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Hund in Quarantäne


25.01.2018 15:04 |
Preis: 39,00 € |

Tierrecht, Tierkaufrecht


Beantwortet von



Guten Tag,

meine Schwester hat am 10.01.18 über ebay Kleinanzeigen ein Chihuahua im Alter von 11 Wochen gekauft.
Unterlagen und ein Impfpass wurden mitgegeben.
Da der Chihuahua noch jünger als 12 Wochen war, lag keine Tollwutimpfung vor.
Beim tierarztbesuch wurden gebeten uns beim Veterinäramt zu melden.
Beim Veterinäramt wurde unser Hund uns wegnommen und soll nun für 3 Monate + 21 Tage in Quarantäne bleiben und das obwohl keine Anzeichen einer Tollwut zu erkennen sind.
Da das Hund in der Prägungsphase und aktuell isoliert und abgeschottet ist, ist dies für uns kaum zu ertragen.
Daher haben wir dem Amtsleiter des Veterinärmats, dem Dezernatsleiter und dem Landrat eine E-Mail geschrieben, mit der Bitte einer Haus-Quarantäne. Wir haben garantiert, alle Auflagen diesbezüglich zu erfüllen.
Da eine Antwort ausblieb, haben wir angerufen und dabei vom Amtsleiter erfahren, dass sie sich siher sind, dass keine Tollwut Erkrankung vorliegt, dennoch die Richtlinien eingehalten werden müssen.

Bei einer Untersuchung des Hundes im Tierheim stellte die Tierärztin fest, das keinerlei anzeichen vorliegen und hat zudem kritisiert, dass das Veterinärmat keinen Bericht zu diesem Fall erstellt hat.

Laut Aussagen vom Tierheim, Veterinäramt und auch Tierärztin liegt kein Verdacht vor, jedoch müssen wir die Qual über uns und unserem Hund ergehen lassen, weil keiner die Haus-Quarantäne uns gewähren möchte.

Welche Schritte können wir gehen um rechtlich einen Anspruch auf Haus-Quarantäne zu haben oder welchen Rat können Sie uns geben, um unseren Hund da raus zu bekommen?

Der Hund hat einen Chip mit einer Nummer welches keinem Land zuordenbar ist, jedoch einen türkisch- sprachigen Impfpass!
Gegen die Verkäufer wird ermittelt, soll aber nicht Gegenstand dieses Schreibens sein, da unser Fokus darin liegt, unseren Hund wieder zu bekommen.
Dabei möchten wir Ihn nicht frei herum laufen lassen, sondern möchten eine Haus-Quarantäne.

Mit freundlciehn Grüßen.
25.01.2018 | 17:03

Antwort

von


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Sehr geehrte Fragesteller,

Sie sollten zu aller erst schnellstmöglich den Impfpass übersetzen lassen. Falls Sie eine Empfehlung für ein Übersetzungsbüro haben möchten, kann ich Ihnen eines aussprechen.
Mit dieser Übersetzung sollte ein einstweiliger Antrag bei den Behörden gestellt werden auf Herausgabe des Hundes zur Heim-Quarantäne unter Vorlage des (übersetzten) Impfausweises und der Erklärung, dass auch nach dem Veterinäramt keinerlei Anzeichen für eine Erkrankung vorliegen. Auch sollte eine schriftliche Erklärung von einem Veterinärmediziner eingeholt werden, dass eine derartige Isolation für den Hund massiv gesundheitsschädlich ist. Damit wären dann alle Voraussetzungen für eine eilige Entscheidung gegeben, die auch nur positiv zu beurteilen ist.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall Hilfe brauchen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung, da unsere Kanzlei auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist, ohne dass Ihnen dadurch Mehrkosten entstehen. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung angerechnet werden.

Mit freundlichen Grüßen


Hoffmeyer, LL.M.
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 25.01.2018 | 21:53

Sehr geehrter Herr Hoffmeyer,

vielen Dank für die Antwort.
Sie schreiben das die Unterlagen an die Behörde eingereicht werden sollen, das Veterinäramt möchte unseren Hund obwohl kein Verdacht vorliegt dennoch definitiv für mindestens 3 Monate im Tierheim haben.
An welche Behörde bzw. welches Amt können wir sonst noch die Unterlagen zuschicken?

Ein tierärztliches Schreiben lassen wir sofort aufsetzen.
Wie hoch schätzen Sie die Chance, dennoch eine Heim Quarantäne durchzubekommen? Laut Gesetz ist das Veterinäramt ja nicht gezwungen dazu eine Heim Quarantäne zu verordnen sondern kann uns die quarantäne im Tierheim aufzwingen.
Mit welchen Argumenten basierend an Gesetzesbüchern kommen wir jedoch weiter?

MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.01.2018 | 21:59

Sehr geehrte Fragestellerin,

das Gesetz endet immer dort, wo es nicht mehr mit dem Tierwohl vereinbar ist (20a GG). Die Quarantäne ist daher eine Ermessensentscheidung. Sollten allerdings Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass es dem Tierwohl zuwider läuft und auch keine öffentliche Gefahr darstellt, darf die Quarantäne nicht angeordnet werden. Laut Ihren Aussagen, konnte das Veterinäramt bislang keine Gefahr feststellen. Aus dem Grund sehe ich die Chancen gut, dass die Kantine auch vorzeitig aufgehoben werden kann. Unterstützt werden sollte dieses mit einem tierärztlichen Gutachten und der Übersetzung des Impfpasses.
Das Veterinäramt ist im Verwaltungsrecht der erste Ansprechpartner. Sollte dieses negativ entscheiden, müsste das Verwaltungsgericht angerufen werden.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall weitere rechtliche Hilfe brauchen sollten, schreiben Sie mich bitte direkt per E-Mail an, da diese Plattform nur eine einmalige Nachfrage erlaubt, ich Ihnen aber auch weiterhin bei kostenfreien Nachfragen zur Verfügung stehen möchte und unsere Kanzlei auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist, ohne dass Ihnen dadurch Mehrkosten entstehen. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung angerechnet werden.

Über eine ggf. positive Bewertung würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen


Hoffmeyer, LL.M.
Rechtsanwalt


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