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Hilfe vor dem Gefängnis

| 20.02.2012 20:24 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

Es geht um eine sehr gute Freundin von mir. Sie wurde bereits 3 mal wegen Diebstahl verurteilt:

1. und 2. Verurteilung jeweils zu einer Geldstrafe zwischen 500 und 800 EUR
3. Verurteilung zu 100 Sozialstunden und 6 Monate auf Bewährung

Weil sie wieder mit dieser dummen Freundin beim Einkaufen war wurden die beiden wieder erwischt (dieses mal während ihrer Bewährungszeit, der Wert der Ware war wie bei den anderen malen in etwa 150 EUR) und nun hat sie große Angst ins Gefängnis zu kommen und ich habe Angst um sie dass sie sich was antut.

Es würde mich sehr freuen, wenn Sie mir aufgrund der bereits genannten und folgenden Daten erläutern könnten, inwiefern eine Chance besteht, dass die Bewährungsstrafe verlängert wird, wovon es abhängt ob der Richter gnädig ist und VOR ALLEM was wir jetzt aktuell alles tun müssen um die Chancen einer Verlängerung der Bewährungszeit zu erhöhen?

Sie ist weiblich, 24 Jahre alt, hat sich vor einem halben Jahr (ein paar Monate nach ihrer letzten Verhandlung) selbständig gemacht, führt ein Kleingewerbe (Gebäudereinigung)
und hat eine kleine Wohnung. Der Bewährungshelfer konnte es nicht glauben, er wird anscheinend einen positiven Bericht beim Richter abliefern.


Liebe Grüße
Sascha

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Durch den erneuten Diebstahl, den Ihre Bekannte in der Bewährungszeit begangen hat, besteht zu recht die Gefahr, dass die Bewährung widerrufen wird. Zu dem wurde exakt die selbe Straftat verübt, weswegen Ihre Bekannte bereits mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten ist und zu einer Bewährung verurteilt wurde.

Es hängt nun zunächst davon ab, ob Anklage gegen Ihre Bekannte erhoben wird. Erfolgt eine rechtskräftige Verurteilung ohne eine Bewährungsstrafe, ist es wahrscheinlich, dass die laufende Bewährung widerrufen wird.

Wie ein Gericht einen solchen Fall sieht, kann aus der Ferne ohne Einsicht in die Unterlagen und auch ohne Kenntnisse der Vorgeschichte nicht genau beantwortet werden. Jedoch hat sich Ihre Bekannte sicherlich keinen Gefallen damit getan, während einer laufenden Bewährungsstrafe erneut wegen der selben Straftat straffällig zu werden.

Ihre Bekannte sollte so schnell wie möglich, einen Strafverteidiger mit der Wahrnehmung der rechtlichen Interessen beauftrage, der Akteneinsicht beantragt und sich mit der Staatsanwaltschaft in Verbindung setzt um eine mögliche Anklage und ein damit ein vielleicht verbundener Bewährungswiderruf zu verhindern.

Es wird zu dem sehr stark auf den Bericht des Bewährungshelfer ankommen und auch auf die aktuelle soziale Prognose. Da Ihre Bekannte sich selbstständig gemacht hat und so mit Ihren Lebensunterhalt bestreitet und etwas aufgebaut hat, wird sich dies selbstverständlich vor Gericht positiv auswirken. Jedoch wiegt natürlich die erneute Straffälligkeit in der laufenden Bewährungszeit.

Sofern ein Schaden entstanden sein sollte, sollte dieser umgehend reguliert werden um hier ein positives Bild und Einsicht zu zeigen. Ebenfalls könnte, wenn die Sache unstreitig ist, ein Entschuldigungsbrief an das Geschäft, wo der Diebstahl begangen wurde, aufgesetzt werden. Ihre Bekannte sollte jedoch auf jeden Fall rechtlichen Beistand ersuchen, der sich dieser Thematik genau annimmt. Vor allem sollte der Kontakt zum Bewährungshelfer weiter aufrecht erhalten werden, da dieser mit seinem Bericht einen großen Teil zu einer möglichen Verlängerung der Bewährung beitragen kann.

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen und wünsche Ihnen und Ihrer Bekannten alles Gute

Frank Beck

Rechtsanwalt











Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Frank Beck, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 20.02.2012 | 21:17

Sehr geehrter Herr Beck,

vielen Dank für die rasche Antwort!

Es bestehen von meiner Seite noch ein paar Rückfrage:

1. Zum Bewährungshelfer: Muss der Bericht bereits vor dem Gerichtstermin dem Richter eingesendet worden sein oder wie macht man das? Müssen WIR den Bewährungshelfer darauf aufmerksam machen oder macht er das von sich aus, frägt das Gericht bei ihm an? Und wird der Bewährungshelfer vom Gericht eingeladen oder müssen wir das tun?

2. Wie lange wird es dauern bis ein Schreiben vom Gericht kommt mit der Einladung?

Und wird das vor Gericht besprochen oder kann es auch sein dass der Richter direkt ohne Verhandlung auf Gefängnis verurteilt (wenn bspw. noch kein Bericht des Bewährungshelfers oder so eingegangen ist)?

3. Meine Freundin und ihre Freundin haben bei der Polizei noch keine Aussage gemacht, ist dies in Ordnung? Oder ist das eher schlecht weil der Richter sich ja vorher schon ein Bild macht?

Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.02.2012 | 21:43

Der Bewährungshelfer wird, wenn ein Widerruf oder eine Anklage im Raum steht und das Gericht dies als erforderlich ansieht, vom zuständigen Gericht angeschrieben und um eine Stellungsnahme gebeten. Dies ist jedoch nicht zwingend erforderlich, wird aber häufig in der Praxis angewandt.

Zunächst muss erst einmal Anklage von Seiten der Staatsanwaltschaft erhoben werden, bevor über eine Anklage von Seiten des Gerichtes entschieden wird. Dann wird Ihrer Bekannten ein Zeitfenster gesetzt, in dem Sie sich äußern kann und entlastende Beweise vorbringen kann. Bis dies alles so weit ist und tatsächlich ein Gerichtstermin anberaumt wird, können einige Monate vergehen. Zu dem sind sehr viele Gerichte überlastet und in Ihrer Sache handelt es sich eher um eine Kleinigkeit.

Ihre Bekannte hat das Recht zu schweigen dies darf vor Gericht als nicht negativ angesehen werden. Aufgrund dessen, dass Sie noch keine Aussage gemacht hat, sollte Sie auch mit einem Entschuldigungsbrief warten. Hier empfiehlt es sich nun wirklich einen Kollegen zu beauftragen, der den Akteneinsicht beantragt und ggf. eine Stellungsnahme abgibt und versucht mit der Staatsanwaltschaft eine Lösung zu finden, die für beide Seiten vertretbar ist.

Möglich wäre eine weitere Bewährungsstrafe, eine Verlängerung der laufenden Bewährung und vielleicht anfallende Sozialstunden. Dies wäre jedoch besser als eine Haftstrafe.

Sie sollten so schnell wie möglich einen Kollegen beauftragen, der dass Gespräch mit dem Staatsanwalt sucht. Hier kann versucht werden, eine Lösung zu finden.

Bewertung des Fragestellers 21.02.2012 | 00:00

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