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Hochschule verweigert Hilfestellung zur Beschaffung eines Visas für Pflichtpraktikum

19.01.2016 14:36 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Zusammenfassung: Nebenverpflichtung und Selbstbindung der Verwaltung in Bezug auf eine Hochschule, die Studenten zur Ableistung von Praktika im Ausland verpflichtet; Hilfestellung und Unterstützung bei Erlangung eines Visums für ein Auslandspraktikum

Meine Hochschule verlangt von mir ein 6 monatiges Pflichtpraxissemester im Ausland. Leider war es mir im vorgegeben Zeitplan nur gelungen ein 3 monatiges Auslandspraktikum bei einem deutschen Konzern in Shanghai zu bekommen.

Meine Hochschule stimmte zu die 6 Monate Praxisemester in 2 unterschiedlich langen Teilen zu absolvieren und weil es wegen geänderter Visabestimmungen fast unmöglich war für China ein Visa zu bekommen, hat sich die Auslandskoordinatorin der Hochschule (selbst Chinesin) im Auftrag der Hochschule unbürokratisch und erfolgreich dafür eingesetz, das ich über die chinesische Partneruniversiät ein gültiges Visa bekomme mit dem Sondervermerk das ich auch legal bei dem deutschen Konzern arbeiten konnte.
Während meines Praktikums habe ich wie zu erwarten und folgerichtig versucht ein Anschlußpraktikum in Shanghai zu finden um die Restzeit meines Pflichtpraktikums zu absolvieren und damit Kosten für Umzüge und weiter Flüge zu sparen.
Dies ist mir auch bei der Deutschen AHK gelungen. Diese wollten mich auch nehmen wenn ich kürzer als 3 Monate bleibe weil ich bei dem Konzern schon fast 2/3 meiner Praxiszeit abarbeiten konnte.
Da mir nur noch 30 Praxistage fehlen war die Zusage der AHK besonders wichtig weil ich für die kurze Zeit nicht schnell woanderst ein Praktikum finden würde. Auch kann ich mir nicht leisten woanderst hinzufliegen um dort mein Praxissemester fortzusetzen weil ich das Geld einfach nicht habe.
Um die Restzeit meines Praktikums abzuarbeiten brauche ich wieder das Spezialvisa über die Partneruniversität meiner Hochschule. Die Auslandskoordinatorin verweigert mir aber diese Hiflestellung mit der schriftlichen Begründung per Email „ ... es sei ihr Prinzip nur einmal zu helfen und deshalb wird es keine weiter Unterstützung geben". Das klingt wie Willkür mit der ich nicht zu rechnen habe.
Ich denke das geht so nicht und stellt für mich insgesamt eine besondere Härte dar weil ich Grund hatte davon auszugehen, dass mir meine Universität nicht ohne vorherige Ankündigung und Warnung schon bei der ersten Hilfestellung die Unterstützung für den 2. Teil meines Praktkums einfach so absagt. Ich sitze jetzt in Shanghai fest und weiß nicht was ich machen soll. Alle meine Bemühungen vor Ort auf welchem Weg auch immer ein gültiges Visa zu besorgen um legal mein Praktikum abzuschließen sind fehlgeschlagen. Mir wurde mitgeteilt das mir nur meine Hochschule helfen kann.

Die Entscheidung der Auslandskoordinatorin ist unverhältnismäßig und berücksichtigt nicht meine besonderen Umstände. Meine Argumente ignoriert sie oder bügelt sie einfach ab. Sie argumentiert nicht das es der Hochschule nicht möglich wäre mich zu unterstützen sondern alles scheint nur pures Ermessen ihrerseits zu sein.
Fragen:

a) Wie kann ich mich dagegen rechtlich wehren (Schlichtungs- oder Schiedsstelle).
b) Welche Rechte habe ich in dieser Lage, wie ist die Rechtslage

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zunächst ist danach zu fragen, ob es nicht eine wie auch immer geartete Verpflichtung in ausdrücklicher beziehungsweise schlüssiger Weise aus den die Hochschule betreffenden Gesetze und Verordnungen beziehungsweise Satzungen ergibt.

Nach meiner Kenntnis gibt es dieses in aller Regel nicht, sondern es ist schlichtweg geregelt, dass ein Student zum Beispiel zur Praktika im In- beziehungsweise Ausland verpflichtet ist, womit der Student in aller Regel selbst für das notwendige Visum und ansonsten damit zusammenhängenden Vorgängen (Flug, Wohnung etc.) zu sorgen hat.

Bitte teilen Sie mir noch der Einfachheit halber mit, um welche Hochschule es sich genau handelt, damit ich eine gegebenenfalls im Internet einsehbare Satzung oder sonstige Vorschrift rechtlicher Art suchen kann. Ich würde Ihnen dann ergänzend antworten, wenn ich etwas gefunden habe.

Ansonsten kann man höchstens nur noch danach fragen, ob nicht im Rahmen einer Nebenverpflichtung beziehungsweise nach dem Grundsatz der Selbstbindung der Schulverwaltung sich etwas anderes ergeben muss, also dahingehend, dass Ihnen in dieser Notsituation die Hochschule beziehungsweise deren Verwaltung weiterhelfen muss.

Dieses insbesondere deshalb, weil sie Ihnen schon einmal eine Hilfe geleistet hat, was Bedeutung für weiteres Handeln haben kann.

Im Einzelnen dazu:
Unter bestimmten Voraussetzungen gibt es nämlich eine so genannte Selbstbindung der Verwaltung.
Dieses liegt dann vor, wenn wie hier schon einmal Ihnen die Hochschule, ohne direkt dazu verpflichtet zu sein, weitergeholfen hat, so dass sie im Widerspruch dazu nicht einfach im engen zeitlichen Zusammenhang eine weitere Hilfestellung gleicher Art verweigern darf, wie es hier erfolgt ist.

Dann mag es zwar sein, dass die Hochschule zunächst überhaupt nicht dazu verpflichtet war, aber letztlich Vertrauen aufgebaut hat, das dann im Nachhinein in rechtlich relevanter Weise enttäuscht wurde.

Darauf können und sollten Sie sich berufen, zumal in der Tat die Entscheidung der Auslandskoordinatorin unverhältnismäßig ist und nicht Ihre besonderen Umstände berücksichtigt.

Auch ansonsten könnte man eine besondere Fürsorgepflicht der Hochschule annehmen, dass sie Sie in solchen Fällen nicht im Stich lässt und Unterstützungshandlungen in zumutbarer Art und Weise anbietet.

Eine Schlichtungsstelle gibt es dafür nach meiner Kenntnis nicht, Sie sollten sich aber ansonsten an die Schulverwaltung beziehungsweise das Rektorat oder sonstige Leitung wenden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Ergänzung vom Anwalt 25.01.2016 | 14:52

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Mitteilung der Fakultät, des Studiengangs und der Hochschule.

Leider habe ich da nichts Abweichendes/Positives finden können:

Dort steht nur:
"Ein zentraler Bestandteil Ihres Studiums sind zwei Semester im nicht deutschsprachigen Ausland.

Im 5. Semester absolvieren Sie ein Praktikum bei einem Unternehmen im Ausland. Dieses Praxissemester dient zum einem dem zusätzlichen Erwerb betriebswirtschaftlicher Kenntnisse und zum anderen dem Sammeln von wertvollen Erfahrungen im internationalen und interkulturellen Kontext."

In der Prüfungs- u. Studienordnung steht in § 38 ebenfalls nur:

"Das fünfte Lehrplansemester ist im Regelfall praktisches Studiensemester. Es muss bei einem Unternehmen oder einer anderen Organisation mit betriebswirtschaftlichen Aufgabenstellungen im nicht deutschsprachigen Ausland absolviert werden und dient - über den zusätzlichen Erwerb betriebswirtschaftlicher Kenntnisse und Fähigkeiten
hinaus – der Sammlung von Erfahrungen im internationalen und interkulturellen Kontext. In Ausnahmefällen kann der Praktikumsbeauftragte auf Antrag ein Inlandspraktikum genehmigen.

Das praktische Studiensemester wird im fünften Lehrplansemester durchgeführt. Das sechste Lehrplansemester ist an einer ausländischen Hochschule im nicht deutschsprachigen Ausland abzuleisten.
Die Reihenfolge kann getauscht werden. Das Auslandsstudium kann auch in diesem
Fall nur aufgenommen werden, wenn die Voraussetzungen für die Zulassung zum praktischen Studiensemester gegeben sind."

Ansonsten verweise ich auf meine bisherige Antwort.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Daniel Hesterberg

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