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Hoster Service 'Backup Control' löscht durch Softwarefehler alle Dateien - was tun?

| 11.10.2013 12:57 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Mauritz


Zusammenfassung: Zu der Frage, wann und in welchem Umfang der Betreiber eines Daten-Servers für den Verlust von Daten haftbar ist.

Hallo,

im Rahmen meiner unternehmerischen Tätigkeit erstelle ich Webseiten und mobile Apps für meine Kunden. Diese entsprechenden Dateien liegen auf einem Managed Server bei einem großen Hostinganbieter.

Im Rahmen des Vertrages für diesen Managed Servers bietet der Anbieter einen Backup Service, bei dem täglich der gesamte Server gespeichert wird um ihn später zu diesem Zustand zurücksetzen zu können.
Wenn man sich dann irgendwann dazu entschließt, das Backup wieder herzustellen, wird eben der gesamte Server mitsamt allen Dateien und Ordnern wieder auf den ursprünglichen Stand gebracht. Ich habe dies schon öfter durchgespielt und es funktionierte stets tadellos.

Am 4.10 habe ich dann versehentlich eine meiner Dateien gelöscht. Da sehr viel Arbeit in ihr steckte und seit dem letzten Backup ansonsten nichts geändert wurde, wollte ich also über Backup Control mein Backup und eben damit meine Datei wiederherstellen.

Nach ausgeführter Wiederherstellung des Backups musste ich feststellen, dass nun alle Dateien auf dem Server gelöscht waren. Das Backup hatte wie gewohnt erst alles gelöscht und dann nur die Ordnerstruktur wiederhergestellt. Jedoch wurden nur die Ordner wieder aufgebaut und keine darin befindlichen Dateien.

Der Hostinganbieter hat diesen Fehler anerkannt, ist jedoch nicht in der Lage, mir meine Dateien wiederzubeschaffen. Die endgültge Nachricht den Kundensuppports lautet:

"Sie hatten von Unregelmäßigkeiten bei der Nutzung Ihres Managed Servers und dem dort angebotenen BackupControl berichtet.

Dieser Sachverhalt wurde überprüft. Aufgrund einer temporären Beeinträchtigung bei der Erstellung der Backups, konnte leider kein vollständiges Backup am 01.10.2013 angelegt werden.
Dieser Umstand wurde mittlerweile vollständig behoben, sodass aktuelle Backups wieder wie gewohnt angefertigt und im Kundenservicebereich angezeigt werden.

Die dadurch entstandenen Unannehmlichkeiten bitte ich zu entschuldigen.

Für eine Wiederherstellung von Daten empfehle ich Ihnen auf ein lokales Backup zurückzugreifen."

Da durch diesen Prozess wertvolle Projekte verlorengegangen sind würde mich interessieren, ob man den Anbieter nicht für eine mir Schaden zufügende Software haftbar machen kann.

Meines Erachtens ist es Aufgabe eines Backup Systems, das erstellte Backup auf Fehler zu überprüfen. Sind Fehler vorhanden, darf das Backup eben nicht verwendet werden.

In den AGB zu meinem Vertrag steht, dass ich stets eine Kopie aller auf dem Server befindlichen Dateien vorhalten soll.

Nun sind meine Dateien ja aber nicht durch einen Hardwarefehler oder Sonstiges verlorengegangen sondern wurden von einer schlecht arbeitenden BackupSoftware einfach gelöscht. Da man sogar extra für diesen Backupservice bezahlt finde ich es seltsam, dass man nicht auf seine Funktionaltiät bestehen kann.

Ich würde gern wissen, ob eine Chance darauf besteht, den Anbieter für den entstandenen Schaden haftbar zu machen.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage möchte ich anhand der von Ihnen mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

Um das Ergebnis an den Anfang zu stellen: Eine Chance, den Anbieter haftbar zu machen, besteht durchaus. Der Anbieter macht es sich hier sehr einfach, in dem er von einer "temporären Beeinträchtigung" spricht, die offensichtlich keinerlei rechtliche Folgen für den Anbieter haben soll.

Das Server-Hosting dürfte hier schwerpunktmäßig als Mietvertrag einzuordnen sein; der Back-Up-Service kann u.U. als Werkvertrag klassifiziert werden. Bei einem Mietvertrag schuldet der Vermieter, also hier der Hosting-Service, u.a. die Rücksichtnahme auf die vom Mieter eingebrachten Sachen. Wenn also Sachen des Mieters beschädigt werden, weil die Mietsache mangelhaft ist, kann der Mieter Schadensersatz verlangen. Ähnlich beim Werkvertrag, wo der Ersteller des Werkes einen bestimmten Erfolg, also hier die Wiederherstellung der Daten, schuldet und dem Auftraggeber zum Schadensersatz verpflichtet ist, wenn hierbei Schäden entstehen.

Der Schwerpunkt dürfte in Ihrem Fall daher nicht so sehr darin liegen, ob der Anbieter grundsätzlich zur Haftung verpflichtet ist, sondern ob aufgrund der vertraglichen Vereinbarungen ein wirksamer vertraglicher Haftungsausschluss oder zumindest eine Haftungsbeschränkung vereinbart wurde.

Gerade im B2B-Bereich ist dies in größerem Umfang zulässig als gegenüber Verbrauchern. Eine zulässige Klausel könnte z.B. in etwa lauten:

"Der Auftragnehmer haftet für die Wiederbeschaffung von Daten nur, wenn er deren Vernichtung vorsätzlich oder grob fahrlässig verursacht hat und der Auftraggeber sichergestellt hat, dass diese Daten aus Datenmaterial, das in maschinenlesbarer Form bereitgehalten wird, mit vertretbarem Aufwand rekonstruiert werden kann".

Es wird also darauf ankommen, ob die Löschung der Daten grob fahrlässig (Vorsatz dürfte ja auszuschließen sein) oder nur leicht fahrlässig erfolgt und inwieweit die Tatsache, dass Sie kein eigenes lokales Back-Up bereit gehalten haben, als sog. Mitverschulden im Sinne des § 254 Bürgerliches Gesetzbuch zu werten sein wird.

Sie sollten daher als ersten Schritt den Vertrag mit dem Anbieter anwaltlich prüfen lassen, inwieweit dort wirksam Haftungsausschlüsse oder Haftungsbeschränkungen vereinbart wurden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen hilfreichen ersten Überblick verschaffen. Bei Unklarheiten nutzen Sie gerne die Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Mauritz, LL.M.
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 11.10.2013 | 15:02

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Stellungnahme vom Anwalt:
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