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Hund zurückholen

01.12.2010 08:13 |
Preis: ***,00 € |

Tierrecht, Tierkaufrecht


Hallo,

ich habe vor 3 Tagen jemanden meinen Hund geschenkt ohne irgendwas schriftliches zu tätigen, das heisst laut Papiere ist es mein Hund (die Papiere hat derneue Bsitzer nicht). Gestern hatte der neue Besitzer einen Auffahrunfall gebaut und der Hund war nicht angeschnallt ect. Deswegen habe ich mir den Hund zurück geholt weil er verantworungslos gehandelt hat. (PS.: Fahrer wahr auch betrunken uvm...)

Muss ich ihm den Hund wieder aushändigen oder nicht?

Weil wir haben nichts schriftliches festgehalten und in den Papieren steht mein Name.

Dingend antwort, danke

Sehr geehrte Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ich möchte diese anhand des geschilderten Sachverhaltes im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

Grundsätzlich wäre nach Ihrer Schilderung rein formal schon davon auszugehen, dass Sie dem Anderen den Hund zurückgeben müssten, da dieser nach Ihrer Schilderung Eigentümer desselbigen durch die schon vollzogene Schenkung geworden ist. Durch den erfolgten Vollzug der Schenkung wurde der Hund im Rechtssinne übereignet, der entsprechende Schenkungsvertrag ist also wirksam.

Die Frage ist nur, ob – sofern der Andere auf Rückgabe des Hundes bestehen sollte – dieser diesen Umstand auch beweisen könnte. Hierzu wäre dieser jedenfalls auch im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung vollumfänglich darlegungs- und beweisbelastet. Wenn Sie demgegenüber also z.B. einfach behaupten würden, ihm den Hund nur geliehen zu haben, müsste der Andere demgegenüber nachweisen, dass es keine Leihe, sondern eben eine vollzogene Schenkung gewesen ist. Dies gilt gerade vor dem Hintergrund, als dass nach dem Inhalt der Papiere Sie noch als Eigentümer eingetragen sind. Sofern hierüber aber wie von Ihnen aufgezeigt nichts Schriftliches existiert, ist es unwahrscheinlich – sofern nicht Zeugen für die Schenkungsabrede vorhanden sind – dass der Andere diesen Nachweis überhaupt erfolgversprechend führen könnte. Insoweit ist es am wahrscheinlichsten, dass Sie dann weiterhin so oder so als Eigentümer des Tieres verbleiben würden.

Sollte dennoch der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass der Andere den Nachweis einer vollzogenen Schenkung bezüglich des Hundes erfolgreich führen kann, könnten Sie sich dann immer noch auf § 530 BGB berufen und die erfolgte Schenkung ggf. wegen groben Undanks widerufen mit der Folge, dass der andere Ihnen den Hund wieder zurückgeben müsste. Zwar ist die Einstufung eines groben Undanks immer eine Frage des Einzelfalls und der tatrichterlichen Würdigung aller Gesamtumstände. Der von Ihnen geschilderte verantwortungslose Umgang mit dem Hund könnte aber insoweit im Zweifel ausreichen, um im Bedarfsfall auch ein solches Widerrufsrecht annehmen zu können. Soweit wird es aber voraussichtlich nicht einmal kommen, da wie eingangs schon aufgezeigt der Andere schon die Schenkung und damit den Eigentumnserwerb an dem Tier nicht nachweisen können wird.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen und meine Ausführungen helfen Ihnen weiter. Ansonsten wünsche ich Ihnen noch einen schönen Tag und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen


Thomas Joschko
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 01.12.2010 | 08:50

Das heisst egal was kommt ich kann meinen Hund behalten (also ich bin der besitzer der auf den papieren steht)

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.12.2010 | 08:55

Sehr geehrter Fragesteller,

Genau so ist es. Rein praktisch bedeutet es genau das, auch wenn theoretisch ein Eigentumsübergang stattgefunden hat. Letztlich ist das Ganze eben wie aufgezeigt nur eine Frage der Beweisbarkeit.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Joschko
Rechtsanwalt

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