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Höhe Zugewinnausgleich


02.11.2007 15:56 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Karin Plewe



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe eine Frage zur Berechnung des Zugewinnausgleiches in meinem Fall.

Mir steht die Scheidung an und ich muss meinen Mann auszahlen, weil ich das gemeinsame Haus behalten will. Geheiratet haben wir mit Zugewinngemeinschaft. Laut einem befreundeten Anwalt steht die Hälfte des Hauses meinem Mann zu.

Aber nun zu den Fakten:
Während der Ehe habe ich von meinem Vater im Rahmen eines Erbschaftsverzichts 400.000 DM erhalten.
Kurz darauf habe ich von meiner Mutter 2 Wohnungen und 50.000 DM in bar geerbt.

Von den 400.000 DM wurde ein Haus gekauft, den Kaufvertrag haben sowohl ich als auch mein Mann unterzeichnet, mein Mann wurde auch mit ins Grundbuch eingetragen. Zudem gab es einen Darlehensvertrag über 90.000 DM über die Restschuld für das Haus, auch von beiden unterzeichnet.

Ich habe anschliessend eine der beiden geerbten Wohnungen für 155.000 DM verkauft,u.a. um das Darlehen abzulösen. Vom Restgeld ist heute nichts mehr vorhanden.

Wie berechne ich nun den Zugewinnausgleich?
Ich:
Anfangsbestand:
Wert der beiden Wohnungen zum Zeitpunkt des Erbes
-155.000 DM
-230.000 DM
400.000 DM vom Vater
50.000 DM von Mutter
= 835.000 DM

Endbestand:
Wert der restlichen Wohnung heute
-geschätzte 250.000 DM
Hälfte des Wertes des Hauses heute
-geschätzte 200.000 DM
= 450.000 DM


Mann:
Anfangsbestand:
0 DM
Endbestand:
Hälfte des Hauses
-geschätzte 200.000 DM

Aber ist meine Rechnung wirklich korrekt? Demnach hätte ich einen Zuwachs von 0 und müsste nichts bezahlen, das kann ich gar nicht glauben. Obendrein hätte mein Mann einen Zuwachs von ca 200.000 und müsste an mich zahlen?

Mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Annahme ist richtig, da alles, was Sie aus einer Erbschaft oder "mit Rücksicht auf ein zukünftiges Erbrecht" (§ 1374 Abs.2 BGB) erhalten haben, dem Anfangsvermögen hinzugerechnet wird.

Mit freundlichen Grüßen

Karin Plewe
Rechtsanwältin

info@kanzlei-plewe.de

Nachfrage vom Fragesteller 02.11.2007 | 16:23

Aber ich möchte ja das Haus behalten. Er steht mit im Grundbuch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich ihm dafür nichts bezahlen muss?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.11.2007 | 18:20

Sehr geehrte Fragstellerin,

zunächst einmal wird der Zugewinnausgleich berechnet. Dafür wird das exakte (!) Anfangs- und Endvermögen zum jeweiligen genauen (!) Stichtag (Anfangsvermögen: Datum der Eheschließung, Endvermögen: Zustellung des Scheidungsantrages an Gegenseite) festgestellt. Dann können Sie berechnen, wer an wen welchen Ausgleichsbetrag zu zahlen hat. In welcher Form dieser Ausgleich stattfindet, wird dann in einem zweiten Schritt geregelt. Wenn Ihr Mann Ihnen z.B. 100.000 Euro zahlen müsste, Sie aber das Haus behalten wollen, dann müsste dies gegengerechnet werden, sobald man sich auf den Preis für das Haus geeinigt hat.

Im Übrigen wäre noch zu prüfen, ob Sie gegen ihn einen weiteren Zahlungsanspruch haben, denn nach Ihren Angaben hat Ihr Mann nichts zum Vermögenszuwachs während der Ehe beigetragen. Das Haus, von dem ihm die Hälfte nun gehört, wurde mit Ihrem geerbten Geld bezahlt. Es wäre eine Überlegung wert, ob er diese Zuwendung nicht aus bereichungsrechtlichen Gesichtspunkten an Sie zurück erstatten müsste. Aber eine solche Prüfung würde den Rahmen dieser Plattform übersteigen. Ich empfehle Ihnen daher, sich von einem eigenen Anwalt ausführlich beraten zu lassen. Insbesondere sollten Sie sich nicht auf die Angaben eines befreundeten Anwalts verlassen, wenn nicht feststeht, in wessen Interesse er handelt. In derartigen Fällen wird leider immer wieder darauf vertraut, dass man "einvernehmlich" einen "gemeinsamen" Anwalt nimmt, was jedoch rechtlich nicht zulässsig ist, da ein Anwalt immer nur eine Partei vertreten darf und dann auch nur (!) in deren Interesse handelt.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiter helfen und stehe Ihnen auch gerne für weitere Tätigkeit im Rahmen einer Mandatsübertragung zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Karin Plewe
Rechtsanwältin

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