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Höhe von Garderobenhaftung

10.03.2008 16:17 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Sehr geehrte Anwälte,

Ich habe meine Oberbekleidung (Mantel, Schal und Handschuhe) gegen eine Gebühr von 1 Euro in einer Diskothek an der Garderobe zur Verwahrung aufgegeben.
Beim Verlassen der Lokalität war meine Kleidung nicht mehr auffindbar. Man sicherte mir zu sich beim mir zur Abwicklung zu melden. Natürlich meldete sich niemand.
Also nahm ich nach einer Rechtsberatung in diesem Forum schriftlich Kontakt zum Inhaber der Diskothek auf und forderte Schadenersatz. Ich schätze den Wert der abhanden gekommenen Gegenstände auf ca 190 Euro. Als Beleg für die Wertigkeit habe ich Kopien der Rechnungen von Mantel und Handschuhen beigefügt, über den Schal hatte ich leider keinen Beleg mehr, darum habe ich ihn aus der Forderung herrausgenommen. Der Wert des Mantels und der Handschuhe beläuft sich immerhin noch auf 165 Euro.

Nun hat man Telefonisch Kontakt zu mir aufgenommen und bot mir nachdem die Sachen nicht aufgefunden werden konnten, eine Zahlung von 80 Euro an. Sinngemäß sagte man etwa: "Das seien immerhin 50% des Wertes und ich könne froh über diese großzügige Zahlung sein. Immerhin seien die Sachen gebraucht gewesen und hätten sowieso keinen Wert mehr"

Tatsächlich waren die Kleidungsstücke zu diesem Zeitpunkt aber nicht einmal 2 Monate alt.

Für mich als Student sind 110 Euro die ich verlieren würde natürlich viel Geld, darum meine Frage: Steht mir tatsächlich nicht mehr zu und sollte ich das Angebot besser annehmen? Sind die Kleidungsstücke tatsächlich in derartig kurzer Zeit "wertlos" geworden?


Ich bedanke mich im Vorraus für ihre Antwort.




Die vorrausgegangene Frage ist gegebenenffalls unter folgender Adresse zu finden:

https://www.frag-einen-anwalt.de/forum_topic.asp?topic_id=36159

Sehr geehrter Fragesteller,

vorab möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen zu erhalten.

Durch Hinzufügen oder Weglassen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Aufgrund Ihrer Angaben beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Im vorliegenden Fall ist -wie auch bereits ausgeführt wurde- vom Vorliegen eines Verwahrungsvertrages ohne Haftungsobergrenze auszugehen.

Durch das Zahlungsangebot dürfte der Gegner den Anspruch dem Grunde nach anerkannt haben.

In Streit steht nunmehr noch die Höhe des Anspruchs.

Hierzu ist zunächst darauf hinzuweisen, dass Sie als Anspruchsteller beweispflichtig dafür sind, welche Sachen Ihnen abhanden gekommen sind und welchen Wert diese hatten.

Bezüglich des Mantels und der Handschuhe haben Sie hierfür Kaufbelege, mittels derer Sie das Kaufdatum und den Anschaffungspreis darlegen können.

Was den Schal betrifft, so können Sie auch für diesen ohne Weiteres Schadensersatz fordern, auch wenn hierfür kein Beleg mehr vorhanden ist.
Voraussetzung wäre natürlich, dass Sie durch Zeugen oder andere geeignete Beweismittel darlegen könnten, wann Sie den Schal zu welchem Preis gekauft hatten.

Was die Höhe des Anspruchs angeht, so ist es grundsätzlich so, dass Ihnen die tatsächlich eingetretene Vermögensminderung zu ersetzen ist.

Hierbei hat der Schädiger Wertersatz zu leisten, der sich danach bemisst, was für die Ersatzbeschaffung einer gleichwertigen Sache aufzuwenden ist.

Es handelt sich hierbei um den so genannten Wiederbeschaffungswert. Sie haben also keinen Anspruch auf den Wert einer neuwertigen Sache.

Bei der Bemessung dieses Wiederbeschaffungswertes sind nun verschiedene Faktoren zu berücksichtigen, wie zum Beispiel das Alter der Sache und der Erhaltungszustand im Zeitpunkt der Entstehung des Schadens.

Auch bezüglich des Erhaltungszustandes und bezüglich des Wiederbeschaffungswertes sind Sie beweispflichtig.

Mangels genauerer Kenntnis hierzu kann von hier aus nicht beurteilt werden, ob das Angebot in Höhe von 80 Euro insofern angemessen ist.
Es erscheint mir aber angesichts der Tatsache, dass die Sachen nach Ihren Angaben erst 2 Monate alt waren, doch eher als zu niedrig bemessen.

Da Sie aber andererseits -wie ausgeführt- keinen Anspruch auf Ersatz des vollen Anschaffungspreises in Höhe von 190 Euro haben, rate ich Ihnen an, mit dem Schädiger noch einmal zu verhandeln und ggf. eine Einigung im Bereich dazwischen anzustreben.
Als Argumentationshilfe könnten Sie unter Berücksichtigung des oben Gesagten ggf. noch den Verlust des Schals mit einbeziehen, um Ihre Verhandlungsposition zu verbessern.

Es vorliegend auf einen Rechtsstreit ankommen zu lassen, würde ich Ihnen angesichts der bestehenden Beweislast eher nicht anraten.

Ich hoffe, Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Monika C. Mack
- Rechtsanwältin -

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