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Honoarvertrag für freie Mitarbeiter/ Freiberufler

17.04.2010 11:58 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla


>> Ausgangslage:
Ein Institut hat mich für die Entwicklung und Koordination des hausinternen Seminarprogramms betraut. Die inhaltliche, organisatorische und finanzielle Abwicklung soll (laut Vertrag) in Abstimmung mit der Institutsleitung erfolgen. Über die Zusammenarbeit wurde mir ein Honorarvertrag unterbreitet.

>> Im Honorarvertrag heißt es u.a.:
„Die Auftragnehmerin haftet für Mängel der Werkleistung und für Fristüberschreitungen nach den gesetzlichen Vorschriften. Insbesondere übernimmt die Auftragnehmerin die volle Gewähr für eine einwandfreie, fach- und sachgerechte Ausführung der Vertragsleistungen unter Berücksichtigung der überlassenen Unterlagen und der mit der Auftraggeberin getroffenen Vereinbarungen.“

>> Meine Frage:
Welche praktischen Konsequenzen kann diese Klausel für mich haben und was bedeutet die "volle Gewähr"? Was ist der Untschied zwischen Gewähr und Garantie? Gibt es ggf. eine alternative Formulierung, die für mich mit weniger Risiko verbunden ist?

>> Weiterhin heißt es im Vertrag:
„Es wird von einem Arbeitsumfang von 30 Arbeitstagen ausgegangen.“

>> Meine Frage:
Lässt diese Formulierung dem Auftraggeber die Möglichkeit, weniger Tage (zum gleichen Tagessatz) in Auftrag zu geben?

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank zunächst für Ihre Anfrage!

Nachfolgend möchte ich gerne unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung zu Ihren Fragen wie folgt Stellung nehmen:

Zu 1.) Welche praktischen Konsequenzen kann diese Klausel für mich haben und was bedeutet die "volle Gewähr"?

Diese Klausel verweist eigentlich nur auf das, was nach dem Gesetz eh schon gilt.

Für Schlechtleistungen haften Sie ja bereits zwingend nach dem Gesetz, so dass diese Klausel meines Erachtens sogar überflüssig ist. „Volle Gewähr“ kann so gelesen werden wie „vollen gesetzlichen Gewährleistungsrechte“.

Wie bereits gesagt würden diese aber sowieso gelten, so dass es sic hbei dieser Klausel lediglich um eine Klarstellung handelt


Zu 2.)Was ist der Unterschied zwischen Gewähr und Garantie? Gibt es ggf. eine alternative Formulierung, die für mich mit weniger Risiko verbunden ist?

Der Unterschied zwischen Gewähr(leistung) und Garantie ist derjenige, dass eine Gewährleistung bei Schlechterfüllung (z.B. Lieferung einer mangelhaften Kaufsache) bereits nach dem Gesetz eintritt, also zur Mängelbeseitigung verpflichtet, eine Garantie aber immer etwas freiwilliges ist, was von einem Hersteller ,etc. gegeben wird (z.B. lebenslange Haltbarkeitsgarantie,etc.).

Eine alternative Formulierung könnte so lauten, dass der Absatz mit der Gewähr herausgenommen wird. Dies ist meines Erachtens aber nicht unbedingt notwendig (s.o.)


Zu 3.) Lässt diese Formulierung dem Auftraggeber die Möglichkeit, weniger Tage (zum gleichen Tagessatz) in Auftrag zu geben?

Ja, diese Formulierung ist etwas schwammig und besagt im Kern, dass es sowohl mehr, als auch weniger Arbeitstage sein können. Gegebenenfalls sollten Sie hier mit Ihrem Auftraggeber noch einmal nachverhandeln.


Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können mich natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.


Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Samstagnachmittag und ein erholsames Wochenende!

Mit freundlichem Gruß

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
kanzlei.newerla@web.de
Tel. 0471/3088132
Fax: 0471/3088316

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