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Hund beisst Katze - Katze mitschuldig ?

| 21.10.2009 18:32 |
Preis: ***,00 € |

Tierrecht, Tierkaufrecht


Ich habe zwei Hunde, kam mit diesen freilaufendend (erlaubt) vom Spaziergang zurück und eine Katze kreuzte unseren Weg. Einer der Hunde sprang hinterher und erwischte die Katze am Hinterlauf. Die Katze wurde dem Tierarzt vorgestellt und musste operiert werden (Luxation Hüftgelenk). Die Katze verstarb an den Folgen der Operation, die primäre Verletzung durch den Biss hat nicht zum Tode geführt. Meine Hundehaftpflicht bietet jetzt, angegeblich ohne Rechtsverpflichtung, die Zahlung von 50% der Tierarztkosten (ca. 1.200 EUR), da die Katze selbst durch den Freilauf eine Tiergefahr darstelle (Gefährdungshaftung). Ich war der Meinung, mein Hund wäre Schuld und ich, bzw. die Versicherung müsste die Kosten tragen. Das ältere Ehepaar, dem die Katze gehört, ist kaum in der Lage, die restlichen Kosten von 600 EUR zu tragen, ich würde diese wahrscheinlich übernehmen (müssen) - auch aus moralischer Sicht. Meine Fragen:
1. Ist eine Mithaftung der Katze, bzw. deren Besitzer zu 50% tatsächlich angemessen, obwohl die Katze keinen Angriff provoziert hat (außer man betrachtet das normale Laufen als Provokation)?
2. Sind ggfs. schon Urteile bekannt, auf die man sich berufen könnte?
3. (ironisch - nicht zu beantworten) Welche Mitschuld bekommen freilaufende Fußgänger, Radfahrer, Postboten oder Kinder?

Nochmal zur Klarstellung, ich hätte gerne, dass die Versicherung nach Möglichkeit 100% übernimmt, es geht nicht darum meine Schuld zu reduzieren. Ich habe die Hundehaftpflicht mit der Absicht abgeschlossen, im Schadensfall (wie jetzt) den verursachten Schaden abgesichert zu haben.

Sehr geehrter Fragesteller,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen zu erhalten.

Durch Hinzufügen oder Weglassen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Aufgrund Ihrer Angaben beantworte ich die Frage wie folgt.

Die Tierhalterhaftung basiert auf § 833 BGB. Es handelt sich hierbei um eine Gefährdungshaftung.
Das bedeutet, dass Sie als Tierhalter zunächst verschuldensunabhängig für den Schaden, den die Katze erlitten hat, haften.

Allerdings entspricht es der gängigen Rechtsprechung, dass die von dem angegriffenen Tier ausgehende Tiergefahr im Rahmen eines Mitverschuldens nach § 254 BGB anzurechnen ist (vgl. z.B. OLG Köln, NJW-RR 03, 884).

Einen Mitverschuldensanteil muss sich der Tierhalter des angegriffenen Tieres also auch anrechnen lassen, wenn zwei Tiere von verschiedenen Haltern in den Vorfall verwickelt sind und nur ein Tier verletzt wird (BGH NJW 76, 2130; OLG Düsseldorf NJW-RR 99, 1256).

Dass Ihre Haftpflichtversicherung der Katze einen Mitverschuldensanteil zurechnet, ist also zunächst nicht zu beanstanden und entspricht der ständigen Rechtsprechung.

Eine hundertprozentige Haftung Ihrerseits scheidet damit aus.

Die Höhe der Ersatzpflicht bestimmt sich dabei nach dem Gewicht, mit dem die Tiergefahr beider Tiere im Verhältnis zueinander wirksam geworden ist (BGH NJW 85, 2416).

Im Einzelfall kann es dabei auch sein, dass die Tiergefahr des einen Tieres ganz hinter der des anderen zurücktritt (OLG Hamm, NJW-RR 95, 599; OLG Stuttgart, NJW-RR 03, 242).

Dies ist jedoch nur in ganz vereinzelten Fällen anzunehmen und in Ihrem Fall sicherlich nicht anzunehmen.

Aufgrund der Tatsache, dass vorliegend die Katze Ihren Weg kreuzte und damit offenbar frei umherlief, hat sich deren Tiergefahr in jedem Fall verwirklicht.

Darauf, dass die Katze keinen Angriff provoziert hat, kommt es insofern nicht an.

Ein Ansatzpunkt wäre vorliegend allenfalls noch die Höhe des Mithaftungseinwands von 50 %.

Da jeder Fall mit all seinen konkreten Umständen und Fakten einer gesonderten Beurteilung unterliegt, kann zu diesem konkreten Fall nicht auf konkrete Urteile zurückgegriffen werden.

Die Annahme von 50 % erscheint mir aber doch eher hoch gegriffen (ggf. bewusst, um hier noch über einen gewissen Verhandlungsspielraum zu verfügen).

ME. wäre hier ein Anteil von 25 % - 30 % als eher angemessen zu beurteilen.

Die Besitzer der Katze sollten hier entsprechend noch einmal versuchen, mit der Versicherung zu verhandeln und den angesetzten Anteil von 50 % zu reduzieren.

Eine letztendliche Beurteilung der Höhe des Mithaftungsanteils ist aber nur bei Kenntnis aller dem Fall zugrunde liegenden Umstände möglich, da hier etliche Faktoren eine Rolle spielen (u.a. in Bezug darauf, wie sich der Vorfall konkret ereignet hat).


Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort einen ersten hilfreichen Überblick verschafft zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen


Monika Mack
Rechtsanwältin










Bewertung des Fragestellers 21.10.2009 | 22:57

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