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Hund beisst Hund


19.11.2006 10:26 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz



Folgender Sachverhalt:

Meine Freundin ging mit unserem Hund (kleiner Jack Russell Terrier) spazieren und traf eine bekannte Hundehalterin mit Ihrem Hund, da beide Hunde gerne miteinander spielen, wurden sie von der Leine gelassen. Plötzlich tauchte eine Frau mit ihrem Rottweiler auf, darauf hin lief unser Hund zu Ihm und verbellte ihn, da er schon mal von diesem gebissen wurde. Der Rottweiler der völlig überforderten Frau (Sie konnte Ihren Hund nicht zurückhalten) fiel über unseren Hund her und verletzte ihn schwer.

Es ist anzumerken, das besagte Hundehalterin mit diesem Tier in keinster Weise zurechtkommt, der Rottweiler hat bereits in vier Fällen (die mir bekannt sind) andere Hunde verletzt, davon zwei sehr schwer, es wurde mir berichtet, das die Dame - wenn andere Hunde in der nähe sind- die Leine um einen Baum wickeln muss um den Hund überhaupt halten zu können, bei solch einer Aktion riss die Leine und der Rottweiler biss wieder einen Hund. Mittlerweile hat der halbe Ort angst in besagtem Gebiet Spazieren zu gehen, darauf angesprochen gab die Hundehalterin zur Antwort: ihr Hund sei nicht Schuld, da er ja angeleint gewesen sei und im übrigen nur Rüden beißen würde.

Nun meine Frage:
kann ich die Tierarztkosten anteilig geltend machen und besteht für diesen auffälligen Hund Maulkorbpflicht. PS: Wir leben im Saarland.

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Sehr geehrter Ratsuchender,

1.
Nach Ihrer Sachverhaltsschilderung haben Sie gegen die Halterin des Rottweilers einen Schadensersatzanspruch aus § 833 Satz 1 BGB. Diese Vorschrift begründet eine Gefährdungshaftung des Tierhalters, bei der ein Verschulden nicht erforderlich ist. Ein Entlastungsbeweis ist nur bei Schadensverursachung durch ein Nutztier möglich, § 833 Satz 2 BGB.
Der erforderliche Zurechnungszusammenhang zwischen dem Verhalten des Rottweilers mit dem Schadenseintritt bei Ihrem Hund ist gegeben.

Allerdings werden Sie sich hier wohl eine Mitwirkung an der Schadensverursachung gemäß § 254 BGB zurechnen lassen müssen, da auch Sie Ihren kleinen Terrier nicht zurückgehalten haben und dieser den Rottweiler anscheinend gereizt hat. Hierbei ist aber auch die vom jeweils eigenen Tier ausgehende potentielle Gefahr zu berücksichtigen, so dass hier jedenfalls ein überwiegende Verursachung durch den Rottweiler anzunehmen sein wird.

Nachdem Ihnen auch eine Zeugin für den Vorfall zur Verfügung steht, werden Sie Ihren Anspruch auch durchsetzen können. Die Halterin des Rottweilers hat sich nach meiner groben Einschätzung an den Tierarztkosten mindestens zur Hälfte zu beteiligen.

2.
Nach der Polizeiverordnung über den Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Hunden im Saarland in der Fassung vom 09.12.2003 besteht keine generelle Maulkorb- und Leinenpflicht für Rottweiler, da diese Hunderasse nicht in dem dortigen Katalog der als generell gefährlich eingestuften Hunderassen aufgeführt ist.
Dennoch ist ein ständiger Maulkorb- und Leinenzwang außerhalb befriedeter Besitztümer im Einzelfall vorgesehen, wenn sich Hunde „in der Vergangenheit als bissig erwiesen haben oder auf Angrifflust und Schärfe gezüchtet oder ausgebildet worden sind“.
Außerdem ist das Halten eines solchen Hundes dann nur noch nur mit einer besonderen Erlaubnis möglich, für dessen Erlangung die Halterin einen Zuverlässigkeits- und Sachkundenachweis erbringen muss.

Nachdem der Rottweiler bereits mehrfach auffällig geworden ist und eine weitere Gefährdung anderer Hunde oder auch Kinder nicht auszuschließen ist, sollten Sie nicht davor zurückschrecken, die Behörden entsprechend zu informieren.


Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben.

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

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