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Homeoffice und Fahrten zur Arbeit, Arbeitszeiten

| 05.09.2018 10:36 |
Preis: 30,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Johannes Kromer


Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin seit fast 10 Jahren für ein Unternehmen der Hotellerie tätig. Anfangs habe ich als Mitarbeiterin an der Hotelrezeption gearbeitet, seit 09.2016 bin ich für das Marketing und den Verkauf zuständig (dies wurde aber nicht in einem neuen Vertrag festgehalten, lediglich auf einem Protokoll).
Mitte 2017 habe ich meinen Arbeitgeber darüber unterrichtet, dass ich Ende 2017 wieder zurück in die Heimat ziehen werde und er daher nach einem Ersatz für mich suchen sollte. Wir, also mein Chef und ich, haben uns dann aber darauf geeinigt (mündlich), dass ich meiner Tätigkeit im HomeOffice nachgehen könnte und seit Januar 2018 arbeite ich auch ausschließlich im HomeOffice (auch das wurde bisher nicht schriftlich bestätigt). Damals hatten wir vereinbart, dass "wir mal schauen, wann ich zwischendurch mal vorbei kommen kann, weil man gewisse Dinge einfach besser vor Ort bespricht".
Nun habe ich einen Anruf bekommen, dass ich einmal die Woche auf der Arbeitsstelle sein soll. Diese ist ca. 120km entfernt.
Das ist auch nicht das Problem, aber man sagte mir, die Fahrt sei keine Arbeitszeit (das sind dann ca. 3 Stunden pro Fahrt), ich würde also jeden Monat ca. 12 Minusstunden haben.
Nun ist es so, dass ich eine kleine Tochter habe, gerade erste Klasse, und alleinerziehend bin, ich kann also nicht einfach fahren und zurück kommen wie ich möchte, sondern muss mich nach den Zeiten von Schule und Hort richten - daher dann die Minusstunden. Und dies weiß mein Chef natürlich auch, daher habe ich sehr familienfreundliche Arbeitszeiten von Montag bis Freitag.
Nun meine Fragen:
1. Kann einfach bestimmt werden, dass ich einen Tag in der Woche fahren muss? Kann dazu auch der Tag bestimmt werden?
2. Ist es rechtens, dass mir die Stunden nicht irgendwie vergütet werden?
3. Kann ich die Fahrt als Dienstreise abrechnen?
4. Benötige ich schriftlich eine Vereinbarung, dass mir nicht nur dauerhaft Home Office gewährt wird, sondern dieses auch ausdrücklich die mir zugewiesene primäre Arbeitsstätte ist?

Ich danke recht herzlich!

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Nach § 106 GewO bestimmt der Arbeitgeber Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung, wenn nicht eine andere Regelung vorliegt.

Es stellt sich hier zunächst die Frage, ob Sie sich mit Ihrem Arbeitgeber darauf geeinigt haben, ausschließlich im Homeoffice tätig zu sein. Wenn dies der Fall ist, dann wäre die Fahrt zum Hotel selbst als Arbeitszeit anzurechnen und zu vergüten.

Eine solche Einigung muss nicht unbedingt in einem schriftlichen Vertrag festgehalten werden, es reicht auch eine mündliche Vereinbarung aus, die Sie ja getroffen haben. Im Zweifel müssten Sie diese Vereinbarung nachweisen. Ich gehe davon aus, dass Ihnen dies gelingen wird. Immerhin gibt Ihr Umzug dafür Anhaltspunkte und insbesondere die Tatsache, dass dies nun seit mehreren Monaten auch so praktiziert wird.

Damit wäre das Thema des Orts der Arbeit bereits vertraglich (mündlich) geregelt und der Arbeitgeber hätte nur noch ein eingeschränktes Bestimmungsrecht. Er könnte einen anderen Arbeitsort nur noch zweitweise anordnen sofern dies billigem Ermessen entspricht. Gem. Ihrer Vereinbarung war es ja gerade so, dass Sie ab und an „vorbeikommen". D.h. es war Ihnen klar, dass Sie „auch mal" in das Hotel müssen. Daher sehe ich es für zulässig an, dass Sie einmal die Woche ins Hotel kommen müssen, sofern es hierfür bestimmte Gründe gibt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 05.09.2018 | 13:02

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"Ein großes DANKE an Herrn Kromer, der meine Frage schnell, präzise und vor allem zu meiner Zufriedenheit beantwortet hat. Viele Laien im Internet haben mir genau das Gegenteil gesagt, da ist es enorm hilfreich eine fachlich fundierte Antwort zu haben, die man im Zweifel auch vorbringen kann. Herr Kromer hat den Inhalt sachlich aufgefasst und argumentiert, nichts als "Arbeitnehmer" und mir eine erstklassige Antwort geliefert. Ich würde ihn jederzeit wieder um einen Rat fragen."
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 05.09.2018 5/5,0
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