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Höchstanspruchsdauer Krankengeld nach § 48 SGB V

| 08.11.2013 19:38 |
Preis: ***,00 € |

Sozialversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Raphael Fork


Zusammenfassung: Begrenzung des Krankengeldanspruchs auf 78 Wochen

Guten Tag,

ich erhielt seitens der gesetzlichen Krankenkasse einen Bescheid über das Ende der Krankengeldzahlung, weil die Höchstanspruchsdauer von 78 Wochen erreicht sei.

Ich war nicht durchgehend arbeitsunfähig, sondern mehrfach über längere Zeiträume.

Im Nachfolgenden bezeichne ich die Erkrankung, die zur Aussteuerung führen soll, als Krankheit A.

In einem dieser Zeiträume meiner Arbeitsunfähigkeiten begann der Zeitraum nicht mit Krankheit A, sondern mit Krankheit B. Erst im Laufe dieses Zeitraumes kam Krankheit A hinzu und begründete für den Rest dieses Zeitraumes alleinstehend die Arbeitsunfähigkeit. Beispiel:

AU-Zeitraum 01.08.12 bis 30.09.12
darin:
01.08.12 bis 20.08.12 wegen Krankheit B
erst ab 21.08.12 bis 30.09.12 wegen Krankheit A

Wird der Zeitraum vom 01.08.12 bis 20.08.12 wegen Erkrankung B mit zur Berechnung der Höchstanspruchsdauer herangezogen?

Es handelt sich meines Erachtens nicht um eine hinzugetretene Erkrankung i. S. v. § 48 Abs. 1 S. 2 SGB V, weil die Krankheit B erstmalig und zu Beginn(!) des Zeitraums auftrat - also nicht zunächst A, dann B, sondern erst B, dann A.

Vielen Dank.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:




Frage 1:
"Wird der Zeitraum vom 01.08.12 bis 20.08.12 wegen Erkrankung B mit zur Berechnung der Höchstanspruchsdauer herangezogen?"




Dies wird dann der Fall sein, wenn sich die Ansicht der Krankenkasse bestätigen sollte, dass die Begrenzung der Leistungsdauer auf 78 Wochen hier gerechtfertigt ist.

Dies wäre entweder der Fall, wenn es sich um "dieselbse Krankheit" (§ 48 I Satz 1 SGB V) oder ein Hinzutreten einer Krankheit während der AU handelt (§ 48 I Satz 2 SGB V).

Um „dieselbe Krankheit" i.S. des § 48 I Satz 1 SGB V handelt es sich, wenn die "Ausgangserkrankung" in einem Bündel nebeneinander vorhanden gewesener Krankheiten bestand. In diesem Fall teilt die wieder aufgetretene Erkrankung (im Sinne eines Minus) das rechtliche Schicksal der ursprünglichen Erkrankungen (BSG, B 1 KR 27/04 R).


Ein "Hinzutreten während der Arbeitsunfähigkeit" i.S. von § 48 I Satz 2 SGB V liegt vor, wenn zeitgleich mit dem Vorliegen oder Wiedervorliegen einer zur Arbeitsunfähigkeit führenden ersten Erkrankung unabhängig von dieser Krankheit zugleich eine weitere Krankheit die Arbeitsunfähigkeit des Versicherten bedingt (BSG, B 1 KR 27/04 R).

Hiervon wird die Krankenkasse aufgrund des zeitlichen Zusammenhangs ( durchgehende AU wegen beider Erkankungen) ausgehen.


Hiergegen können Sie innerhalb eines Monats nach Zustellung des Bescheids der Krankenkasse Widerspruch einlegen, um die rechtliche Argumentation der Krankenkasse im konkreten Fall zu erfahren.

Bieten sich erfolgreiche Angriffspunkte gegen die Argumentation, sollten Sie sodann gegen den Widerspruchsbescheid der Krankenkasse den Rechtsweg beschreiten.





Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Raphael Fork, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 08.11.2013 | 21:30

Sehr geehrter Herr Fork,

ich bedanke mich für Ihre Antwort.

Ich bin der Meinung, dass weder Satz 1 noch Satz 2 des § 48 SGB V zutreffen.

Satz 1: Um dieselbe Krankheit handelt es sich nicht, weil Krankheit B ungleich Krankheit A ist. Krankheit B hat für 20 Tage für sich alleine bestanden. Erst ab dem 21. Tag trat Krankheit A - wiederum für sich alleine - auf, die tatsächlich dieselbe Krankheit i. S. des Satz 1 darstellt. Es geht somit nur um den Zeitraum der ersten 20 Tage.

Satz 2: Ein Hinzutreten liegt nicht vor. Krankheit A und B bestanden im o. a. Zeitraum nicht parallel, sondern nacheinander.

Sollte ich Sie diesbezüglich nicht korrekt interpretiert haben, dürfen Sie sich gerne noch einmal melden.

Zunächst: Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.11.2013 | 21:37

Wenn beide Ausnahmen nicht zutreffen, dann konnte grundsätzlich auch noch keine Begrenzung der Krankengeldhöchstdauer eintreten.

Aus diesem Grund sollten Sie Widerspruch gegen den Bescheid erheben und die Begründung der Krankenkasse sorgfältig überprüfen.


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Bewertung des Fragestellers 16.12.2013 | 17:44

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