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Historische Börsendaten auf nichtkommerzieller Homepage


| 06.07.2006 00:06 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stephan Bartels



Hallo,

angenommen ich würde auf meiner nichtkommerziellen
Homepage historische Börsendaten zur Ansicht anbieten,
bin ich denn dann zur Offenlegung der Bezugsquelle
verpflichtet bzw. kann zur Offenlegung der
Bezugsquelle gezwungen werden ?

Hintergrund ist der, dass zwar historische
Boersendaten auf diversen Internetseiten gratis
zum Download zur Verfügung stehen, die Daten
aber i.a. nicht weiterverbreitet werden dürfen.

Dank und Gruss

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich vor dem Hintergrund Ihres Einsatzes und der mitgeteilten Informationen im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworte:

Für die von Ihnen beschriebene Veröffentlichung historischer Börsendaten ist eine Pflicht zur Offenlegung der Bezugsquelle nicht ersichtlich, wenn Sie die Daten selbst zusammengetragen haben, also die Angaben zum Beispiel aus Ihren eigenen Aufzeichnungen stammen. Bei den genannten Daten handelt es sich um frei zugängliche Informationen, die von jedermann festgehalten und weitergegeben werden können. Weder die Börsen, an denen die Kurse festgestellt worden sind, noch die Unternehmen, haben irgendwelche ausschließlichen Rechte an diesen Daten.

Hieran würde sich auch dann nichts ändern, wenn die auf Ihrer Seite veröffentlichten Daten z.B. aus (kommerziellen) Datenbanken stammen und von Ihnen lediglich übernommen wurden. Dann könnte die Übernahme der Daten zwar eine Urheberrechtsverletzung darstellen, mit der Folge, dass der Urheber Sie zur Unterlassung der Verbreitung - auch auf einer rein privaten Seite - auffordern könnte. Allerdings müßte er hierzu nachweisen, dass die von IHnen verwendeten Daten aus seiner Datenbank stammen und zwar ohne, dass Sie ihn hierbei unterstützen. Eine Beweislastumkehr, dahingehend, dass Sie Ihre Quellen offenlegen müßten, besteht nicht. Dies folgt schon daraus, dass es sich um allgemein zugängliche Daten handelt, die von jedermann zum jeweiligen Zeitpunkt erfasst und zusammengetragen worden sein können.

Ich hoffe die Frage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

S. Bartels
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 06.07.2006 | 08:26

Hallo Herr Bartels,

danke für die kompetente Antwort.

Angenommen, ich würde trotz fehlender Beweise
von Unternehmen X auf Unterlassung der
Datenübernahme verklagt werden.

Wäre es nicht wahrscheinlich, daß der Richter mich im
Prozess dann nach meiner Datenbezugsquelle fragt und
ich hier dann doch am Punkt der Offenlegung der
Bezugsquelle stände ?

Eine Anwort, dass ich seit 15 Jahren einmal börsen-täglich
z.B. alle Dax-Kurse selbst notiere, scheint mir doch
eher wenig glaubhaft.

Dank und Gruss

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.07.2006 | 10:19

Sehr geehrter Fragesteller,

da die von Ihnen beschriebenen Daten allgemein zugänglich sind und jeder einzelne Kurs für sich weder geheim ist, noch sonstwie gegen die Verbreitung durch Dritte geschützt ist, kann allenfalls die komplette Übernahme einer Datensammlung (nicht der einzelnen, von IHnen abgefragten Daten)in das geschützte Recht eines Dritten eingreifen. Sie könnten sich also dadurch vor einer Inanspruchnahme wg. einer Urheberrechtsverletzung schützen, indem Sie die Kurse entweder selbst täglich notieren oder aus verschiedenen Datensammlungen entnehmen. Ein Gericht dürfte Ihren Vortrag, dass Sie die Daten selbst täglich notiert haben, auch nicht mit dem Argument abtun, dass dies sehr mühevoll sei. Zudem müßte der klagende Anbieter auch darlegen und beweisen, dass die Daten gerade von ihm stammen. Dies ist bei einer Vielzahl von Anbietern eher unwahrscheinlich. Das rechtliche Risiko Ihres Vorhabens schätze ich aufgrund der genannten Umstände als sehr gering ein.

Mit freundlichen Grüßen

S. Bartels
Rechtsanwalt, Hamburg

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