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Hund wurde von Hunde gebissen

| 26.05.2021 16:33 |
Preis: 40,00 € |

Tierrecht, Tierkaufrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo!

Unser Hund ("H*****", weiblich, 7 kg, 30 cm groß) wurde von einem Wolfshund-Schäferhundmix ("C*****", ebenfalls weiblich, schätzungsweise 65 cm groß, 40 kg) gebissen und geschüttelt. Unser Hund war stark verletzt und musste operiert und genäht werden. Die Tierarztkosten belaufen sich auf circa 460 Euro.

C***** lebt in unserer unmittelbaren Nachbarschaft und einige andere Hundebesitzer haben mir schon berichtet, dass sie Angst vor C***** haben. Der Besitzer lässt C***** zwar mittlerweie nicht mehr von der Leine, jedoch geht er immer mit Flexileine spazieren (Flexileinen sind nicht unbedingt sehr stabil). Außerdem wirkt es manchmal so, als hätte er große Schwierigkeiten, den Hund überhaupt festzuhalten.

Zwischen den beiden gab es bereits 2 Beißvorfälle.

Der 1. Vorfall ist schon etliche Monate her und verlief zum Glück glimpfich. Beide Hunde liefen ohne Leine aufeinander zu und C***** hatte sich ohne Vorwarnung auf meine H***** gestürzt. H***** hat geschrien, aber sie war zum Glück direkt neben mir, so dass ich es nicht zu den beiden Hunden hatte und C***** am Geschirr von meiner H***** wegriss. C***** setzte H***** hinterher, ich fiel auf den Boden, lies das Geschirr allerdings nicht los, und zog mich mit, als würde ich nichts wiegen. Ich war überrascht über die Kraft dieses Hundes.... Ich hatte mich dann am Besitzer festgehalten und H***** konnte entkommen - bis auf eine zerissene Hose und ein aufgeschürftes Knie ist nichts weiter passiert. Der Besitzer war selbst auch total schockiert und versprach mir, seinen Hund zukünftig angeleint zu lassen - was er, so weit ich das beurteilen kann, auch einhält.

Der 2. Vorfall war um einiges schlimmer und H***** hat im Grunde nur knapp überlebt. Die beiden Hunde hassen sich seit dem 1. Vorfall bis auf's Blut. Wir leinen Hilde normalerweise immer sofort an, wenn wir C***** sehen. Jedoch hat Hilde C***** am Unglückstag zuerst gesehen, da die Stelle absolut unübersichtlich war (Kurve mit großer Hecke, hügelig). H***** ist zu C***** hingerannt und hat versucht, sie in die Hinterläufe zu beißen - meines Wissens ein typisches Vertreibungsverhalten. Man muss an der Stelle vielleicht erwähnen, dass Hilde normalerweise ein konfliktscheuer Hund ist, wir vermuten, sie hat versucht unseren 2. Hund (ein Welpe), zu beschützen. C***** hat nicht lange gefackelt und Hilde von oben in den Rücken gebissen und geschüttelt. Ich bin hingerannt und habe gebrüllt, der Besitzer von C***** hat ebenfalls gebrüllt - C***** hat H***** kurz fallen gelassen und H***** konnte wegrennen (bzw. sie hat sich an den Vorderbeinen weggezogen, sie hatte eine kurzzeitige Lähmung der Hinterbeine), der Besitzer hat C***** dann festgehalten und H***** konnte nach ein paar Minuten auch wieder laufen. Wir sind dann sofort zum Tierarzt und H***** musste operiert werden.

Zuerst dachte ich, die Schuld läge auf meiner Seite, da H***** ja nicht angeleint war und zu der angeleinten C***** hingerannt ist und sie versucht hat, in die Hinterläufe zu beissen. Allerdings habe ich kürzlich gelesen, dass, wenn die Größenverhältnisse stark unterschiedlich sind, was bei uns ja der Fall ist, der Hundebesitzer des größeren Hundes mehr Verantwortung trägt. Und dass man immer Mitschuld hat, wenn der eigene Hund einen anderen Hund beißt.

