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Hotel verweigert Beherbergung - Wer erstattet Kosten?

| 25.10.2010 08:14 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Guido Matthes


Vor einigen Monaten habe ich in einem kleinen Dorf in Bayern ein Hotel (Hotel E...) gebucht, da ich in der Nähe zu einer Veranstaltung eingeladen war.

Die Buchung erfolgte über HRS als "garantierte Reservierung", ich habe also meine Kreditkartendaten angegeben um das Zimmer auch nach 18 Uhr noch garantiert zu haben.

Beim Eintreffen mit dem Taxi im Hotel gegen 16 Uhr war niemand dort. Die Hotelrufnummer des Hotels E... war anscheinend auf ein Handy umgeschaltet, man beschied mir telefonisch, meine Reservierung läge nicht vor, man fühle sich an nichts gebunden, und alles weitere wäre mein Problem. Ich solle doch bleiben wo ich wolle. Man sehe es auch nicht ein, nur meinetwegen jetzt zum Hotel E... zu kommen. Auf meine Frage, wer eventuelle Mehrkosten trage, wurde grußlos aufgelegt.

Zur besagten Zeit war das Hotel abgeschlossen und anscheinend keine Gäste da. Mein Verdacht war, dass man das Hotel nur wegen einer Buchung nicht "in Betrieb nehmen" wollte.

Ich habe daraufhin HRS kontaktiert, den Sachverhalt geschildert, und man reservierte ersatzweise für mich ein anderes Hotel in ca. 17 km Entfernung zum gleichen Preis, wohl aber ohne Frühstück.

Kommentar HRS dazu auf der Umbuchung:
"Ihre Absprache mit HRS
Sehr geehrter Herr x, wir bestätigen die Ausquartierung in das y-Hotel. Die Belege für die Ihnen
entstandenen Mehrkosten senden Sie bitte an uns. Wir werden uns umgehend darum kümmern, dass Ihnen das
Hotel E... den Betrag erstattet. Wir bitten die Unannehmlichkeiten vielmals zu entschuldigen. Mit freundlichen
Grüßen Ihr HRS-Team"

Wegen meines schweren Gepäcks und dem inzwischen drängenden Termin nahm ich (wie auch vorher schon zum Hotel E...) ein Taxi zum Ersatzhotel und auch am nächsten Tag wieder von dort zurück zum Bahnhof (durch die Lage ist dies zu rechtfertigen).

Insgesamt sind mir Mehrkosten von ca. 80 € entstanden (Taxifahrten, Frühstück), die ich zunächst bei HRS und schließlich beim Hotel eingefordert habe. Auch HRS hat mehrfach vergeblich auf das Hotel eingewirkt, mir die Mehrkosten zu zahlen - ohne jeden Erfolg.

Nach mehreren verstrichenen Zahlungsfristen und vergleblichen Anrufen mit der Bitte um kurzfristige Zahlung der Kosten habe ich endgültig mit Einschreiben Rückschein dem Hotel E... angedroht, ein Mahnverfahren einzuleiten.

Daraufhin hat man mir durch einen Anwalt (!) einen Brief schreiben lassen, es wäre eine Frechheit, mit welcher Penetranz ich die Situation ausnützen wollte, es würde ein Hotel keine 300m weiter geben, wo ich hätte hingehen können, und man werde gerichtlich bewirken, dass ich die arme Hotelbesitzerin in Ruhe lasse...und das, wo ich extra (und um den Betrag nicht durch die Decke zu treiben) keine rechtliche Vertretung genutzt habe.

Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass mir irgendjemand meinen Schaden zu zahlen hat.

Zur Einordnung: Das Hotel E... hätte € 79,- / Nacht gekostet inkl. Frühstück.


Nun meine Fragen:
- An wen muss ich den Mahnbescheid richten? HRS oder das Hotel? An beide? Und warum?

- Wie schätzen Sie die Erfolgsaussichten im Widerspruchsfalle ein? Alle Belege liegen vor.

- Ich bin es leid, für 80€ (inzwischen mit dieser Anfrage und anderen Kosten ca. 110 €) mir so einen Stress zu machen. Was würde eine anwaltliche Vertretung hier ungefähr kosten? Muss das letztendlich dann das Hotel E... im Erfolgsfall zahlen?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre gestellte Frage beantworte ich wie folgt:

Der Betreiber des Hotels haftet im vorliegenden Fall, wenn er die Erfüllung des Beherbergungsvertrages pflichtwidrig verweigert hat. Darauf lässt Ihre Vermutung schließen, dass Sie der einzige Gast gewesen wären.

Der Vermittler haftet allerdings dann, wenn eine Pflichtwidrigkeit im Bereich des Vermittlungsvertrages vorliegen würde, z.B. die Buchung nicht rechtzeitig an das Hotel weitergegeben wurde. Darauf zielt offensichtlich die Verteidigung des Hoteliers mit "hier liegt keine Reservierung vor".

