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Hochwertiges AF Objektiv angeblich defekt.


05.07.2007 12:47 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe als Privatmann bei ebay.de einen Großteil meiner hochwertigen Nikon Fotoausrüstung verkauft. Alle Käufer waren mit den von mir angebotenen Objektiven und Kameras sehr zufrieden, nur der letzte Käufer leider nicht.

Streitobjekt ist ein zehn Jahre altes, hochwertiges (Neupreis DEM 1200) Autofokus Objektiv zum Auktionspreis von knapp EUR 380. Der Artikel wurde ausführlichst beschrieben und viele Fotos zeigten den sehr guten Zustand des Objektivs (es wurde ausschliesslich privat genutzt). In der Artikelbeschreibung wurde der Test des Objektivs vor Ort von mir angeboten,
sowie auch Barzahlung bei Abholung. Als Privatmann habe ich jedoch Garantie, Gewährleistung sowie Rücknahme ausgeschlossen.
Das Objektiv wurde von mir vor dem Verkauf getestet und es funktionierte einwandfrei.

Nach Zahlungseingang wurde das Objektiv von mir gut verpackt (Originalköcher, Originalkarton, Polsterung, großer Umkarton) als versichertes Paket verschickt. Zwei Tage später meldete sich der Käufer per Email und erklärte, dass er das Objektiv getestet habe und "ein manuelles fokussieren nur unter großem Kraftaufwand mit unschönen Geräuschen (Knirschen)" möglich sei.
Weiterhin schrieb er, dass das Objektiv deswegen nur ein Bruchteil wert sei und er deshalb das Objektiv schon wieder mit der Post an mich geschickt hätte (unaufgefordert!). Er forderte mich zur Überweisung der EUR 380 + EUR 6,90 für den Versand auf. Meine telefonische Rückfragen, ob das Paket beschädigt war, oder
ob das Objektiv an einer Kamera ausprobiert wurde, verneinte der
Auktionsgewinner jeweils.

Das unaufgefordert zurückgesandte Paket habe ich nicht angenommen.

Der Käufer behauptet, ich hätte ein defektes Objektiv verkauft und droht mit RA und Anzeige. Ich bin jedoch sicher, ein voll funktionsfähiges Objektiv verkauft zu haben und möchte ungern ein vom Käufer (oder dem Zusteller?) beschädigtes Objektiv wieder zurücknehmen! Wie gehe ich am besten vor, wie schütze ich mich?

Mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

I. Da Sie als Privatmann die Gewährleistungansprüche an sich ausgeschlossen haben, können Sie nur dann haften, wenn Sie den Mangel arglistig verschwiegen haben oder aber eine Garantie für die Beschaffenheit der Sache übernommen haben.
Vorausset­zung ist jedoch, dass die Sache überhaupt „mangelhaft“ ist. Dafür ist der Käufer darlegungs- und beweispflichtig. Hier müsste zunächst geklärt werden, ob überhaupt ein Mangel vorliegt. Dies kann ggf. durch ein Sachverständigengutachten geschehen. Liegt ein Mangel vor, wäre dann zu fragen, ob dieser durch den Transport bedingt worden ist. Falls ja, kommt eine Haftung Ihrerseits dann nicht mehr in Betracht, da die Gefahr ab Versendung der Sache der Käufer trägt, vgl. § 447 Abs. 1 BGB. Liegt kein transportbedingter Mangel vor, spricht vieles dafür, dass der Mangel bereits vor Versendung vorlag. In einem solchen Fall hätte der Käufer also gute Chancen, Gewährleistungansprüche geltend zu machen.

II. Allerdings kann er dann zunächst nur Nacherfüllung verlangen, nicht aber sofort den Rücktritt erklären, wie hier geschehen. Da der Käufer Sie nicht zur Nacherfüllung aufgefordert hatte, muss hier sein Verlangen (Rücknahme der Sache durch Sie) derzeit fehlgehen, da Sie jedenfalls zur Zeit nicht zur Rücknahme verpflichtet sind.

III. Je nachdem, für wie realistisch Sie einen Schadenseintritt vor Versendung der Sache halten, sollten Sie den Anspruch des Käufers dem Grunde nach anerkennen oder aber nicht. Kommt ein Mangel/Schadenseintritt bis zur Versendung nicht in Betracht, stehen Ihre Chancen nicht schlecht, Gewährleistungansprüche des Käufers insgesamt abschmettern zu können.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan André Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt
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