Der Hundebesitzer hat eine Zerrung am kleinen Finger und eine Brandblase, weil er seinen Hund an der Leine festgehalten hat - er hat insofern ebenfalls einen leichten Schaden davon getragen.

Ich will dem Besitzer nichts Böses. Aber 460 Euro müssen natürlich auch bezahlt werden (ich glaube, wir haben noch Glück, dass unser Tierarzt nicht so teuer ist). Außerdem - und das ist für mich viel schlimmer - machte ich mir große Sorgen, dass wir dem Hund wieder begegenen und er sich losreisst (wir lassen unsere Hunde immer angeleint - aber das hilft uns letztendlich nicht, wenn C***** sich losreisst). Der Besitzer kommt mit C***** auch nicht gut zurecht und hat sie überhaupt nicht im Griff und man sieht, dass er sich mit voller Kraft gegen den Hund stemmen muss, um sie festzuhalten. Ich würde mir wünschen, dass er sich wenigstens Hilfe bei einem Hundetrainer holt oder der Hund mit einem Maulkorb Gassi gehen muss.

Das Thema ist sehr belastend, da der Hund in der Nachbarschaft wohnt und ich beim Spazierengehen jetzt immer sehr angespannt bin. Laut Tierärztin hätte unser Hund auch leicht tot sein können.

Was kann ich tun?

An welche Stelle kann man sich wenden, damit zum Beispiel ein Wesenstest an dem Hund durchgeführt wird oder der Hund Mailkorbpflicht erhält? Ordnungsamt, Veterinäramt, Polizei?

Ich würde mich am liebsten friedlich einigen.

Ich lebe in Baden Württemberg.

Vielen Dank im Voraus!

26.05.2021 | 17:23

Antwort

von


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Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ich hoffe zunächst, dass es Ihrem Hund nach der Attacke besser geht. Die von Ihnen dargestellten Umstände um den Beißvorfall lassen eine Haftung des Halters von Cora nach § 833 BGB nicht enthalten, aber in der Tat muss man auf Ihrer Seite ggf. über ein Mitverschulden gem. § 254 BGB nachdenken, dass Ihren Schadensersatzanspruch kürzen wird. Ansprüche sollten Sie beim Halter bzw. dessen Hundehaftpflichtversicherung aber jedenfalls stellen, da ich nach Ihren Schilderungen keine Anhaltspunkte dafür habe, dass Ihnen ein 100 % Mitverschulden zur Last fällt. In der Regel geht die Rechtsprechung hier nicht selten von einer Quotierung 50 % zu 50 % aus (BGH, Urteil vom 31.5.2016 – VI ZR 465/15 )

Da Cora gebissen hat, gilt sie als gefährlicher Hund, was in Baden-Würrtemberg zur Anwendung der Kampfhundeverordnung und der Polizeiverordnung BW führt.

Im Hinblick auf das geschilderte Verhalten von Cora -die kein Listenhund ist- muss man sie als gefährlich i.S.d § 1 III Polizeiverordnung einstufen.

Das Verhalten rechtfertigt dann eine Verhaltensprüfung, die auf Antrag hin durchgeführt wird. Zuständig ist die Ortspolizeibehörde, in deren Dienstbezirk der Halter seinen Wohnsitz hat oder sich überwiegend aufhält. Die Prüfung wird von einem im öffentlichen Dienst beschäftigten Tierarzt und einem sachverständigen Beamten des Polizeivollzugsdienstes, meist dem Polizeihundestaffelführer durchgeführt. Je nach Ausgang des Verfahrens kann es dann zu behördlichen Anordnungen kommen, die eine Maulkorb- und Leinenpflicht zur Folge haben kann, wobei hiermit nicht die Flexleine gemeint ist, die gerade dem Bewegungs- und Freiheitsdrang eines Hundes Rechnung tragen soll. Vielmehr ist dann mit Anleinpflicht die "kurze" Leine gemeint.

Ich hoffe, Ihnen hiermit vorab geholfen zu haben und stehe für Rückfragen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Klein





Rechtsanwalt Thomas Klein
Fachanwalt für Familienrecht, Fachanwalt für Verkehrsrecht, Fachanwalt für Steuerrecht

Bewertung des Fragestellers 31.05.2021 | 11:46

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