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Home Office - Vertrag

05.02.2009 22:33 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

der Fall:
ich soll (auf eigenen Wunsch) einen Home-Office-Vertrag bei meinem neuen Arbeitgeber bekommen.
Ausserdem werde ich einen Dienstwagen auch zur privaten Nutzung bekommen.
Der Arbeitgeber liegt etwa 60km von meiner Wohnstätte.
Regulärer Arbeitsplatz wird das Home Office sein.
Gelegentlich werde ich auch beim Arbeitgeber sein (genaue Anzahl der Besuche noch nicht abzusehen) und auf Dienstreisen gehen.


Fragen:
- Was genau muss im Angestelltenvertrag stehen, damit das Finanzamt die Home Office - Regelung anerkennt? (dies ist wichtig für mich, um die Besteuerung des Dienstwagens auf die km zwischen Wohn-/Arbeitsstätte und Arbeitgeber zu vermeiden).
Reicht eine Formulierung wie etwa "der reguläre Arbeitsplatz des Arbeitnehmers ist sein Heimbüro"?

- Kann ich beim Home Office - Vertrag auch die gelegentlichen Fahrten zum Arbeitgeber (mit Dienstwagen) steuerlich absetzen?

- Gibt es irgendeine Obergrenze für die Besuche beim Arbeitgeber, um den Home Office -Status anerkannt zu bekommen/halten?

- Ich weiss, dass ich die Heim-Bürofläche anteilig von der Miete absetzen kann. Von der Kalt- oder Warmmiete?

- Gibt es sonst noch etwas zum Home Office - Vertrag zu beachten?

Vielen Dank & Freundliche Grüsse

Sehr geehrter Fragesteller,

zunächst danke ich für Ihre Anfrage, die ich im Folgenden gerne beantworte.

Vorab möchte ich Sie darauf hinweisen, dass für die steuerliche Behandlung alleine die tatsächliche Durchführung maßgeblich ist. Die Vertragsgestaltung ist diesbezüglich nur ein Indiz. Dies vorausgeschickt, beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

ad 1.: Als vertragliche Formulierung bietet sich etwa an: „Der Arbeitnehmer übt seine Tätigkeit von zu hause aus. Er sichert hiermit zu, dass die Verhältnisse in seinen Privaträumen eine reibungslose Erfüllung der vertraglichen Pflichten zulassen. Ein Arbeitsplatz am Sitz des Arbeitgebers steht nicht zur Verfügung.“ Wie bereits vorab angemerkt, behält es sich die Finanzverwaltung vor, den regulären Arbeitsplatz selbst zu bestimmen, weshalb eine Bezeichnung als solchen im Vertrag steuerrechtlich unerheblich wäre. Wird nämlich der Firmensitz zumindest einmal pro Woche aufgesucht, so gilt der in den Augen der Finanzverwaltung als regulärer Arbeitsplatz. Bislang wurde dadurch die Besteuerung in Form des monatlichen Zuschlags in Höhe von 0,03 % des Listenpreises ausgelöst. Der BFH hat nun jedoch entschieden (BFH-Urteil vom 4.4.2008, VI R 85/04), dass bei einer wöchentlichen Fahrt zum Arbeitgeber eine Einzelbewertung der Fahrten mit 0,002 % vom Listenpreis je Entfernungskilometer (d.h. bei vier Fahrten insgesamt 0,008 %) in Ansatz zu bringen ist. Auch diese Versteuerung kann vermieden werden, wenn für diese Fahrten öffentliche Verkehrsmittel genutzt werden (Nachweis durch Fahrscheine) oder eine Fahrt in die Firma nur im Rhythmus von 2 Wochen stattfindet. In letztem Fall gelten die Fahrten als Dienstreise.

ad 2.: Die Fahrten sind mit EUR 0,3 pro Entfernungskilometer und Fahrt absetzbar.

ad 3.: Das häusliche Arbeitszimmer wird steuerlich nur dann anerkannt, wenn es Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit ist. Hier verbietet sich jede schematische Einordnung. Maßgebend für die Beurteilung des Arbeitszimmers als Mittelpunkt ist, dass der qualitative Schwerpunkt der Gesamttätigkeit im häuslichen Arbeitszimmer liegt. Dies ist der Fall, wenn dort die für den Beruf wesentlichen und prägenden Tätigkeiten verrichtet werden. Die zeitliche Nutzungsdauer ist dabei allenfalls ein Indiz. Bei Handelsvertretern und Außendienstmitarbeitern soll nach Rechtsprechung des BFH der qualitative Schwerpunkt der Gesamttätigkeit regelmäßig außerhalb des Arbeitszimmers, sondern im Geschäftsbezirk liegen. Eine starre Obergrenze kann ich Ihnen unter dem Hintergrund dieser Rechtsauffassung nicht nennen.

ad 4.: Die Warmmiete einschließlich aller Nebenkosten sind zu berücksichtigen.

ad 5.: Zu beachten ist beispielsweise, dass berufliche Nebentätigkeiten in die Bewertung des häuslichen Arbeitszimmers als beruflicher Mittelpunkt zu berücksichtigen sind. Eine Tätigkeit, die beispielsweise am Wochenende in den Räumen des Arbeitgebers/Auftraggebers ausgeübt wird, unter Umständen die Qualifikation des Arbeitszimmers als beruflicher Mittelpunkt entfallen lassen könnte.

Ich hoffe, Ihnen hiermit weitergeholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt

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