Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
503.923
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Hund verboten, obwohl andere Hunde im Haus wohnen

| 03.08.2018 20:03 |
Preis: 53,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking


Guten Tag! Der Fall ist folgender: wir leben in einem Mehrfamilienhaus mit insgesamt 17 Parteien, die alle dem selben Vermieter gehören. Aufgrund dessen, dass bereits 2 weitere Hunde im gleichen Haus wohnen, wollten wir uns nun auch einen anschaffen. Es soll ein Labrador-Mix-Welpe werden.
Auf die Anfrage reagierte der Vermieter erzürnt und verbietete uns die Anschaffung des Hundes, da „Welpen alles vollkoten und zerstören würden" (was bei richtiger Erziehung und ausreichender Konsequenz nicht zutreffend ist).
Im Mietvertrag steht hierzu folgendes:

„Die Haltung eines sonstigen Haustieres, insbesondere einer Katze oder eines Hundes ist nur mit vorheriger Zustimmung des Vermieters zulässig. Sie wird nur für den Einzelfall erteilt und kann bei Vorliegen eines wichtigen Grundes widerrufen werden. Ein wichtiger Grund liegt insbesondere vor, wenn Dritte durch die Tierhaltung beeinträchtigt werden."

Als Ultimatum stellte uns nun der Vermieter, dass wir sobald der Hund einziehen würde, unverzüglich die Wohnung zu räumen haben, die Miete allerdings noch 3 weitere Monate zu zahlen hätten.
Nun zu meiner Frage: ist es rechtens, dass der Vermieter uns den Hund verbieten darf, obwohl zwei andere Hunde bereits mit im Haus wohnen, wovon einer ebenfalls ein Labrador ist. Und wenn ja: darf er uns fristlos rauschmeißen, sollten wir uns den Hund dennoch anschaffen?

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Auch im Mietrecht ist der Grundsatz der Gleichbehandlung zu beachten. Eine Verweigerung der Hundehaltung ist daher nicht zulässig, wenn schon andere Mieter im Haus mit Zustimmung des Vermieters Tiere gleicher Art halten (vgl. z.B. Landgericht Berlin, Urteil vom 18.10.1985 - Aktenzeichen 64 S 234/85; Amtsgericht Leonberg, Urteil vom 07.01.1997 - Aktenzeichen 5 C 836/96).

Wenn also in vergleichbarer Situation (ähnliche Hunderasse und -größe, vergleichbare Wohnungsgröße) einem anderen Mieter die Zustimmung zur Hundehaltung erteilt wurde, darf der Vermieter Ihnen die Zustimmung nicht ohne triftigen Grund verweigern. Die vom Vermieter genannten Gründe treffen nach Ihrer Schilderung nicht zu, sodass er sich hierauf nicht berufen kann.

Eine Tierhaltung ohne Zustimmung des Vermieters ist allerdings vertragswidrig und kann sowohl eine ordentliche als auch eine außerordentliche Kündigung zur Folge haben. Bei letztgenannter müssten Sie tatsächlich nach angemessener Räumungsfrist ausziehen und schulden dem Vermieter ggf. noch mehrere Monatsmieten Schadensersatz, bis er die Wohnung weitervermieten kann.
Diese Kündigung wäre allerdings nur wirksam, wenn Sie tatsächlich keinen Anspruch auf die Zustimmung haben, was aufgrund des oben Gesagten aber zweifelhaft ist. Dennoch halte ich eine Anschaffung gegen den ausdrücklichen Willen des Vermieters für riskant. Sie sollten zunächst den Vermieter auf den Gleichbehandlungsgrundsatz hinweisen, seine Argumente bezüglich der behaupteten Beschädigungen durch einen Welpen widerlegen und die Zustimmung einfordern, falls nötig auch mit Hilfe eines Anwalts oder eines Gerichts, bevor Sie sich einen Hund zulegen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 03.08.2018 | 22:59

Erst einmal vielen Dank für Ihre Antwort! Das klingt ja schonmal vielversprechend.
Die Ablehnung des Hundes seitens des Vermieters lief bis jetzt nur auf mündlicher Ebene. Macht es daher Sinn einen Schrieb aufzustellen und die von Ihnen genannten Argumente auf diesem Weg aufzuzeigen? Muss der Vermieter darauf antworten? Was wenn dieser die Situation bis zum 01.09. aussitzt (der Tag an dem der Welpe kommen soll)

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.08.2018 | 06:52

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Es ist auf jeden Fall sinnvoll, schriftlich um Zustimmung zu bitten und dabei die Argumente aufzuzeigen. Setzen Sie dem Vermieter in dem Schreiben eine Frist von 14 Tagen zur Zustimmung. Lehnt er ab oder antwortet er gar nicht, können Sie einen Anwalt zur Durchsetzung des Anspruchs einschalten. Auch eine Klage auf Zustimmung ist denkbar.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 04.08.2018 | 08:55

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt: