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Höhe der Anwaltskosten bei Gesamterbe von 790 000 Euro


30.11.2005 21:32 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Es geht um ein Gesamterbe von 790 000 Euro. Ein Kind ist im Tetsament nicht bedacht worden und muss sich einen Anwalt nehmen, um seine Pflichtteils bzw Pflichtteilsergänzungsansprüche durchzusetzen. Die Erben bestreiten die Ansprüche nicht, es muss aber über Gutachter der Wert von Immobilien und Hausrat festgestellt werden.

Wie hoch belaufen sich in etwa die Anwaltskosten, die entstehen, wenn der Pflichteilsberechtigte einen Anwalt nimmt? Wer muss diese Kosten tragen, der Pflichtteilsberechtigte oder der im Testamen eingesetzte Erbe?

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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

Ihre Rechtsfrage beantworte ich auf der Basis Ihrer Angaben folgendermaßen:

1.
Der für die Berechnung der Anwaltsgebühren maßgebliche Gegenstandswert richtet sich nach dem Interesse des Mandanten an der Rechtsverfolgung. Hier kommt es also auf die Höhe des Pflichtteilsanspruchs an, der nach Ihrer Schilderung erst im Nachhinein festgestellt werden kann, sobald der Wert des Nachlasses feststeht.

Da Sie nicht mitteilen, wie viele erbberechtigte Personen vorhanden sind, nehme ich zunächst eine Einschätzung der Gebühren unter der Voraussetzung vor, dass ausschließlich noch zwei weitere Geschwister des Mandanten als Erben existieren.
(Ich empfehle Ihnen, mir im Rahmen der Nachfragefunktion noch nähere Informationen zukommen zu lassen. Dann werde ich Ihnen eine alternative Berechnung an die Hand geben.)

In diesem Fall würde sich der Pflichtteil auf 1/6 des Nachlasses belaufen, also nach der vorläufigen Schätzung des Nachlasses auf ca. € 132.000.

Für die außergerichtliche Interessenwahrnehmung bewegt sich das Anwaltshonorar im Rahmen zwischen 0,5 und 2,5 einer vollen Gebühr.
Bei Angelegenheiten mittlerer Schwierigkeit fällt ohne nähere Begründung eine Gebühr von 1,3 an.

Bei einem Gebührensatz von 1,3 wären hier nach der Gebührentabelle des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes (RVG)
€ 1.960,40
ohne Auslagen und Mehrwertsteuer zu bezahlen. Dies gilt bei einem Gegenstandswert ab € 125.000,00 bis € 139.999,99.

2.
Im außergerichtlichen Bereich hat der Mandant als Auftraggeber des Anwalts die Gebühren im Grundsatz selbst zu tragen.

Anders ist dies nur, wenn ein materiell-rechtlicher Kostenerstattungsanspruch gegen den Anspruchsgegner besteht.

Ein solcher Erstattungsanspruch ist im vorliegenden Fall nur dann gegeben, wenn der Gegner, hier also die Erbengemeinschaft, mit der Zahlung eines bestimmten Betrages vor Auftragserteilung in Verzug gesetzt worden ist.

Daran wird es hier fehlen, so dass der Pflichtteilsberechtigte wohl auf seinen Anwaltskosten sitzen bleiben wird.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen bei Ihrem Anliegen zunächst behilflich sein.

Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 01.12.2005 | 15:09

Es sind vier Kinder als Erbberechtigte vorhanden. Ein Kind hat nicht geerbt und stellt den Antrag auf Pflichtteil. Meine Frage: wie hoch sind dessen Kosten bzw. muss das Kind, das Fornderungen stellt den Anwalt zahlen oder geht dies auf Kosten der im Testament erwähnten Erben.

Vielen Dank für eine ergänzende Antwort!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.12.2005 | 16:00

Sehr geehrter Ratsuchender,

in diesem Fall wäre der Mandant zu 1/8 pflichtteilsberechtigt, hier also nach der vorliegenden Schätzung des Nachlasses in Höhe von € 98.750.

Ausgehend von diesem Gegenstandswert (sowie im Bereich zwischen € 95.000,00 und € 109.999,99) ergibt sich für die außergerichtliche Interessenwahrnehmung bei mittlerer Schwierigkeit der Rechtsangelegenheit ein Anwaltshonorar in Höhe von € 1.760,20 zuzüglich Auslagen und Mehrwertsteuer.

Bringt der Anwalt nur die gesetzliche Auslagenpauschale in Höhe von € 20 zum Ansatz, ergibt sich also ein Gesamtbetrag von
€ 2.065,03.

Wie bereits in meiner Ausgangsantwort erwähnt, kann der Pflichtteilsberechtigte seine Kosten der Rechtsverfolgung nur unter dem Gesichtspunkt des Verzuges von den Erben geltend machen.

Hierzu müsste er gegenüber (wenigstens einem seiner Geschwister aus) der Erbengemeinschaft seine Ansprüche zunächst ohne anwaltliche Vertretung unter Fristsetzung geltend machen. Erst nach fruchtlosem Ablauf der gesetzten Frist kann er die Anwaltsgebühren als Verzugsschaden verlangen.

Es empfiehlt sich, dass er zunächst nur seinen Anspruch auf Auskunft über den Bestand der Nachlasses (§ 2314 Abs. 1 BGB) gegenüber wenigstens einem der Erben bis zum Ablauf einer angemessenen Frist einfordert.
Die Kosten für die Wertermittlung fallen gemäß § 2314 Abs. 2 BGB dem Nachlass zur Last.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Auskünften Klarheit verschafft zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

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