbar.
Hier sämtliche Schadensposten aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Formelartig können Sie sich jedoch merken, dass der Hundehalter grundsätzlich alle Schäden zu ersetzen hat, die Ihrer Mutter aufgrund des Bisses erwachsen bzw. erwachsen sind (§ 249 BGB: Art und Umfang des Schadensersatzes ).

4. Verjährung
Diese Ansprüche verjähren nach der regelmäßigen Verjährungsfrist. Diese beträgt 3 Jahre.

5. Strafverfahren (Strafantrag)
Soweit Sie Strafanzeige erstatten wollen und ein Antragsdelikt im Raum steht (etwa fahrlässige Körperverletzung etc.), sollten Sie § 77b StGB: Antragsfrist beachten. Eine Tat, die nur auf Antrag verfolgbar ist, wird nicht verfolgt, wenn der Antragsberechtigte es unterläßt, den Antrag bis zum Ablauf einer Frist von drei Monaten zu stellen.
Sie sollten insoweit zur Polizei gehen, den Sachverhalt schildern und ausdrücklich wegen aller in Betracht kommen Delikte Strafantrag stellen.

Ich hoffe Ihnen ersten Überblick gegeben zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.


Mit freundlichen Grüßen

Weichel
Rechtsanwalt

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