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Höhe Schmerzensgeld

| 10.02.2012 18:07 |
Preis: ***,00 € |

Medizinrecht


Hallo,

wie hoch wäre das zu erwartende Schmerzensgeld nach einer verpfuschten Unterlid-OP.
Patient musste bereits 12 Rekonstruktionsoperationen, die längste davon von über 10 Stunden Dauer unter Vollnarkose, über sich ergehen lassen.
Patient ist seit über 1,5 Jahre in Dauerbehandlung, arbeitsunfähig und in einem psychisch kritischen Zustand.
Erfolg der nun anstehenden Rekonstruktion ungewiss.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts im Rahmen einer ersten Einschätzung der Lage wie folgt summarisch beantworten möchte:

Maßgebend für die Bemessung des Schmerzendgeldes ist entscheidend die Schwere der Verletzungen, das dadurch bedingte Leiden, dessen Dauer, das Ausmaß der Wahrnehmungen der Beeinträchtigung durch den Verletzten und der Verschuldensgrad des Schädigers. Zur Schmerzensgeldbemessung werden auch u.a. Missempfindungen und Unlustgefühle als Folgereaktion auf den durch den Behandlungsfehler verursachten Gesundheitsschaden herangezogen. Auch die auf den infolge der behandlungsfehlerbedingt durchgeführte ärztlichen Nachbehandlungen – (wie OPs) beruhenden erheblichen Beeinträchtigungen werden hierbei berücksichtigt. Neben dem Behandlungsfehler und der Kausalität des Behandlungsfehlers für die herangezogenen Schäden muss der Kläger alle die Bemessung des Schmerzensgeldes beeinflussenden Umstände nachweisen. Dies kann anhand eines medizinischen Gutachtens und den entsprechenden Behandlungsunterlagen geschehen.

Wie hoch das Schmerzensgeld nach der verpfuschten Unterlid-OP letztlich ausfallen wird kann nicht pauschal beantwortet werden, sondern vielmehr nur anhand einer Schätzung erfolgen, da dieses wie gezeigt von vielen noch zu ermittelnden Einzelheiten abhängt und zudem hierbei dem Richter ein freies Ermessen bezüglich der Bestimmung der Höhe eingeräumt wird.

Nur soviel:

Vor dem Hintergrund, dass der Patient 12 Rekonstruktionsoperationen, von denen eine über 10 Stunden dauerte und zudem unter Vollnarkose durchgeführt wurde, der Patient seit über 1,5 Jahre sich in Dauerbehandlung befindet, arbeitsunfähig und sich in einem psychisch kritischen Zustand halte ich ein Schmerzensgeld in Höhe von zwischen 8000 € – 12000 € für angemessen.



Ich hoffe ich konnte Ihnen mit diesen Ausführungen weiterhelfen und wünsche Ihnen in dieser Angelegenheit noch alles Gute

Mit freundlichen Grüßen

Marksen Ouahes
(Rechtsanwalt)

Rückfrage vom Fragesteller 10.02.2012 | 19:48

Hallo!

8000-12000 für 1,5 Jahre Dauerbehandlung 12 Rekonstruktionsversuchen und 55 Stunden auf dem OP-Tisch hört sich nach meinem Verständnis absurd an.
Ein Prominenter, der in der Bild abgleichtet wird erhält mehr.
Ist das ist vollkommender Ernst?

Patient lebt seit 1,5 Jahre abgeschottet von der Aussenwelt. Reaktive Depression und Trauma wurden bereits attestiert.
Behandlungsfehler ist bewiesen.
Patient seitdem nicht arbeitsfähig, geschweige gesellschaftsfähig.

12000 Euro wären gerade 21€ Schmerzensgeld pro Tag.

Eine Frau erhielt nach mißglückter Brust-OP 130000€ zugesprochen, hier waren "nur" 7 Korrekturen notwendig. Wobei man sagen muss, dass eine Brust verdeckt werden kann.

Entstelltes Gesicht, kann man nicht mit einem Tuch verdecken.

Sind Sie Fachanwalt für Medizinrecht?
Auf welches Urteil berufen Sie sich genau?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 10.02.2012 | 20:43

Sehr geehrter Fragesteller,

Vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne folgendermaßen beantworte,

meine Spezialisierung liegt im Medizinrecht und habe bereits den entsprechenden Fachanwaltslehrgang im Medizinrecht erfolgreich abgelegt.

Sie sprechen das Urteil des Landgerichts Coburg vom 14.04.2009 (AZ.: 14 O 402/05 ) an. Dieses Urteil ist mir bekannt.

Die Bemessung des Schmerzensgeldes hängt wie schon gesagt von mehreren Faktoren ab. Unter anderem ist der Grad des Verschuldens des Arztes von erheblicher Bedeutung. Im Fall, der dem LG Coburg vorlag, hatte der Arzt ein ungeeignetes operatives Verfahren angewandt. Das stellt einen eklatant groben Behandlungsfehler dar, der vor dem Hintergrund, dass die Klägerin dabei eine gesunde Brust verlor, ein so hohes Schmerzensgeld klar rechtfertigt.

Ich habe nicht verneinen wollen, dass in Ihrem Fall ein erheblich höheres Schmerzendgels in Betracht kommt. Dies hängt von den Einzelheiten Ihres Falles ab, die Schmerzensgeldrelevanz aufweisen. Hierzu gehören wie gesagt alle Nachteile, die die Nachbehandlungen für den Patienten mit sich brachten und dabei entscheidend auch und gerade der Verschuldensgrad des den Patienten behandelnden Arztes. Bei Vorliegen eines groben Behandlungsfehlers des den Patienten im Rahmen der Lidoperation behandelnden Arztes in Verbindung mit den hierauf zurückzuführenden psychischen und physischen Beeinträchtigungen, die erheblich die Lebensqualität des Patienten beeinträchtigen kann selbstverständlich auch ein erheblich höheres Schmerzensgeld zu erwarten sein. Es kann in Ihrem Fall unter entsprechenden Umständen ein Schmerzensgeld in Höhe von 30000 € – 50000 € zu erzielen sein.

Im Fall, der dem LG Coburg vorlag, hat die Klägerin durch den Behandlungsfehler ihre gesunde rechte Brust verloren. Sie muss bis an ihr Lebensende mit einer Prothese leben, was für eine Frau eine erhebliche psychische und physische Beeinträchtigung bedeutet und ihr ganzes Leben lang zu ertragen hat.

Für eine weitere Mandatierung stehe ich Ihnen diesbezüglich gerne zur Verfügung. Sie können mich hierzu problemlos auch per Email kontaktieren.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit diesen Ausführungen einen ersten Einblick in die Rechtslage verschaffen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Marksen Ouahes
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 10.02.2012 | 22:33

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