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Höhe der Anwaltskosten berechtigt?

18.10.2005 08:28 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Schönen guten Morgen,
vor gut 1 1/2 Jahren trennte ich mich von meinem Mann,mit dem ich 10 Jahre verheiratet war.Da wir ein gemeinsames Haus besaßen,suchte ich eine Anwältin auf um mich beraten zu lassen.Diese Beratung kostete mich 550 Euro.
Kurze Zeit später reichte mein Mann die Scheidung ein,und ich konsultierte meine Anwältin erneut.Nach unserem Gespräch schickte
sie einen Brief an den Anwalt meines Mannes,allerdings ohne ihn mir vorher vorzulegen.Ist das normalerweise nicht üblich?
Da ich mich sehr freundschaftlich von meinem Mann getrennt hatte,empfand ich den Brief viel zu hart formuliert.Ich teilte ihr dies auch mit,und ging nicht mehr zu ihr.
Ich einigte mich mit meinem Mann in form einer Scheidungsfolgevereinbarung beim Notar ohne meiner Anwältin und auch beim Scheidungstermin war ich allein!
Jetzt schickte sie mir diese Kostenaufstellung:
Gegenstandswert : Übertragung Haushälfte 75000€
Freistellung von Verbindlichkeiten 49100€
Zugewinnausgleich 26715€
Ehegattenunterhaltsverzicht 2000€
insgesamt 152815€
8/10 Geschäftsgebühr gem.§118/1 BRAGO 1268€
8/10 Geschäftsgebühr gem.§118/2 BRAGO 1268€
Auslagenpauschale gem.§26 Brago 20€
16%Mwst.gem.§25II Brago 408,96€
abzüglich der ersten Beratungsgebühr bleit ein restbetrag von 2414,19€ .
Muß ich das wirklich bezahlen? Ich war doch gar nicht mehr dort gewesen.Und ich habe auch nie eine schriftliche Vollmacht unterschrieben.Genügt da eine mündliche?
Was empfehlen Sie mir?

Sehr geehrte Ratsuchende,

auch der mündliche Auftrag reicht. Bezüglich des Streitwertes habe ich so - mangels weiterer Informationen - Bedenken, ob diese richtig angesetzt worden sind, insbesondere hinsichtlich Hauswert und Zugewinn. Dieses wäre individuell zu überprüfen, was dieses Forum so nicht leisten kann (siehe Button "Hilfe).

Die 8/10 Geschäftsgebühr ist dem Grund nach nicht zu beanstanden, da die Kollegin eben tätig geworden ist.

Die Besprechungsgebühr wäre nur angefallen, wenn die Kollegin mit der Gegenseite oder einem Dritten gesprochen und SIE damit einverstanden gewesen wären. Das alles kann ich Ihrer Darstellung nicht entnehmen.

Wenn die Kollegin dieses alles nicht darlegen und erklären kann, steht Ihnen die Möglichkeit zu, die Rechnung von der örtlichen Rechtsanwaltskammer prüfen zu lassen. Auch kann ein anderer Kollege damit dann beauftragt werden, wobei aber sicherlich höhere Gebühren anfallen, als der von Ihnen gewählte Mindesteinsatz.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

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