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Hund von anderem Hund gebissen


25.02.2007 23:05 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Mein Junghund (Rüde, Alter 10 1/2 Monate) wurde von einem Schäferhund Rüden gebissen und musste vom Tierarzt an zwei Wunden genäht werden. Die Halterin des Schäferhundes will den Schaden nicht übernehmen mit der Begründung, mein Hund sei nicht angeleint gewesen - ihrer war es auch nicht - und ich sei zu weit weg gewesen, um auf meinen Hund Enfluss zu nehmen, also ihn zurück zu halten.
Der Vorfall ereignete sich an einer unübersichtlichen Wegstelle, an der sich die freilaufenden Hunde unvermittelt gegenüberstanden.

Zum Hergang:
Vor dem Zwischenfall spielte mein Hund einige Minuten mit einer ihm vertrauten Hündin auf einer Wiese. Von dieser Wiese führt ein Hohlweg ab, der etwa drei Meter tiefer liegt als der umliegende Bereich (Felder), der vom Hohlweg aus auch nicht eingesehen werden kann.
Als ich kurze Zeit später den Nachhauseweg durch diesen Hohlweg antrat, war die andere Hundehalterin kurz vor mir mit ihrer Hündin durch diesen Hohlweg weggegangen. Mein Hund lief hinter seiner Spielkameradin her und ignorierte mein Kommando, das ihn zurückhalten sollte.
Der Hohlweg ist etwa 200 Meter lang und macht in der Mitte einen leichten Knick, so dass er nicht über die volle Länge einsehbar ist.
Mein Hund holte die andere Hündin ein - für mich nicht mehr sichtbar, weil sie hinter dem Knick waren.

Den übrigen Hergang kenne ich nur aus der Schilderung der anderen Hundehalterin:
Die beiden Hunde setzten ihr Spiel fort und sie stürmten im Hohlweg weiter und den kurzen Anstieg am Ende des Hohlwegs hinauf. Dort öffnet sich der Weg zu einer von Hecken begrenzten Wiese. Ein zweiter Weg mündet hier in diese Wiese ein.
Von diesem zweiten Weg aus war unmittelbar vorher eine andere Hundehalterin mit ihren zwei Schäferhunden (eine Hündin, ca. 1 Jahr, und ein älterer Rüde) gekommen und befand sich auf der Weise. An dieser Stelle, wo die zwei Wege, die gegenseitig nicht einsehbar sind, trafen die vier Hunde unvermittelt aufeinander und es kam sofort zu einer Auseinandersetzung zwischen den beiden Rüden, in deren Verlauf der Schäferhundrüde meinem Rüden zwei Bissverletzungen zugefügt hat.
Als mein Hund sich vom Biss des Schäferhundes, der ihn gepackt hatte, losreißen konnte, floh er und wurde vom Schäferhund noch etwa zwei hundert Meter verfolgt.

Meine Frage:
Habe ich einen Anspruch auf Erstattung der Tierarztkosten durch die Halterin der beiden Schäferhunde auch in diesem Fall, wenn mein Hund im Spiel mit einem anderen Hund für kurze Zeit aus meinem unmittelbaren Einwirkungsbereich geraten ist?

Spielt bei der Entscheidung dieser Frage der mutmaßliche Charakter und die altersbedingte Entwicklungsstufe der beiden Rüden eine Rolle (d.h. verspielter Junghund und ausgewachsener Hund?

Ist es angezeigt, über den Vorfall das städtische Ordnungsamt zu informieren, weil von dem Schäferhund möglicherweise eine Gefährdung ausgeht? Mittlerweile weiß ich von anderen Hundebesitzern, dass der Schäferhundrüde auch schon andere Hunde attackiert hat und die Halterin nach ihrer eigenen Aussage immer tunlichst die Begegnung mit anderen Hunden vermeidet, weil ihr Rüde "keine anderen Hunde mag." "Er mag nicht spielen."!
25.02.2007 | 23:24

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage beantworte ich unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes wie folgt.

Grundsätzlich haben Sie sicherlich einen Anspruch auf Erstattung der Ihnen entstandenen Tierarztkosten. Dieser begründet sich aus der Tierhalterhaftung des § 833 BGB. Da die Norm grundsätzlich einen Anspruch aus Gefährdungshaftung begründet, kommt es auf ein ursächliches Verschulden des Tierhalters nicht an. Voraussetzung ist lediglich, dass das Tier einen Körper- oder Sachschaden verursacht hat.

Ein Sachschaden (ich weiss, für einen Tierliebhaber schwer verständlich, aber Tiere werden im BGB wie Sachen behandelt) liegt unzweifelhaft durch die Verletzung Ihres Hundes vor. Mithin ist dieser dem Grunde nach erstattungsfähig.

Die Halterin geht also dahingehend fehl, dass Sie keinerlei Anspruch auf Schadensersatz haben. Es ist jedoch anzunehmen, dass Ihnen aufgrund der eigenen Entfernung zu Ihrem Tier zumindest eine Mithaftung anzulasten ist. Dieser hebt jedoch Ihren Anspruch nicht auf, sondern mindert Ihn lediglich quotal gem. § 254 BGB. Aufgrund Ihrer Schilderung (junger verspielter Rüde contra als aggressiv bekannte Schäferhunde) gehe ich jedoch von einer nicht allzu großen Quote zu Ihren Lasten aus. Mehr als 20% dürfte in diesem Fall, grob geschätzt, nicht angezeigt sein.

Das Hauptproblem liegt in Ihrem Fall bei der Beweislast. Sie sind voll darlegungs- und bewiesbelastet, dass die Bisswunden von den Hunden der Gegnerin stammen. Bestreitet sie, an dem fraglichen Tag überhaupt dagewesen zu sein, oder verneint sie eine Attacke, dann müssten Sie vollumfänglich beweisen, wie es zu dem Schaden gekommen ist. Haben Sie keine Zeugen, sieht es für eine erfolgreiche Anspruchserhebung bedauerlicherweise eher schlecht aus.

Ob Sie dem Ordnungsamt einen Hinweis auf die Hunde geben, steht in Ihrem persönlichen Ermessen. Wenn die Hunde tatsächlich als eher aggressiv bekannt sind, sollte dieser Schritt evtl. erwogen werden, um zukünftige Attacken zu vermeiden.

Ihnen ist also anzuraten, Ihre Ansprüche neuerlich gegenüber der Halterin anzumelden. Dies ggf. mit anwaltlichem Beistand. Meine Kanzlei steht Ihnen hierfür gerne zur Verfügung. Die Kosten hierfür würden, im Falle des Obsiegens, der Gegenseite zur Last fallen. Dies gilt übrigens auch für die Kosten dieser Onlineberatung.

Ich hoffe Ihre Frage zufriedenstellend beantwortet zu haben und stehe im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion gerne für Ergänzungen sowie für die weitere Interessenwahrnehmung gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Marc N. Wandt
Rechtsanwalt


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