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Holzofen in Mietswohnung aufstellen


| 11.06.2007 18:15 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Böhler



Sehr geeherte Damen und Herren,

meine Lebenspartnerin und ich sind am 1.12.2005 zum ersten mal in eine gemeinsame Mietwohnung eingezogen. Wir hatten von Anfang an nach einer Wohnung Ausschau gehalten, in der wir einen Specksteinofen bzw. einen Holzofen aufstellen können um so Heizkosten zu sparen. Deswegen hatten wir uns auch wegen der Isolierung vom Haus nicht all zu große Gedanken gemacht. So ein Ofen heizt ja ordentlich ein und das nötige Brennholz hatten wir schon in Aussicht. Außerdem wurde uns zugesichert die Wohnung wurde erst vor 6 Jahren neu renoviert, alles sah neu und modern aus. Allerdings merken wir erst als wir einige Tage darin wohnten, dass die Wohnung die Wärme nicht hält. Wir erreichen mit voller Heizleistung gerade mal um die 18-20C°.Als wir die Wohnung besichtigten wurde uns zugesichert einen Holzofen aufstellen zu können und auch einen Lagerplatz für Holz würde uns gestellt werden. Dies wurde allerdings beides nicht im Mietvertrag geregelt, sondern wir haben auf das Wort unseres Vemieters vertraut. Als wir unsere Küche danach ausgesucht (bestimmte Maße mussten wegen dem Ofenanschluss eingehalten werden)uns Holz gekauft und einen passenden Holzofen ausgesucht hatten (Ofen war aber noch nicht gekauft) sagte der Vermieter er wolle das nicht mehr und da gibt es nichts zu machen. Das war uns so wichtig mit dem Ofen, hätten wir das gewusst, hätten wir die Wohnung erst gar nicht genommen. Jetzt haben wir natürlich ewig hohe Heizkosten, die nicht eingeplant waren. Der Vermieter selbst hat einen Holzofen in seiner Wohnung stehen, und zahlt so nur ca. 10% der Jährlich anfallenden Heizkosten, er wohnt genau unter uns. Leider haben wir auch keine Zeugen die dabei waren als der Vermieter uns das zugesichert hat. Jetzt steht sein Wort und das seiner Frau gegen das meiner Lebenspartnerin und mir. Meine Frage ist nun, kann man die zusätzlichen Heitzkosten die uns durch den mündlichen Vertragsbruch entstanden sind irgendwie geltend machen? Uns ist hierdurch ein erheblicher Finanzieller Schaden entstanden.


Mit freundlichen Grüßen
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Schilderung summarisch gerne wie folgt beantworte:

Um ggf. einen Schaden (der wohl in einem etwaigen Prozess nur mittels eines Sachverständigengutachtens beziffert werden könnte - der Schaden bestünde ja in der Differenz Heizen mit Holz – aktuelle Heizung) gegenüber dem Vermieter geltend machen zu können, müssen Sie beweisen können, dass eine entsprechende Zustimmung vorgelegen hat. Wenn nun aber der Vermieter eine Übereinkunft bestreitet, wird es schwierig mit einem derartigen Beweis. Sie können deshalb zwar versuchen, den Schaden einzuklagen, doch sind die Erfolgsaussichten nach dem Stand Ihrer Darstellung gering. Dies kann sich aber ändern, wenn Zeugen vorhanden sind, die belegen können, dass die Anmietung der Wohnung nur wegen der Möglichkeit des Einbaus des Holzofens erfolgt ist.

Ich rate Ihnen, einen im Mietrecht spezialisierten Rechtsanwalt vor Ort mit der Detailprüfung des Falles zu beauftragen; dieser wird dann abschließend die Erfolgsaussichten eines Vorgehens beurteilen können.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 03.08.2007 | 21:09

Sehr geehrte Damen und Herren,

nochmal eine kurze Nachfrage zu dem oben genannten Fall. Wir haben zwar keine direkten Zeugen,also es war keiner dabei, aber wir haben es jedem erzählt dass wir einen Holzofen aufstellen können (Bekannten, Verwanden) diese Personen wussten von Anfang an bescheit und könnten es bezeugen. Außerdem haben wir über meiner Lebensgefährtin ihrer Schwester (diese hat alles für uns geregelt) Holz gekauft, haben leider deswegen auch keine Rechnung die auf unseren Namen lautet. Würde uns dies weiterhelfen und würde ein Geständnis auf Tonband was bringen, würde dies vor Gericht anerkannt werden? Wenn wir jetzt gegen dem Willen des Vermieters einen Holzofen aufstellen, wäre das ein berechtigter Kündiungsgrund?


Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.08.2007 | 20:34

Sehr geehrter Fragesteller,

indirekte Zeugen sind leider keine sonderlich guten Beweismittel, können sie ja nur das bezeugen, was sie von Ihnen gehört haben. Auch ein Tonband ist nur dann im Prozess verwertbar, wenn es mit Einverständnis der Gegenseite erstellt wurde. Ein "Abhörprotokoll" dürfte einem Beweisverwertungsverbot unterliegen. Allerdings liegen auch mit den indirekten Zeugen Indizien vor, die für Sie sprechen und für ein Gericht Anlass geben können, den Vortrag der Gegenseite anzuzweifeln.

Den Holzofen einfach einzubauen stellt im Hinblick auf § 543 BGB ein Risiko dar.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

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