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Home Office – gelegentliche Fahrten zum Stammsitz des Arbeitgebers

19.02.2010 17:19 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

kurz zur Situation:

Ich bin Vertriebsingenieur und angestellt. Meine Frau ist Hausfrau und nicht angestellt. Wir erzielen gemeinsam Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Mein Arbeitgeber stellt mir einen Firmenwegen zur Verfügung, der nach der 1 % Regel versteuert wird. Er darf privat genutzt werden. Dabei werden keine km zwischen Wohnung und Arbeitsstätte angesetzt, da ich vom Home Office aus arbeite. In meinem Haus hat mein Arbeitgeber ein Home Office angemietet (Mietvertrag liegt vor), dass er mir für meine berufliche Ausübung überlässt. Es liegt nur eine regelmäßige Arbeitsstätte vor.

Jährlich fahre ich zwischen 20-40 mal zum Hauptsitz meines Arbeitgebers (Hauptsitz ca. 175 km entfernt – einfache Strecke), um dienstliche Dinge zu klären.

Diese Fahrten habe ich 2008 steuerlich geltend gemacht. Die Steuererklärung wurde elektronisch eingereicht. Es war in der Erklärung nicht ersichtlich, dass ich einen Firmenwagen nutze. Die geltend gemachten Fahrten (Hin- und Rückfahrt-km x 030 €/km) wurden anerkannt.

Nun habe ich wegen eines offenen Einspruchs versucht, die Fahrten aus 2007 nachträglich geltend zu machen.

Dies wurde nun wie folgt abgelehnt und begründet, Zitat:

„Streitig ist die steuerliche Geltendmachung der Fahrten zwischen dem Home-Office und dem Hauptsitz des Arbeitgebers als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit.

Die Einspruchsführer (EF) sind Ehegatten und wurden mit dem Bescheid vom XX.XX.2008 zusammen zur Einkommensteuer für das Jahr 2007 veranlagt. Beide Ehegatten erzielten Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung und der EF erzielte außerdem Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit als angestellter Außendienstverkäufer.

Sein Arbeitgeber stellte ihm im Streitjahr einen Firmenwagen zur Verfügung, der private Nutzungsanteil wurde nach der 1%-Regelung mit 300,00 € monatlich lohnversteuert. Der Ef verfügt über ein vom Arbeitgeber angemietetes Home-Office in der eigenen Wohnung bzw. im eigenen Haus.

Nachdem im o.g. Bescheid nach erklärungsgemäßer Veranlagung anstelle der anzuerkennenden Werbungskosten aus nichtselbständiger Arbeit des Ef der Arbeitnehmer-Pauschbetrag berücksichtigt worden war, beantragten die Ef zu ihrem Einspruch vom XX.XX.2008 mit dem Schreiben vom XX.XX.2009 nunmehr die Berücksichtigung von Kosten für 24 Fahrten zum Stammsitz des Arbeitgebers i.H.v. XXX km x 0,30 € = ca. XXX € als Werbungskosten.

Auf die telefonische rechtliche Erörterung des Finanzamts (FA) vom XX.XX.2009 erklärte der steuerliche Berater der Ef zunächst, er wolle diesen Punkt nicht weiter verfolgen. Wegen anderer, nicht strittiger Punkte erging am XX.XX.2009 ein Änderungsbescheid, der gemäß § 365 Abs. 3 Satz 1 AO Gegenstand des hier zu entscheidenden Einspruchsverfahrens wird.

Mit dem Schreiben vom XX.XX.2009 machte der steuerliche Berater erneut geltend, es handele sich bei den im Schreiben vom XX.XX.2009 angegebenen Fahrtkosten um Dienstreisen zwischen dem Home-Office und dem Arbeitgeber. Am XX.XX.2009 wurden der Sachverhalt und die Rechtslage wiederum eingehend telefonisch mit dem steuerlichen Berater erörtert. Hierauf hielt er mit dem Schreiben vom XX.XX.2010 an seiner Rechtsauffassung fest, die Fahrten seien als beruflich veranlasste Auswärtstätigkeiten zu betrachten und die Fahrtkosten fielen unter § 9 EStG .

Die Entscheidung erfolgt nach Aktenlage.

Der Einspruch ist zulässig, aber nicht begründet.

Werbungskosten sind Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen -§ 9 Abs. 1 Satz 1 EStG . Die Besteuerung nach dem Prinzip der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit setzt für einen Werbungskostenabzug voraus, dass einem Steuerpflichtigen Erwerbsaufwendungen entstehen, die er aus versteuerten Einnahmen decken muss.

Vorliegend ist nur der private Nutzungsanteil nach der 1%-Regelung dem Lohnsteuerabzug unterworfen worden; sämtliche Aufwendungen für das dem Ef zur Verfügung gestellte Fahrzeug wurden vom Arbeitgeber getragen.

Zwar ist den Ef darin zuzustimmen, dass es sich bei den Fahrten begrifflich um Dienstreisen handelt, da der Ef am Stammsitz seines Arbeitgebers keine regelmäßige Arbeitsstätte innehat (so auch der BFH Vl R 85/04 in BStBI ll 2008, S. 887), jedoch scheitert der begehrte Werbungskostenabzug an mangelnden eigenen Aufwendungen der Ef.

Der Einspruch konnte deshalb keinen Erfolg haben.“

Zitat Ende.


Nun zu meinen Fragen:

Ist die Ablehnung des Einspruchs durch das Finanzamt richtig?



Falls nein, bleibt mir dann nur die Klage wie vom FA beschrieben?



Darf ich die Fahrten zum Stammsitz des Arbeitgebers (ca. 20 – 40 mal pro Jahr), die ich mit dem ordnungsgemäß versteuerten Dienstwagen des Arbeitgebers tätige, steuerlich geltend machen oder nicht?



Wenn ja, wie mache ich die Fahrten richtig geltend? Auf welche Paragraphen muss ich mich beziehen?



Wenn ja, welche Strecke, einfache Fahrt oder Hin- und Rückfahrt?




Vielen Dank vorab.

Sehr geehrter Fragesteller,

ich möchte Ihre Frage anhand des von Ihnen dargestellten Sachverhaltes und des ausgelobten Einsatzes wie folgt beantworten:

Um das Ergebnis vorwegzunehmen, das FA hat Recht. Bei einer pauschalen Berücksichtigung des geldwerten Vorteils nach der 1%-Methode, darf kein Abzug von Kosten nach Einzelaufstellung mehr erfolgen. (BFH Urteil vom 18.10.2007 Az:VI R 57/06 )

Dies also erstmal völlig losgelöst davon, ob Sie überhaupt Kosten an dem Fahrzeug tragen. Sollten Ihnen keine Kostren entstehen, weil diese vollständig vom Arbeitgeber getragen werden, entfällt ein Abzug der Fahrten als Werbungskosten bereits weil Sie keine Aufwendungen hatten.


Ich bedauere Ihnen keine positivere Mitteilung machen zu können, wünsche Ihnen aber dennoch einen schönen Abend.+

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