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Homeoffice Regelung bei beruflichem Zweitwohnsitz

| 16.06.2020 17:32 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

Da dieser Fall sicher auch für viele andere Leser interessant sein wird sende ich ihn nicht über den vertraulichen Kanal sondern öffentlich.

Sachverhalt:
Wegstrecke Einfach Hauptwohnsitz - Beruflich bedingter Nebenwohnsitz:. 200 km
Wegstrecke Einfach Nebenwohnsitz -Arbeitsplatz : 250 Meter (!)

Angeordnetes HO seit Mitte März mit unregelmäßig stundenweiser koordinierter Anwesenheit am Arbeitsplatz, meist auf Zuruf für wenige Minuten in Besprechungsräumen. (Viel Platz, 3-4 Personen max). Meetings sonst elektronisch.

Frage : Kann das Steueramt am Nebenwohnsitz verlangen dass ich das HO am Hauptwohnsitz mache und mir vorwerfen, wenn nicht, wäre meine Hauptwohnung doch am Arbeitsort ? Soweit mein Sachstand ist, reichen 4-5 Anwesenheiten am Hauptwohnsitz p.a. aus. Zum Vergleich : Im Vorjahr ca. 40 Heimfahrten.

Oder könnte im umgekehrten Fall, wenn das HO vom Hauptwohnsitz aus gemacht wird, das Steueramt am Nebenwohnsitz behaupten die Wohnung wäre garnicht beruflich bedingt und das Steuerprivileg entziehen und die Wohnung zweitwohnungssteuerpflichtig werden ?

Ich denke solche Themen werden in 2021 noch die Finanzgerichte beschäftigen...

Danke und Grüße




16.06.2020 | 20:56

Antwort

von


(209)
Niedergründauer Straße 32
63505 Langenselbold
Tel: 01702047283
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Sehr geehrter Fragesteller,

gerne möchte ich Ihnen zu Ihrer Frage im Rahmen dieser Erstberatung eine Einschätzung abgeben.
Da Sie bereits eine (anerkannte) doppelte Haushaltsführung haben, möchte ich mich nicht lange mit der Erläuterung der Voraussetzung befassen, da dies für Sie nichts Neues sein dürfte.

Nach steuerlichen Kriterien ist Ihr Hauptwohnsitz immer dort, wo Ihr Lebensmittelpunkt ist. Da sich dieser, unabhängig von der praktischen Umsetzung des Homoffice nicht verändern dürfte, ergibt sich hier keine "Corona-Besonderheit".

Frage : Kann das Steueramt am Nebenwohnsitz verlangen dass ich das HO am Hauptwohnsitz mache und mir vorwerfen, wenn nicht, wäre meine Hauptwohnung doch am Arbeitsort ? Soweit mein Sachstand ist, reichen 4-5 Anwesenheiten am Hauptwohnsitz p.a. aus. Zum Vergleich : Im Vorjahr ca. 40 Heimfahrten.

Grundsätzlich ist es egal, wo Sie Ihrer Tätigkeit im Homeoffice nachgehen. In Ihrem Fall scheint es ja eine betriebliche Notwendigkeit zu sein, dass Sie für sporade Treffen im regulären Büro erscheinen. Insofern habe ich da keinerlei Bedenken. Richtig ist aber, dass die Finanzverwaltung annehmen könnte, dass sich Ihr Lebensmittelpunkt an den eigentlichen Zweitwohnsitz verlagert hat, wenn Sie ohne Notwendigkeit Ihr Homeoffice dort betreiben. Es bedarf hierfür dann schon sachlicher Argumente.

Im umgekehrten Fall sehe ich da ebenfalls keine Probleme. Die Auswirkungen der Pandemie sind allgemein bekannt. Es ist nicht lebensfremd, dass Sie Ihrer Homeoffice-Tätigkeit, soweit möglich, vom Hauptwohnsitz aus erledigen, um Zeit an Ihrem Lebensmittelpunkt verbringen könnten. Die Gefahr, dass die Privilegierung des Zweitwohnsitzes nicht mehr anerkannt wird, besteht nur, wenn die Voraussetzungen nicht mehr vorliegen. Bei einer vorübergehenden Tätigkeit im Homeoffice dürfte dies nicht der Fall sein, da ja niemand erwarten kann, dass Sie die Wohnung wegen 2-3 Monaten "Corona-Besonderheiten" direkt kündigen.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Herzliche Grüße
Michael Krämer
Rechtsanwalt




Rückfrage vom Fragesteller 17.06.2020 | 07:27

Sehr geehrter Herr Krämer,

viele Dank für die Klarstellung der Sachlage. Auch möchte hier darauf Hinweisen das es sich wirklich um das Steueramt (!) der Stadt des Zweitwohnsitzes handelt und nicht um das Finanzamt - von deren Seite am Hauptwohnsitz habe ich m.E. nichts zu erwarten da der Zweitwohnsitz seit 2016 besteht und nach einmaliger Vorlage der Verträge etc. in 2017 alles ohne Probleme läuft, einschl. Verlängerung der Freibeträge im ELSTAM etc.

Da per 15.06.2020 die Reisewarnung für Deutschland und umliegende Staaten aufgehoben ist, denk ich das wir umgehend in die Normalbetrieb zurückkehren werden. (Link: https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/covid-19/2296762)
Wegen der dann 3 Monate im HO kann wohl niemand Ärger machen - aber man kann nie wissen woran sich eine Behörde aufhängt....

Vielen Dank nochmals !

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 17.06.2020 | 11:00

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne möchte ich Ihre Nachfrage wie folgt beantworten:

Bei einem so überschaubaren Zeitraum gehe ich nicht von Problemen aus.
Welche Voraussetzungen für die Befreiung von der Zweitwohnsitz steuer vorliegen müssen, kann ich
Ihnen ohne die Gemeinde und deren entsprechende Satzung zu kennen nicht beantworten. Es liegt
jedoch nahe, dass sich dies auch hier an einkommensteuerlichen Kriterien orientiert.

Praktisch dürfte dem Steueramt aber die die Kenntnis über die tatsächliche Nutzung fehlen, um die
Nutzung der Wohnung zu problematisieren.

Sollten noch Fragen offen sein, wenden Sie sich gerne per E-Mail an mich.

Herzliche Grüße

Michael B. Krämer
Rechtsanwalt

__________________________________________________

Michael Krämer
Klosterstraße 19
97236 Randersacker

Mobil: 0170 - 2047283

Bewertung des Fragestellers 17.06.2020 | 07:33

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Herr Krämer hat mir in diesem zweischneidigen Fall, bei dem eine Behörde eine Regelung evtl. nach Belieben auslegen kann, durch seine klare Antwort weitergeholfen. Jetzt kann ich abschätzen wie ich mich weiter zu verhalten habe um der Behörde keine "Angriffsfläche" zu bieten. (Wobei Behörden FÜR den Bürger da sein sollten und nicht gegen ihn !)

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 17.06.2020
5/5,0

Herr Krämer hat mir in diesem zweischneidigen Fall, bei dem eine Behörde eine Regelung evtl. nach Belieben auslegen kann, durch seine klare Antwort weitergeholfen. Jetzt kann ich abschätzen wie ich mich weiter zu verhalten habe um der Behörde keine "Angriffsfläche" zu bieten. (Wobei Behörden FÜR den Bürger da sein sollten und nicht gegen ihn !)


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