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Hilfe bei BU-Beantragung

31.08.2012 01:04 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Text:
Ich habe vor ca. 10 Jahren 2 Berufsunfähigkeitsversicherungen bei 2 unterschiedlichen Gesellschaften abgeschlossen und habe einen Risikoausschluss auf dem einen Ohr, da von Geburt an eine dokumentierte Schwerhörigkeit vorlag.
Bei den Vertretern beider Versicherungen habe ich ehrlich und in Anwesenheit meines Ehemannes angegeben, dass ich mich für den Fall absichern möchte, dass ich auch auf dem anderen Ohr schwerhörig werden könnte.
Dieser Fall ist leider mittlerweile eingetreten. Da ich einen Medienberuf habe, bin ich extrem auf gutes Hören angewiesen. Das körperliche Defizit und die psychische Belastung, dieses ständig vertuschen zu müssen, haben mich an meine Grenzen gebracht. Daher habe ich ein einschlägiges Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, um Fehler bei der BU-Antragstellung zu vermeiden. Der Fachanwalt meint, BU sei ein reines Zahlenspiel: Risikoausschluss auf dem einen Ohr = rechnerisch 100% Hörvermögen (wusste ich), daher müsste ich trotz Hörgerätes zu 100% taub auf dem anderen Ohr sein, um die geforderten 50% zu erreichen (wusste ich nicht). Dies ist fern von der Realität meines Berufes! Meine Fragen: 1.) Wird BU versicherungsrechtlich so, also rein prozentual, definiert? In meinem Beruf muss ich zu 100% hören können, auch 80% wären klar unzureichend. 2.) Ich fühle mich von den Versicherungen getäuscht. Man hätte mit den angeblichen Voraussetzungen für eine Leistungspflicht ebenso gut beide Ohren als Risikoausschluss definieren können. Dann hätte ich beide Versicherungen nie in der Höhe abgeschlossen. 3.) Ich fühle mich auch von dem Fachanwalt getäuscht. Er hat EUR 3000,00 für den angeblichen Zeitaufwand kassiert, sich in meinen Fall einzulesen. Den bestehenden Risikoausschluss hatte ich aber schon im Anschreiben klar als möglichen Fallstrick hervorgehoben. Diesen hat er im Gespräch als eindeutigen Hinderungsgrund für eine Leistungsbewilligung hervorgehoben. Ich bin Ihnen dankbar für jeden Rat!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


1.
Ja, in der Regel wird Berufsunfähigkeit prozentual definiert. Es in der Tat üblich, für den Leistungsanspruch einen Grad von mindestens 50% Berufsunfähigkeit zu verlangen. Der Versicherte hat die Voraussetzungen seines Anspruchs, also dieser prozentualen Einschränkung, darzulegen und zu beweisen, was zumeist durch Einholung eines medizinischen Sachverständigengutachtens erfolgt. Das würde tatsächlich für Sie bedeuten, dass Sie wegen des Risikoausschlusses auf einem Ohr auf beiden Ohren nahezu schwerhörig sein müssen, um in den Genuss der Berufsunfähigkeitsversicherung zu kommen. Sie haben hier leider aufgrund des Risikoausschlusses wirklich schlechte Karten.

2.
Das ist ein recht komplexes Problem. Es kommt ein Verstoß gegen die vorvertraglichen Sorgfaltspflichten seitens der Versicherung bzw. des Versicherungsvertreters in Betracht.

Dies ist dann der Fall, wenn die falsche Ansicht des Antragstellers durch eine falsche Aussage des Versicherungsvertreters bekräftigt oder sogar gänzlich hervorgerufen wurde. Die Versicherung ist definitiv zu einer fachkundigen Beratung und Aufklärung verpflichtet, wenn dies redlicherweise erwartet werden darf. Sie müssen hier im Gespräch mit dem Versicherungsvertreter nachweislich die für aufklärungsbedürftig erachteten Punkte angesprochen oder erkennbar eine irrige Vorstellung gehabt haben. Ein pflichtwidriges Verhalten des Versicherungsvertreters liegt vor, wenn für ihn klar erkennbar war, dass Sie über einen für sie ganz wesentlichen Vertragspunkt, eine irrige Vorstellung haben.

Hier geht es, wie Sie sehen, in erheblichem Maße um Beweisfragen, die ganz häufig in Gerichtsverfahren geklärt werden müssen, da Versicherungen eher selten Aufklärungsfehler eingestehen.

3.
Das Problem mit Ihrem Anwalt ist leider schwierig einzuschätzen. Es kann durchaus sein, dass hier ein Beratungsfehler vorliegt, es kann aber auch sein, dass ganz korrekt abgerechnet wurde. Anscheinend haben Sie eine Vergütungsvereinbarung mit Zeithonorar nach § 4 Rechtsanwaltsvergütungsgesetz geschlossen, welche in schriftlicher Form vereinbart werden muss. In solch einer Vereinbarung muss zusätzlich enthalten sein, in welchen Zeiteinheiten (z.B. Stunden oder Minuten) abgerechnet wird. Es ist außerdem üblich, den Nachweis des Zeitaufwandes und natürlich den Preis einer Einheit zu regeln. Sie müssen selbstverständlich in der Lage sein, die Abrechnung nachzuvollziehen. Da dies anscheinend nicht der Fall ist, sollten Sie unbedingt das Gespräch mit dem Anwalt suchen und um Aufklärung bitten. Sie haben einen Anspruch auf (Teil-)Rückzahlung der Vergütung, wenn nicht ordnungsgemäß abgerechnet wurde.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Pia Cristina Heldermann, Rechtsanwältin

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