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Hotelbuchung über Buchungsportal, 100%ige Stornierungsgebühr


07.06.2018 16:30 |
Preis: 25,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von


18:02

Sehr geehrte Damen und Herren,

es wurde über ein Vermittlungsportal ein Hotelaufenthalt (Übernachtung inkl. Frühstück) gebucht, der nun leider nicht angetreten werden kann.
Es sind noch 35 Tage bis zur geplanten Abreise. Das Hotel selbst räumt in seinen AGB eine kostenfreie Umbuchung oder Stornierung bis 2 Tage vor Abreise ein. Die Vermittlungsagentur weigert sich jedoch, eine Umbuchung oder Stornierung durchzuführen und beharrt darauf, dass eine 100%ige Stornierungsgebühr fällig wäre.
In den AGB dieser Vermittlungsagentur steht jedoch folgendes: "Die durch eine Stornierung entstehenden Kosten ergeben sich aus den AGB des Leistungsträgers, auf die xxx keinen Einfluss hat."
(xxx ist besagte Vermittlungsagentur)

Allerdings heißt es dort weiterhin: "Für Sales auf der Website gelten in der Regel die folgenden Änderungs- und Stornierungsbeschränkungen der Leistungsträger:
Bei Hotel- und Flugbuchungen gilt, dass Buchungen grundsätzlich nicht stornierbar sind, es sei denn, etwas anderes ist in der Beschreibung eines Sale ausdrücklich angegeben."

Ob es sich um einen solchen "Sale" handelt, ist und war zum Zeitpunkt der Buchung für mich leider nicht ersichtlich.
Dennoch wird hier ja lediglich eine Stornierung ausgeschlossen und nicht eine Umbuchung. Diese sollte also in jedem Fall möglich sein, wenn ich das richtig verstehe.
Außerdem heißt es ja "Hotel- UND Flugbuchung" und nicht "oder". Vielleicht ist das ja in meinem Fall auch relevant, da es eben nur eine Hotelbuchung ist und nicht beides...

Wie ist der Sachverhalt zu bewerten?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort!
07.06.2018 | 17:05

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ich beantworte Ihre Frage auf Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben. Bitte beachten Sie, dass schon geringe Abweichungen im Sachverhalt zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen können.

Stornierungsgebühren sind nach einem Urteil des BGH generell unwirksam. An ihre Stelle in den AGB tritt allerdings die gesetzliche Schadensersatz Regelung. Das heißt, dass der Hotelier den vollen Reisepreis abzüglich der ersparten Aufwendungen von Ihnen verlangen kann. Dies bedeutet zunächst dass die Kosten für Verpflegung abzuziehen sind. Außerdem müsste der Hotelier nachweisen dass es ihm gerade auf Grund der Stornierung nicht möglich war das Zimmer weiter zu vermieten. Bei einer frühzeitigen Vermietung von 35 Tagen vor Reiseantritt dürfte diese Beweisführung ausgeschlossen sein. Vor Gericht hätten sie meines Erachtens gute Chancen keinerlei Stornierungsgebühren zahlen zu müssen.

Ich hoffe Ihre Frage umfassend beantwortet zu haben. Sollte dies nicht der Fall sein nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 07.06.2018 | 17:13

Sehr geehrter Herr Krueckemeyer,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort!

Das Problem liegt leider nicht beim Hotel selbst, sondern beim Vermittler der Reise, der sich weigert, eine Umbuchung oder Stornierung vorzunehmen.
Das Hotel selbst räumt ja die Möglichkeit einer Umbuchung/Stornierung bis 2 Tage vor Anreise ein.
Die Frage ist nun, welche AGB nun gelten. Bzw. in den AGB des Vermittlers wird ja einerseits auf die Bedingungen des "Leistungsträgers" verwiesen, andererseits aber generell eine Umbuchung/Stornierung ausgeschlossen (bei "Sale" Angeboten/ Pauschalreisen??)
So ganz werde ich daraus leider nicht schlau.

Was gilt nun und was ist rechtlich korrekt?
Kann der Vermittler sich einfach weigern, eine Umbuchung oder Stornierung vorzunehmen, wenn der Leistungsträger dieser Möglichkeit aber explizit einräumt?
Die Zahlung wurde leider bereits per Vorkasse getätigt und die Kosten belaufen sich auf 1200€(!!) :-(

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.06.2018 | 18:02

Sehr geehrte Fragesteller,

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Tatsächlich gelten bei Pauschalreisen leicht andere Regelungen. Allerdings ist auch hier ganz klar, dass pauschal lediglich 20 % des Reisepreises als Stornierungsgebühren einbehalten werden dürfen (wenn mindestens 30 Tage vor Reiseantritt die Stornierung ausgesprochen wird).

Sie müssen nur mit Ihrem Vertragspartner verhandeln. Wenn dieser schlechtere Bedingungen mit dem eigentlichen Dienstleister ausgehandelt hat, geht dies nicht zu Ihren Lasten.

Gerne werde ich Sie in Ihrem weiteren Vorgehen unterstützen falls Sie sich für eine anwaltliche Vertretung entscheiden. Keinesfalls würde ich die Stornierungsbedingungen akzeptieren.

Ich hoffe, Ihre Nachfrage beantwortet zu haben. Sollten weitere Fragen bestehen, können Sie mich gerne via E-Mail kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt


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