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Höhe der Mietminderung bei Baumaßnahmen


| 16.06.2005 13:58 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Steininger



Wir wohnen in einem Mehrfamilienhaus (14 Parteien). Hier mieten wir eine 2-1/2 Zi, Küche, Bad Wohnung. Seit 2 Monaten wird die Wohnung direkt über uns saniert, was mit entsprechender Lärmbelästigen einher geht. Zudem ist seit Beginn ein Gerüst vor unserem einzigen Schlafzimmerfenster aufgestellt. Wegen Einbruchgefahr dürfen wir die Rolläden nicht öffnen. Wir haben also kein natürliches Licht in diesem Raum.
Die Sanierungsmaßnahmen erforderten, dass auch ein neues Wasserrohr und Erdung in die Wohnung gelegt werden musste. Das alte Rohr verläuft durch unsere Küche. Um dieses auszutauschen musste unsere Küchenzeile abgebaut werden und die Wand auf ganzer Höhe und einer Breite von etwa einem halben Meter "geöffnet" werden (Lärm, Schmutz, Staub!). Der Bauschutt wurde in Eimern durch die Wohnung entsorgt. Die Küche (darin steht auch unsere Waschmaschine) war 1 Woche lang nicht benutzbar. Die Umbaumaßnahmen in der Küche dauern insgesamt etwa 10 Tage. Einen Tag lang war das Wasser gänzlich abgestellt.
Für uns ergibt sich durch die Umbaumaßnahmen kein Vorteil zum ursprünglichen Zustand.
Wie hoch kann ich eine Mietminderung geltend machen?
Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragensteller,

Ihre Online-Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen wie folgt beantworten:

Für Mietminderungen gibt es keine allgemeinverbindliche Tabelle. Es kommt stets auf den Einzelfall an.

Hier ein paar Bespiele:

- Küche und Bad nicht nutzbar 50% (LG Berlin)
- Umfangreiche Bauarbeiten über einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten rechtfertigen eine Minderung des Nettokaltmietbetrages in Höhe von ca. 50 % rückwirkend ab Baubeginn 50 % (AG Weißwasser)
- Baulärm bei Bauarbeiten im Haus, Leitungen für Gegensprechanlage, Erneuerung der Fenster, Stemmen von Löchern in die Decke, Lärm und Staub 20 % (AG Neukölln)
- Ausfall von Warmwasser 10 % (AG Münster)
- Einrüstung der Fassade, Plastikfolien an den Fenstern, ganze Wohnung abgedunkelt und kaum Lüftungsmöglichkeiten 15 % (AG Hamburg)

Die Minderungen können sich immer nur auf die Zeit beziehen, in der der Mangel vorgelegen hat.

Daher dürfte der Wasserausfall an einem Tag hinzunehmen sein. Auch das fehlende Tageslicht im Schlafzimmer würde ich nur als geringen Minderungsbetrag ansehen, da es hierbei nicht um einen Raum handelt, in dem man sich tagsüber dauerhaft aufhält.

Insgesamt dürfte der wesentliche Punkt die dauerhafte Lärm- und Schmutzbelästigung sein.

Ohne die genau Situation zu kennen, würde ich hier von einer Minderung von 25% ausgehen, zzgl. Minderung für 10 Tage für die fehlende Küche.

Ich hoffe, Ihre Frage hinreichend beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Steininger
Rechtsanwalt

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