Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Höhere Unterhaltszahlung nach 18. Geburtstag- wie hoch ist der Betrag?

| 27.09.2010 10:28 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Carolin Richter


Sehr geehrte Anwältin, sehr geehrter Anwalt,

ich habe vier Kinder im Alter von bisher 3 x 16 Jahren und 1 x 17 Jahren. Mein ältester Sohn hatte am 23.09.2010 Geburtstag und ist seitdem volljährig, also 18 Jahre alt.

Bisher zahlte mein Ex-Mann für seine vier Kinder einen Kindesunterhalt in Höhe von 1.902,00 Euro. Alle Kinderfreibeträge laufen auf ihn, da ich nicht so viel verdiene. Das Kindergeld wird an mich ausbezahlt.

Laut Scheidungsurteil wurde festgelegt, dass mein Ex-Mann für jedes Kind 170% des jeweiligen Regelbetrages der jeweiligen Altersstufe zu zahlen hat. Bisher waren alle Kinder in der 3. Altersstufe. Nach seinem 18. Geburtstag ist mein ältester Sohn in der 4. Altersstufe. Alle Kinder wohnen bei mir und besuchen das Gymnasium. Mein ältester Sohn wird in 1 1/2 Jahren sein Abitur absolvieren.

Auf wie viel Euro beläuft sich der zusätzliche Unterhalt, den mein Ex-Mann mit der Volljährigkeit unseres ältesten Sohnes zu zahlen hat? Bzw. wie hoch ist der gesamte Kindesunterhalt, den mein Ex-Mann ab Oktober 2010 an mich zu entrichten hat?

Sehr geehrte Fragestellerin,

gern beantworte ich Ihre Frage uinter Beachtung Ihrer Sachverhaltsangaben und Ihres Einsatzes.

Die Berechnung des Unterhaltes für ein Volljähriges Kind erfolgt abweichend zu der bisherigen Berechnung für ein Minderjährigen Kind. Ich stelle Ihnen im Folgenden die Abweichungen dar.

Bei einem Volljährigen Kind, kann der Elternteil, bei dem das Kind noch wohnt seinen Unterhaltsbeitrag nicht mehr durch den Naturalunterhalt (Versorgung des Kindes mit Lebensmittel und Betreuung) erbringen, sondern ist grundsätzlich auch zum Barunterhalt (Geldleistung) wie der andere Elternteil verpflichtet. Das heißt, dass auch Ihr Einkommen bei der Unterhaltsberechnung grundsätzlich ersteinmal zu berücksichtigten ist. Dazu aber weiter unten.

Zunächst ist für den Mindestunterhalt eines volljährigen Kindes, dass noch im Haushalt eines Elternteils lebt, die 4. Alterstufe der Unterhaltstabelle maßgeblich. Anhand Ihres Wohnortes gehe ich davon aus, dass für Sie die Unterhaltstabelle der Unterhaltsleitlinien der Oberlandesgerichte Bamberg, Karlsruhe, München, Nürnberg, Stuttgart und Zweibrücken zutreffen. Der Stand der Unterhaltsleitlinien ist der 01.01.2010. Aller 1-2 Jahre ändern sich die Unterhaltsbeträge. Die Unterhaltsleitlinien finden sich im Internet über die Stichwortsuche, falls Sie nochmals nachlesen möchten. Der Mindestunterhalt für die 4. Alterstufe beträgt 488,00 €. 170 % davon entsprechen 829,60 €, gerundet auf volle Euro (wird von den Unterhaltsleitlinien so vorgeschrieben) 830,00 €. Davon ist das hälftige Kindergeld von 92,00 € abzuziehen, so dass sich ein Unterhaltsbetrag von 738,00 € ergibt.

Diese 738,00 € sind vom Kindesvater nur zu zahlen, falls Ihr Einkommen nicht zu berücksichtigen ist (siehe obige Ausführungen). Sie gaben an, nur über geringes Einkommen zu verfügen. Ein Teil Ihres Einkommens ist für Ihre Lebenshaltungskosten reserviert. Dieser sogenannte Selbstbehalt beträgt bei volljährigen Kindern 1.100,00 €. Falls Ihr bereinigten Nettoeinkommen (zum Begriff gleich weiter unten) 1.100,00 € nicht übersteigt, bleibt es bei obiger Berechnung, falls nicht, können Sie unter exakter Angabe Ihres bereinigten Nettoeinkommens die Nachfragefunktion betätigen.

Das bereinigte Nettoeinkommen berechnet sich wie folgt: Bruttoeinkommen abzüglich Steuern + Sozialabgaben, abzüglich Fahrtkosten zur Arbeit (0,30 € pro Kilometer), 5 % berufsbedingte Aufwendungen, eventuell Schulden, eventuell Betreuungskosten.

Ergibt sich dann ein Betrag über 1.100,00 € ist dieser Betrag mit dem bereinigten Nettoeinkommen des Kindesvaters (diese Angabe benötige ich auch zur exakten Berechnung) zu addieren. Danach wird Ihr einzusetzendes Einkommen ins Verhältnis zu dem addierten Betrag gesetzt. Diesen sich ergebenden Prozentsatz müssen Sie von den 738,00 € aufbringen.

Ich hoffe Ihnen einen Überblick verschafft zu haben. Bitte beachten Sie, dass geringfügige Sachverhaltsabweichungen zu einer veränderten rechtlichen Beurteilung führen können. Bitte beachten Sie weiter, dass eine Onlineberatung keine Beratung vor Ort ersetzen kann.

Mit freundlichen Grüßen

C.Richter
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 27.04.2011 | 06:46

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Die Beratung war einwandfrei- gerne wieder."
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 27.04.2011 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 69615 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Schnelle und kompetente Hilfe - super! ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Eine gute Erfahrung und eine verständliche Schilderung des Sachverhaltes. Vielen Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Gute und schnelle Antwort. Danke. ...
FRAGESTELLER