Sie sollten sich daher zunächst gegenüber dem Vermittler um eine Bestätigung bemühen, dass die Buchung ordnungsgemäß beim Hotel erfolgt ist. Liegt diese vor, ist der Hotelier in Anspruch zu nehmen.

Bei der Höhe Ihrer Ansprüche ist zu berücksichtigen, dass Sie tatsächlich zur Schadensminderung verpflichtet waren. Wenn in kürzester Entfernung ein gleichwertiges Hotel Ihnen ein freies Zimmer hätte bieten können, wären die Taxikosten vermeidbar gewesen. Insofern sind m.E. die Umstände vor Ort entscheidend, die ich nicht kenne und daher nicht weiter beurteilen kann.

Bezüglich der zu erwartenden Kosten verweise ich Sie auf einen Prozeßkostenrechner, z.B.

http://rvgflex.pentos.com/

um einen Anhaltspunkt zu bekommen. Falls Sie eine Vertretung durch mich wünschen, rechne ich den Einsatz für die Frage iHv. 20,- € an. Ein Anspruch auf Kostenerstattung besteht im Erfolgsfall, wenn sich der Anspruchsgegner bei der Beauftragung des Rechtsanwaltes bereits in Verzug befand.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten hilfreichen Überblick in der Sache verschafft zu haben. Ich weise darauf hin, dass die Beantwortung Ihrer Frage ausschließlich auf Grundlage Ihrer Schilderung erfolgt. Die Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Einschätzung, die eine persönliche und ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt in den seltensten Fällen ersetzen kann. Das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben kann möglicherweise zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Matthes
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 25.10.2010 | 09:37

Sehr geehrter Herr Matthes,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Zum Aspekt der Schadensminderung habe ich Folgendes noch beizutragen:

Die Lage des Hotels (siehe Mail direkt an Sie) ist wenig geeignet, dort zu Fuß ein anderes Hotel zu erreichen. Und auch auf der Straße war dort (an der Grenze eines Industriegebietes im Dunstkreis der Großstadt und am Samstag nachmittag) niemand anzutreffen, ich habe tatsächlich bei zwei benachbarten Häusern geklingelt, natürlich auch um festzustellen, wieso das Hotel nicht geöffnet hatte.

Darüber hinaus habe ich mich natürlich in der Gegend umgesehen (ohne meinen Koffer aus dem Blick zu verlieren), und kein weiteres Hotel gesehen.

Aber andererseits bin ich auch der Überzeugung, dass ich mit 3 schweren Koffern und 2 Stunden vor einem wichtigen Termin nicht zu Fuß den ganzen Ort absuchen kann, ob es dort noch ein anderes Hotel gibt, und das sich am Ende als belegt oder teurer herausstellt...und ich auch noch zu spät komme zu meinem Termin?

Vor diesem Hintergrund habe ich mich beim Vermittler HRS beschwert und um die nächste eine Ersatzherberge erhalten. Ist damit denn nicht der Schadensminderung nicht genüge getan?

Wäre denn nicht eher im Gegenteil vom Hotel zu erwarten gewesen, dass man sich für mich um eine Ersatzunterkunft bemüht?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.10.2010 | 11:49

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Email. Ein Hotel in nächster Nähe vermag ich ebenfalls nicht zu erkennen.

Das Risiko liegt aber m.E. darin, dass Ihnen der Vermittler u.U. nur ein zu seinem Kundenstamm gehörendes Hotel vermittelt hat, möglicherweise aber andere Hotels näher zu erreichen waren. Da im Endeffekt nur das Ergebnis zählt, besteht hier ein erhebliches Prozeßrisiko, ob Ihre geschilderten Bemühungen als ausreichend erachtet werden.

Zudem ist zu erwarten, dass der Hotelier Ihre beschriebenen Bemühungen bestreiten wird. Die Beweisführung kann ggf. schwierig werden. Es ist jedenfalls nicht damit zu rechnen, dass Sie auf "kurzen Weg" im Mahnverfahren einen Titel erhalten werden. Sie müssen sich auf ein streitiges Verfahren einstellen und riskieren, zu dem Streitwert ein Mehrfaches an Kosten zu produzieren. Falls Sie nicht rechtsschutzversichert sind, sollten Sie das gerichtliche Vorhaben überdenken.

Mit freundlichen Grüßen

Matthes
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 27.10.2010 | 08:26

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"Dass ich mit der Rechtslage hier etwas hadere, ist nicht das Problem von Herrn Matthes. Vielen Dank für die ausgezeichnete Beratung!"
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 27.10.2010 4,8/5,0
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