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Hohe Zuzahlung Geschäftswagen als Werbungskosten absetzbar

| 11.01.2011 21:27 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

für den Geschäftswagen Bruttolistenpreis 37.071 EUR, werden aus dem Nettogehalt folgende Beträge bezahlt:

1 % vom Bruttolistenpreis = 371 EUR monatlich für die private Nutzung und zusätzlich 185 EUR monatlich für die Wunschausstattung.

Diese Zuzahlung in Summe von 556 EUR monatlich übersteigt den für die private Nutzung aus steuerlicher Sicht zu versteuernden Betrag. Darum wurde der auf die dienstlich gefahrenen km entfallende Anteil als Dienstreisekosten geltend gemacht. Das Finanzamt hat dies abgelehnt und wir haben widersprochen. Lohnt es sich den Einspruch aufrecht zu erhalten? Welche ggfls. anderen Möglichkeiten der Absetzbarkeit sehen sie?

Mfg

Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte Ihre Frage wie folgt:

Gem. § 9 Abs. 1 Nr 4 können Aufwendungen des Arbeitnehmers für die Wege zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte als Werbungskosten geltend gemacht werden. 2Zur Abgeltung dieser Aufwendungen ist für jeden Arbeitstag, an dem der Arbeitnehmer die regelmäßige Arbeitsstätte aufsucht, eine Entfernungspauschale für jeden vollen Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte von 0,30 Euro anzusetzen, höchstens jedoch 4 500 Euro im Kalenderjahr; ein höherer Betrag als 4 500 Euro ist anzusetzen, soweit der Arbeitnehmer einen eigenen oder ihm zur Nutzung überlassenen Kraftwagen benutzt.

Das bedeutet für Sie: Wenn Sie ein Arbeitnehmer sind und den Geschäftswagen für die Fahrten zur regelmäßigen Arbeitsstätte benutzen, können auch höhere Kosten als 4500 € jährlich-was hier der Fall ist-, wobei jeder Kilometer mit 0,30 € zu berücksichtigen ist angesetzt werden, soweit Ihnen zur Nutzung überlassenen Kraftwagen benutzt.

Für Dienstreisen, die nicht zu Ihrem regelmäßigen Arbeitsplatz führen, können Sie keine Werbungskosten geltend machen. Daher würde sich deswegen nicht lohnen, den Einspruch aufrecht zu erhalten.

Die Werbungskosten sind in § 9 EStG abschließend geregelt. Es ist danach nicht ersichtlich, dass Aufwendungen für den Geschäftswagen geltend gemacht werden können.

Rückfrage vom Fragesteller 13.01.2011 | 20:15

Danke, für Ausführungen besonders in ihrer Ergänzung gehen sie auf die Absetzbarkeit als Dienstreisekosten ein. Allerdings hatte ich schon in meiner Frage geschrieben, dass ich die 1 % nicht als geldwerten Vorteil versteuere, sondern den Betrag in Höhe von 1% des Bruttolistenpreises = 371 EUR monatlich von meinem Nettogehalt bezahle. Hinzu kommt noch die Zahlung in Höhe von 185 EUR wie oben beschrieben ebenfalls monatlich.

Ich bezahle also jeden Monat für das Fahrzeug 556 € aus meinem Nettogehalt.
Da diese Zahlungen größer sind als die Versteuerung, mit welcher das Finanzamt für private Nutzung rechnet, gehe ich davon aus, dass die Differenz auf meine beruflichen Fahrten entfällt und daher als Dienstreisekosten geltend gemacht werden können.

Was meinen sie?

MfG

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 14.01.2011 | 09:50

Ich würde nicht sagen, dass dieser Betrag mit dem Betrag gedeckelt ist, den Sie bezahlen würden, wenn Sie das als geldwerten Sachbezug angenommen hätten, weil Sie dann noch Einkommenssteuer darauf zahlen müssten.

Zudem zahlen Sie für den Wagen nach den Steuern, so dass es sich um Ihr Vermögen handelt. Damit können Sie machen, was Sie wollen. Sie können auch überflüssige bzw. Luxusausgaben machen, die Sie dann nicht steuerlich abziehbar machen können.

Das ist meine Einschätzung der Sachlage.

Ergänzung vom Anwalt 13.01.2011 | 10:32

Ich ergänze und berichtige die Antwort wie folgt:

Wenn Sie den Wagen außerhalb des Dienstverhältnisses zur Verfügung bekommen hätten, hätte § 3 Nr. 16 EStG gegolten, mir der Folge, ass die Einnahmen steuerfrei wären. Das ist aber nicht der Fall, weil Sie den Wagen wohl von Ihrem Arbeitgeber zr Verfügung bekommen haben.

Die Fahrtkosten für Dienstreisen können Sie grundsätzlich als Werbungskosten geltend machen i.S.d. § 9 Abs. 1 Satz 1 EStG , wenn Sie selbst - und nicht Ihr Arbeitgeber- dafür Ausgaben gemacht haben. Sie wollten aber wissen, ob die Zusatzkosten als Werbungskosten geltend gemacht werden können. Die 1%-Regelung ist aber eine Einnahme gem. § 8 Abs.2 Satz 2 EStG i.V.m. § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG , so dass diese Einnahme in Form der Sonderausstattung nicht als Werbungskosten geltend gemacht werden kann.

Ergänzung vom Anwalt 14.01.2011 | 12:16

Ein Urteil des BFH vom 18.10.2007, Aktenzeichen: VI R 57/06 .

Zwar etwas anderes gelagert, da der StPfl. dies als geldwerte Einkünfte angemeldet hat, aber im Prinzip können Sie die Aufwendungen erst dann geltend machen, wenn Sie ein Fahrtenbuch geführt haben. Dies hat aber nichts mit der hohen Zuzahlung zu tun.

Bewertung des Fragestellers 18.01.2011 | 19:22

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