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Hochwasser Auto abgeschleppt wirtschaftlicher Totalschaden

| 05.03.2020 00:20 |
Preis: 54,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Krim.-Dir. a.D. Willy Burgmer


Zusammenfassung: Wer haftet bei diversen Auftragsverhältnissen und unklaren Kausalitäten? Hier: Wasserschaden und/oder Abschleppschaden am PKW.

Sehr geehrter Anwalt, wir benötigen in folgendem Fall Ihre Expertise.

Unser Fahrzeug wurde durch ein Abschleppunternehmen schwer beschädigt. Laut Gutachten handelt es sich in unserem Fall um einen wirtschaftlichen Totalschaden.

Folgendes ist passiert:
Am 04.02.2020 erhielt ich morgens um 06:30 Uhr einen Anruf von meiner Frau. Diese wurde kurz zuvor von ihrer Hausverwaltung darüber informiert dass es an ihrer Wohnung schnell steigendes Hochwasser gibt. Meine Frau war zu diesem Zeitpunkt im Ausland und ich war ca. 200 km von unserem Fahrzeug entfernt.

Ich rief umgehend die Hausverwaltung an und erkundigte mich nach der aktuellen Lage. Die Hausverwaltung teilte mir mit, dass unser angemieteter Parkplatz bereits mit Wasser überflutet ist und für unser Fahrzeug Gefahr besteht.
Ich hätte bei der damaligenVerkehrslage zwischen 2 und 3 Stunden Fahrzeit
zu dem Fahrzeug gehabt.

Ich wollte darauf hin den ADAC verständigen um unser Fahrzeug abschleppen zu lassen ( ADAC Mitglied) . Die Hausverwaltung teilte mir mit , das der ADAC zu lange brauchen würd. Das Wasser würde zu schnell steigen.
Laut Hausverwaltung wäre schon ein örtliches Abschleppunternehmen vor Ort dieses würde auch andere Fahrzeuge aus dem Wasser retten.
Ich war damit einverstanden, das mein Fahrzeug aus dem Hochwasser gerettet wird.

Nach drei Stunden erhielt ich einen Anruf durch die Hausverwaltung auf meine Mailbox. Das Abschleppunternehmen mußte die Fahrzeugscheibe einschlagen und das Lenkradschloss knacken um das Auto noch rechtzeitig aus dem Wasser zu retten.

Ich informierte sofort meine Versicherung und leitet ihr alle notwendige Informationen weiter. Die Versicherung setzte sich zwecks Gutachten mit dem Abschlepper in Verbindung. Ich erkundigte mich bei der Versicherung und dem Abschleppunternehmen ob ich zu diesem Termin anwesend sein muss und ob sie noch etwas dazu benötigen würden. Versicherung und Abschlepper sagten sie haben alles Notwendige und ich muss nicht anwesend sein. Nach ein paar Tagen ging ich zwecks neuer Infos persönlich zum Abschleppunternehmen. Mein Auto konnte ich nicht sehen, da es an einem anderen Firmenstandort stehen würde. Informationen zum durchgeführten Gutachten konnte mir auch keiner geben. Auch von Seiten der Versicherung gab es trotz täglicher Nachfrage keine Infos zum durchgeführten Gutachten. Ich wurde nur vertröstet das es länger dauern würde. Nach einer Woche warten und mehreren Anrufen bei der Versicherung stellte sich heraus daß das Gutachten nicht Erfolgt ist .Da kein Autoschlüssel vorliegen würde. Ich bin sofort wieder zum Abschlepper und habe eine Schlüssel abgeben.

Laut Gutachten wurde das Auto durch den Abschlepper so stark beschädigt das sich keine Reparatur lohnt. Autoscheibe, diverse Lackschäden, Lenkung, Autodach und noch mehr....
Wasser ist keines ins Auto eingedrungenb zum Zeitpunktdes Gutachtens.

Heute waren wir wieder beim Abschlepper und konnten unser Auto auch auf einem Außenparkplatz des Unternehmens finden. Es war unverschlossen und die zerstörte Fahrzeugscheibe lag noch teilweise im Inneren. Der Innenraum des Fahrzeugs war voller Wasser da es durch die zerstörte Scheibe ins Auto reinregnet. Es ist keine Folie oder Sonstiges auf der Scheibe.

Heute erhielten wir von der Versicherung eine Email, das wir von der Versicherung über unsere Vollkasko einen Teil des Schadens erstattet bekommen und den Restwert durch einen Verkauf des Fahrzeugs.
Abschließend meine Fragen
Wer kommt für die Abschleppkosten auf?
Wer kommt für Schäden auf die durch das Eindringen von Wasser
Aufgrund der defekten Scheibe entstanden sind.

Durfte der Abschlepper ohne unsere Zustimmung solche Maßnahmen an unserem Fahrzeug durchführen?

Vielen Dank.





Gerne zu Ihren Fragen:

Wer kommt für die Abschleppkosten auf?

