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Höhe vom Krankengeld nachrechnen?

07.04.2018 21:24 |
Preis: 25,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von


Ich habe Mitte August 2017 die Arbeit begonnen. Der Bruttolohn betrug regelmässig 2000 Euro bei 39 Wochenstunden.
Die ersten beiden Wochen (Monat August) betrug der Nettolohn wegen Steuerklasse V nur 560 Euro.

Ab 1. September hatte ich Steuerklasse III und erhielt 1580 Euro netto.

Am 19. September bin ich erkrankt und habe 1580 Euro Lohnfortzahlung erhalten.

Ab Ende Oktober erhielt ich 28 Euro Krankengeld/Tag = 840 Euro/Monat

Darf die Krankenkasse einfach nur die zwei Wochen im August zur Berechnung des Krankengeldes heranziehen,
in denen der Nettolohn wegen Steuerklasse V so niedrig war?

Mein Rechtsgefühl sagt mir nein, denn die Steuerklassenänderung erfolgte bereits vor Krankheitsbeginn, das heißt ich wurde bei Eintritt der Erkrankung bereits nach Steuerklasse III abgerechnet. Außerdem hat auch der Betrieb korrekt 1580 Euro Lohnfortzahlung entrichtet.

Die Krankenkasse nimmt dann einfach die schlechte Steuerklasse zur Berechnung und berücksichtigt nur die ersten beiden Wochen?
09.04.2018 | 17:51

Antwort

von


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04318 Leipzig
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Berechnung des Krankengeldes von der Gesetzlichen Krankenversicherung ist in § 47 Fünftes Buch Sozialgesetzbuch – SGB V – geregelt. Das Krankengeld wird in Höhe von 70 Prozent des Regelentgeltes, maximal in Höhe von 90 Prozent des Netto-Entgeltes geleistet.

Es ist zunächst das Regelentgelt zu berechnen. Hierzu stehen unterschiedliche Berechnungsvarianten zur Verfügung, welche je nach der Art der Entlohnung zum Ansatz kommen. Es ist zu differenzieren, ob der Versicherte das Arbeitsentgelt nach Stunden, nach einem Festlohn oder nach einem anderen Berechnungsmodus erhält.
Bei der Krankengeldberechnung wird das laufende Brutto-Arbeitsentgelt berücksichtigt, welches der Beitragspflicht unterliegt. Neben dem laufenden Arbeitsentgelt werden noch einmalige Bezüge herangezogen, soweit diese der Beitragspflicht in der Gesetzlichen Krankenversicherung unterliegen. Dies sind zum Beispiel das Urlaubsgeld und die Weihnachtsgratifikation.

Als laufendes Arbeitsentgelt gelten Entgeltleistungen, welche für die Arbeit in einem konkreten Abrechnungszeitraum geleistet werden. Diese sind grundsätzlich dem Abrechnungszeitraum zuzuordnen, in dem die Arbeitsleistung auch tatsächlich erbracht wurde.
Für die Krankengeldberechnung ist grundsätzlich das Arbeitsentgelt des Abrechnungszeitraumes maßgebend, welcher vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit bereits abgerechnet wurde. Diesbezüglich spricht man vom sogenannten Bemessungszeitraum. Der Bemessungszeitraum muss mindestens vier Wochen umfassen. Ausnahmen sind allerdings möglich, beispielsweise dann, wenn das Arbeitsverhältnis vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit noch keine vier Wochen bestand.

Da, wie bereits erwähnt, in die Krankengeldberechnung auch beitragspflichtige Einmalzahlungen einzubeziehen sind, muss hierfür der Bemessungszeitraum auf zwölf Monate ausgedehnt werden. Das bedeutet, dass sämtliche beitragspflichtige Einmalzahlungen der letzten zwölf Monate vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit bei der Krankengeldberechnung berücksichtigt werden müssen. Dabei ist irrelevant, ob diese vom selben Arbeitgeber geleistet wurden oder ob zwischenzeitlich ein Wechsel bei der zuständigen Krankenkasse des Versicherten erfolgt ist. Die Krankenkasse, welche die Krankengeldberechnung durchführt, muss – sofern ihr die Daten nicht vorliegen – diese entsprechend von den bisherigen Arbeitgebern bzw. der bisherigen Krankenkasse anfordern.

Somit darf die Krankenkasse nicht nur 2 Wochen berücksichtigen und muss, da ja der Steuerklassenwechsel vor der Arbeitsunfähigkeit stattfand, ggf. eine Krankengeldnachberechnung durchführen.

Gegen den Bescheid sollten Sie schnellstmöglich Widerspruch einlegen und dies so begründen und eine Nachberechnung fordern. Ein klärendes persönliches Gespräch mit dem Kundenberater ist auch ein Weg, nur bitte nicht ausschließlich am Telefon, aufgrund der dann mangelhaften Beweismöglichkeiten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Vicky Neubert, Dipl.-Jur.

Nachfrage vom Fragesteller 09.04.2018 | 19:56

Vielen Dank für die Hilfe, bitte erlauben Sie eine Nachfrage. Ich war bei Beginn der Arbeitsunfähigkeit bereits 4 Wochen beschäftigt. Von Januar 2017 bis Mitte August 2017 war ich nicht berufstätig und hatte auch keine Einnahmen, nur meine Frau hat gearbeitet. Ab Mitte August erhielt ich Festlohn 2000 Brutto. Wenn nun der Bemessungszeitraum auf 12 Monate ausgedehnt wird, zählt dann auch die Zeit von Januar bis August mit in der ich nicht gearbeitet habe? Oder muss die Kasse in dem Fall die Monate September und Oktober 2017 mit berücksichtigen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.04.2018 | 12:51

Da liegt ein Missverständnis vor. Auf 12 Monate ist der Bemessungszeitraum nur auszudehnen, soweit unregelmäßige Gelder das Einkommen bestimmten. Das ist bei Ihnen nicht der Fall und aus diesem Grund sind bei Ihnen die 4 Wochen zu beanschlagen.

Mit freundlichen Grüßen


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