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Hund gebissen - Arztrechnung?


25.08.2006 03:42 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz



Guten Abend!

Gestern nachmittag gegen 17 Uhr wurde unser Hund auf einem Hundeauslaufgebiet (was m.E. eigens dafür da ist, Hunde ohne Leine laufen zu lassen) von einem anderen Hund vor Zeugen so unglücklich ins Ohr gebissen, dass eine Vene getroffen wurde und die Blutung nicht mehr zu stoppen war. Der Besitzer dieses Hundes gab uns seine Telefonnummer und erklärte sich sofort bereit, die Tierarztrechnung (i.H.v. 36,26 €)zu übernehmen. Die Tierärztin hat die Wunde geklammert und die Ohren des Hundes zusammengebunden.

Gegen 23.30 verlor der Hund beim Versuch die Ohren wieder freizubekommen, den provisorischen Verband und die Wunde fing erneut so heftig an zu bluten, dass wir die mobile Tierrettung rufen mussten, die uns 164,24 € in Rechnung stellte. Dabei wurde die Tapete im Flur durch Blutspritzer stark verunreinigt. Gegen 5 Uhr morgens hatten wir das durch das Blut vollkommen verschmutzte Bad gereinigt, die Schäden wurden fotografisch vorher dokumentiert. Heute konnte der Hund den ganzen Tag nicht allein gelassen werden, da er dann versucht, den lästigen Verband loszuwerden, und die Blutung dann wieder beginnt. Morgen haben wir erneut einen Termin beim Tierarzt. Der Hund ist durch den Blutverlust so geschwächt, dass er nur noch lethargisch in der Ecke liegt.

Nun meine Frage: Wir wollten auch die zweite Rechnung als Folgekosten über den Besitzer des anderen Hundes abrechnen. Dieser erklärte uns jedoch, da die Hunde ohne Leine (s.o.) unterwegs waren, würde seine Haftpflichtversicherung nur 50 % des Schadens übernehmen und er folglich auch nicht mehr zahlen. Auch auf das Angebot, er solle uns die 150 € Selbstbeteiligung, die er nach eigenen Angaben ohnehin an die Versicherung zu zahlen hätte, direkt geben und im Gegenzug würden wir den entstandenden Zeitaufwand und die noch anstehenden Malerarbeiten "einfach vergessen", wollte er nicht eingehen.

Haben wir nun die Möglichkeit, auf Schadensersatz zu klagen? Sofern der Schaden über die Versicherung abgegolten werden sollte, würden wir natürlich auch die fachliche Renovierung des Flures und die Reinigung unserer Kleidung in Rechnung stellen. Ist er dann nicht verpflichtet, den vollen Betrag zu zahlen, auch wenn seine Versicherung das nicht deckt? Oder ist das dann unser Problem? Wenn sein Hund den ganzen Zeit-und Geldaufwand bei uns verursacht hat. Können wir auch für die Zeit, die uns das insgesamt gekostet hat, in irgend einer Form entschädigt werden?

Ich hoffe sehr, dass Sie, was unsere Erfolgsaussichten bei einer Klage angeht, vielleicht etwas Licht in das Dunkel bringen können und bedanke mich im Vorraus recht herzlich!


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Sehr geehrter Fragesteller,
die von Ihnen gestellten Frage beantworte ich wie folgt:

Die hälftige Haftung dürfte in dem vorliegenden Fall nicht zu beantstanden sein. Dieses ist unabhängig davon, welcher Hund welchem Hund etwas getan hat. Gem. § 833 BGB ist die Tierhalterhaftung als Gefährdungshaftung ausgestaltet. Dieses bedeutet, dass Sie als Eigentümer eines sogenannten Luxustiers für alle Schäden einzustehen haben, welche durch das Tier verursacht werden. Treffen zwei Hunde aufeinander, kommt es folgerichtig daher zu eine hälftigen Teilung, da beide für ihre Tiere einstehen müssen. Hierbei ist es unerheblich, ob ein Tier gut oder schlechter erzogen war. Schon allein der Umstand, dass der andere Hund zu Ihrem Hund gekommen ist, weil es halt ein Hund ist, führt zu der hälftigen Teilung. Ausnahmen wird man hier nur in Extremfällen zulassen können.

Ein weiteres Problem stellt sich jedoch auch in der Frage, inwiefern die Schäden, welche durch die Entfernung des Verbandes später entstanden sind, noch dem ersten Ereignis zuzurechnen sind. Zwar wären die Schäden nicht entstanden, wenn die erste Verletzung nicht erfolgt wäre. Jedoch sind nach dem Ereignis zahlreiche weitere Umstände hinzugetreten (falscher oder nicht hinreichend fester Verband, Verletzung einer Aufsichtspflicht?), welche den adäquate Zurechnung zu dem ersten Ereignis zumindest schwierig werden lassen. Hier ist auch der § 254 BGB zu beachten.

Im Ergebnis würde ich daher anraten, zunächst alle Schäden bei dem Gegner, bzw. der gegnerischen Versicherung zur Hälfte geltend zu machen (zum Beispiel durch Darlegung der Schäden durch Kostenvoranschläge). Sollte die Versicherung die Hälfe aller Schäden regulieren, dürfte das nach meiner Auffassung alles sein, was Ihnen als Schadensersatz zusteht. Sollten die Folgeschäden ab der ersten tierärztlichen Behandlung nicht getragen wären, würde ich überlegen, Klage zu erheben, wobei sich die Chancen schwer bewerten lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Pilgermann, Rechtsanwalt
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