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Homeoffice in Nicht-EU-Land (Türkei)

| 12.02.2021 17:59 |
Preis: 65,00 € |

Internationales Recht


Hallo,

Mein Angestellter möchte in der Türkei kurzzeitig (1-3 Monate) Homeoffice machen. Von meiner Seite aus kein Problem aber was sind die steuer- und arbeitsrechtlichen Regelungen hier? Muss ich das irgendwo melden? Muss er das irgendwo melden? Oder in der Türkei Steuern zahlen oder sich bei der Sozialversicherung anmelden?

Er sagt er hat dort Aufenthalts- und Arbeitsrecht. Er ist bei mir fest angestellt.

Freundliche Grüße

Einsatz editiert am 12.02.2021 19:16:34

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

Aus steuerrechtlicher Sicht ändert sich zunächst einmal nichts, da hier erstens keine Entsendung von Arbeitnehmern im Rechtssinne vorliegt, siehe hier:

https://www.weingarten.ihk.de/international/entsendung-ins-ausland/laender-ausserhalb-der-eu/arbeitnehmerentsendung-4392884

Zweitens greift bei einem Aufenthalt von weniger als 183 Tagen auch nicht Artikel 15 des DBA Deutschland-Türkei, wonach das Besteuerungsrecht der Türkei zufiele, siehe hier:

https://doppelbesteuerung.eu/normen-dba/turkei/

Ihr Arbeitnehmer behält ja seinen steuerlichen Wohnsitz in Deutschland, so dass er nach wie vor in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig im Sinne des § 1 Abs. 1 EStG bleibt.

Auch im Hinblick auf die sozialversicherung ändert sich für einen so kurzen Zeitraum nichts, siehe hier:

https://www.tk.de/firmenkunden/versicherung/arbeitgeberinfos-coronavirus/corona-ausland-und-entsendung/homeoffice-ausland-wegen-corona-2080224

Im Hinblick auf arbeitsrechtliche Bestimmungen gilt folgendes:

"Haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer keine Rechtswahl getroffen, kommt Artikel 8 Absatz 2 Rom-I VO zur Anwendung. Danach unterliegt der Individualarbeitsvertrag dem Recht des Staates in dem oder von dem aus der Arbeitnehmer in Erfüllung des Vertrages gewöhnlich seine Arbeit verrichtet. Wird der Arbeitnehmer vorübergehend ins Ausland entsandt, bleibt es im Fall eines deutschen Arbeitsverhältnisses bei der Anwendung deutschen Rechts."

Siehe ausführlich hier:

https://www.gtai.de/gtai-de/trade/recht/rechtsbericht/tuerkei/arbeitsrecht-bei-entsendung-in-dietuerkei-219788

Was die Krankenversicherung anbelangt, empfehle ich Ihrem Arbeitnehmer, bei seiner Krankenversicherung nachzufragen, ob ein kurzfristiger Auslandsaufenthalt in der Türkei von seinem Versicherungsschutz abgedeckt wäre. Hier gelten insofern die Bestimmungen des jeweiligen Krankenversicherungstarifs, in welchem Krankheitskosten im Falle eines Auslandsaufenthaltes abgedeckt sein können, dies kann aber nur mit Rücksprache bei der Krankenversicherung rechtssicher geklärt werden.

Gleiches gilt für eine etwaige Unfallversicherung.

Was im übrigen die Bestimmungen der Türkei angeht, so sollte Ihr Arbeitnehmer sich hier an seinem Wohnort gegebenenfalls rückversichern, ob ein kurzfristiger Aufenthalt zwecks Homeoffice hier rechtlich zulässig ist. Siehe weitergehend hier:

https://tuerkei.diplo.de/tr-de/service/-/1513876

Da Ihr Arbeitnehmer aber ja Aufenthalts- und Arbeitsrecht in der Türkei besitzt, sehe ich auch hier keine Probleme.

Schließlich empfehle ich Ihnen, die Modalitäten des kurzfristigen Aufenthaltes in der Türkei zwecks Homeoffice mit Ihrem Arbeitnehmer in einem schriftlichen Vertrag festzulegen. Dies empfiehlt sich immer, wenn man auch fernliegende Eventualitäten absichern will. Eine solche schriftliche Niederlegung der gegenseitigen Erwartungen kommt beiden Parteien zugute. Hier muss nicht alles bis ins einzelne festgelegt werden, wenn das gegenseitige Vertrauen da ist, aber die Grundzüge sollten schon vereinbart und unterschrieben werden, damit jegliche Missverständnisse ausgeschlossen sind.

Ich hoffe, Ihnen einen Überblick gegeben zu haben. Wenn noch etwas unklar geblieben oder nicht ausreichend erörtert worden ist, so fragen Sie gerne nach. Vorerst verbleibe ich mit freundlichen Grüßen!

Elisabeth v. Dorrien
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 15.02.2021 | 02:13

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