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Höhe Busch auf Grundstücksgrenze

| 27.10.2014 15:57 |
Preis: ***,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Eichhorn


Zusammenfassung: Grenzabstand eines Strauchs.
Ausschluss des Anspruchs auf Zurückschneiden?

Sehr geehrte Damen & Herren,

ich habe zum 01.07.2014 eine DHH in Schleswig-Holstein gekauft. Mein Nachbar hat direkt an der Grundstücksgrenze einen Haselnussbusch stehen, der momentan ca. 7 m in die Höhe gewachsen ist und uns demnach die komplette Sonne nimmt.
Laut Internet-Recherche hätte man nach Überschreiten der zulässigen Mindesthöhe innerhalb von 2 Jahren Einspruch einlegen müssen. Dies wurde vom Vorbesitzer leider versäumt. Beginnt die Frist der 2 Jahre durch meinen Kauf der Immobilie von vorne?
Falls nicht: Gibt es rechtlich gar keine Möglichkeit, den Busch wieder auf „Normalgröße" zu bekommen? Wie hoch dürfte der Busch denn generell wachsen? Oder gibt es da keine gesetzliche Grenze nach oben?

PS: Ein Gespräch mit den Nachbarn hat natürlich schon stattgefunden, leider ohne Einsicht. Deshalb würde mich die rechtliche Situation interessieren.

Mit freundlichen Grüßen,
KHB

Einsatz editiert am 27.10.2014 17:00:24

Sehr geehrter Ratsuchender,

die 2-Jahresfrist beginnt nicht erneut mit dem Grundstückserwerb.

Ohne konkrete Gefährdung Ihres Grundstücks haben Sie keine Möglichkeit, den Strauch "auf Normalgröße" zu bekommen.

Ansonsten können Sie erst tätig werden, wenn der Strauch zu Ihnen herüberwächst (§ 910 BGB ).

Eine generelle Höchstgrenze für Sträucher gibt es nicht.

Der Nachbar kann mit seinem Grundstück "nach Belieben verfahren" (§ 903 S. 1 , 905 S. 1 BGB ), d.h. auch Sträucher wachsen lassen, solange nicht Gesetze oder Rechte Dritter (Recht auf Beseitigung/ Kürzung nach Nachbarrechtsgesetz wegen Verjährung ausgeschlossen) entgegenstehen.

Die Rechtsprechung erkennt einen Anspruch wegen des Entzuges von Licht nicht an.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt

Rückfrage vom Fragesteller 27.10.2014 | 17:31


Vielen Dank für die schnelle (leider nicht positive) Antwort.

Eine kleine Nachfrage habe ich noch:
Was ist denn mit den Ästen, die auf unsere Grundstück rüberwachsen. Wir haben vor an der Grenze eine Pergola aufzustellen. Nun ist allerdings davon auszugehen, dass die Äste sich irgendwann durch das Holz bohren werden. Gibt es diesbezüglich ein Gesetz? Oder ist das auch "unser Pech"?
Wenn die Pergola steht, kommen wir ja nicht mehr dahinter, um die Äste ggfls. abzuschneiden, die auf unser Grundstück wachsen.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 27.10.2014 | 17:57

Sehr geehrter Ratsuchender,

wie bereits genannt, müssen Sie herüberwachsende Zweige nicht dulden (§ 910 BGB ).

Wenn Sie sich selbst die Möglichkeit nehmen, von Ihrem Recht Gebrauch zu machen, haben Sie zwar bei Schäden, die durch den Strauch verursacht werden, einen Schadensersatzanspruch gegen den Nachbarn, müssen sich aber ein Mitvertschulden anrechnen lassen.

Der Nachbar muss zur Grenze nicht einen größeren Abstand einhalten als Sie.

Der Nachbar darf den Busch nicht über die Grenze wachsen lassen. Sie haben auch einen Anspruch auf Beseitigung bei Herüberwachen gemäß § 1004 BGB bzw. bei Schädigung Ihres Eigentums.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt





Peter Eichhorn
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 29.10.2014 | 09:54

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