Antwort:
Sofern es Ihrer Schilderung nach um einen zivilrechtlichen Auftrag handelt – also keine öffentlich-rechtliche Gefahrenabwehr – der Auftraggeber. Ihrer Schilderung nach „ waren Sie damit einverstanden, dass Ihr Fahrzeug aus dem Hochwasser gerettet wird".

Ob Sie diesen Nichtsachschaden bei der Versicherung liquidieren können, lässt sich nur Ihrer Versicherungspolice bzw. den AGB verlässlich entnehmen. Zur entsprechenden Auskunft ist die Versicherung verpflichtet, die dann ggf. anwaltlich zu überprüfen wäre.

Wer kommt für Schäden auf die durch das Eindringen von Wasser Aufgrund der defekten Scheibe entstanden sind.

Antwort: Nicht Ihre Versicherung, sondern der Unternehmer, ggf. Subunternehmer bzw. deren Berufshaftpflicht, wenn er seine Sorgfaltspflicht (Unterstellung oder Abdeckplane) schuldhaft verletzt hat, was letztlich Tatfrage vor Ort ist. Regelmäßig müssen Abschleppvorgänge auch protokolliert werden.

Hier kann es aber zu einer Haftungsminderung durch überholende Kausalität kommen, weil bereits ein identischer Vorschaden (Wasserschaden) wiederholt vorlag. Im Streitfall wird das letztlich nur ein Sachverständigengutachten klären können.

Durfte der Abschlepper ohne unsere Zustimmung solche Maßnahmen an unserem Fahrzeug durchführen?

Antwort:

Hier wird man von einer Wechselbeziehung ausgehen müssen.

Wenn der Abschlepper davon ausgehen durfte, dass nach dem Einschlagen der Scheibe diese nach Bergung des Fahrzeugs wieder ordnungsgemäß – zumindest vorläufig – gesichert würde: Ja. Denn das liegt noch im Rahmen des Auftrags.

Konnte er das nicht bzw. hat er sich nicht um die weitere Sicherung bzw. Kontrolle seines Subunternehmers gekümmert, haftet er im Prinzip für die Folgeschäden. Er wird aber einwenden können, dass das Fahrzeug ohne Bergung dann durch das Hochwasser denselben Schaden davongetragen hätte. Ein Fall der sog. doppelten Kausalität.

Nach der im zivilen Haftungsrecht geltenden „Äquivalenztheorie" sind alle den Erfolg herbeiführenden Handlungen gleichwertig. Der Kausalzusammenhang wird deshalb nur unterbrochen, wenn eine andere Bedingung ohne Fortwirken der früheren zum Erfolg führt.

Voraussichtlich werden die hier beteiligten Versicherer diese durchaus komplexen Kausalitäts- und Haftungsfragen untereinander ausfechten, so dass ich für Sie einen Handlungsbedarf lediglich sehe, falls Sie selbst - etwa bei den Abschleppkosten nicht entschädigt würden.

Äußerstenfalls sollten Sie dann Ihren Schadensersatzanspruch gegen die Rechnung des Abschleppers aufrechnen können.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 05.03.2020 | 11:25

Sehr geehrter Herr Anwalt Krim,
vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Voraussichtlich werden die hier beteiligten Versicherer diese durchaus komplexen Kausalitäts- und Haftungsfragen untereinander ausfechten, so dass ich für Sie einen Handlungsbedarf lediglich sehe, falls Sie selbst - etwa bei den Abschleppkosten nicht entschädigt würden.

Äußerstenfalls sollten Sie dann Ihren Schadensersatzanspruch gegen die Rechnung des Abschleppers aufrechnen können.

Wenn ich Sie richtig verstehe bedeutet dies, das die Versicherungen die Haftungsfrage ausfechten und unserer Versicherung versucht den entstandenen Schaden durch die Gegenseite ersetzt zu bekommen? Wir müssen Stand heute auch die Selbstbeteiligung der Vollkasko übernehmen und werden laut Versicherung in der SF-Klasse zurückgestuft. Besteht hier kein Handlungsbedarf?

Vielen Dank für Ihre Mühe.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.03.2020 | 22:06

Gerne zu Ihrer Nachfrage:

Besteht hier kein Handlungsbedarf?

Antwort:
Ja in der Tat, was die Selbstbeteiligung angeht. Mit der können Sie Ihren Schadensersatz gegen eine etwaige Forderung/Rechnung des Abschleppers aufrechnen. Stellt der keine Rechnung, verlangen Sie unter Fristsetzung selbst Schadensersatz in der Höhe der Selbstbeteiligung.

Ähnliches gilt teils für die Rückstufung in der SF-Klasse aber nur dann, wenn Ihre Vollkasko sich nicht bei der oder den anderweitig beteiligten Versicherungen schadlos halten kann. Denn dann werden Sie nicht zurückgestuft.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und bin
mit guten Wünschen zum Erfolg,
Ihr
Willy Burgmer
- Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 05.03.2020 | 22:35

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