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Hilfe!!! Umsatzsteuer Nachzahlung!


26.10.2007 22:31 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Zur Person: ich bin freiberuflich tätig für ein Bauträger. 2006 waren meine Leistungen ca. 22.000,-€ also über der Grenze von 17500,-€, somit kein kleinunternehmer mehr. 2007 habe ich leistungen in höhe von ca. 10.000,-€ Erbracht. Jedoch waren die Rechnungen ohne Umsatzsteuer, da ich dachte ich bin noch kleinunternehmer. Nun will das Finazamt eine Umsatzsteuer Vorauszahlung für das 1 und 2 Quartall von mir haben. Ich selber bin nicht mehr freiberuflich tätig. Das Finazamt verlangt trotzdem die Umsatzsteuer Vorauszahlung. Ich möchte die Rechnungen ändern und die 19 % Umsatzteuer vervollständigen. Aber der Bauträger weigert sich die Rechnungen anzunehmen und die Umsatzsteuer mir nachzuzahlen. Frage, darf er das? heisst das ich muss die umsatzsteur aus eigener Kasse bezhalen, also aus meinen rechnungen die ohne Umsatzsteuer geschrieben wurden?

bitte bringend um hife bis zum 29.10.2007
Sehr geehrte Rechtsratssuchende,
sehr geehrter Rechtsratssuchender,

gerne nehme ich zu den von Ihnen aufgeworfenen Fragen im Zusammenhang mit Stellung und beantworte diese wie folgt:

Dabei möchte ich zunächst darauf hinweisen, dass das FA zutreffend für 2007 die Erhebung von Umsatzsteuer (USt) verlangt, da die Kleinunternehmerregelung gem. § 19 Abs. 1 UStG nur dann gilt, wenn die Grenze von 17.500 EUR im vorangegangenen Kalenderjahr (2006) nicht überschritten wurde und wenn zugleich im laufenden Kalenderjahr (2007) 50 000 EUR voraussichtlich nicht überstiegen werden.

Da Sie in 2006 bereits die 17.500 EUR-Grenze überschritten haben, kommt es somit auf die Höhe der Umsätze des Jahres 2007 nicht an.

Vielmehr sind Sie in 2007 aufgrund des Ausscheidens der Kleinunternehmerregelung verpflichtet, Umsatzsteuer zu erheben.

Allerdings können Sie diese Umsatzsteuer leider nicht im Nachhinein mittels Rechnungsberichtigung von Ihren Kunden erheben, sondern müssen die geschuldete Umsatzsteuer leider aus dem Gesamtbetrag herausrechnen und aus eigener Tasche zahlen.

Denn Abschnitt 190 c Abs. 8 der Umsatzsteuerrichtlinien bestimmt für den von Ihnen vorgetragenen Sachverhalt Folgendes:

„Bei zu niedrigem Steuerausweis (bzw. in Ihrem Fall: keinem Steuerausweis) schuldet der Unternehmer die gesetzlich vorgeschriebene Steuer. 2Der Unternehmer hat in diesem Fall die Steuer unter Zugrundelegung des maßgeblichen Steuersatzes aus dem Gesamtrechnungsbetrag herauszurechnen.“

Ihre Kunden sind daher durchaus berechtigt, die von Ihnen geänderten Rechnungen abzulehnen.

Ich bedauere, Ihnen keine günstigere Mitteilung machen zu können, und stehe Ihnen für etwaige Rückfragen und weitere Auskünfte gerne zur Verfügung.

Für das mir entgegengebrachte Vertrauen darf ich mich bei Ihnen bedanken und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Andrea Fey
Rechtsanwältin und Notarin
Fachanwältin für Steuerrecht

Nachfrage vom Fragesteller 27.10.2007 | 21:03

Hallo und Danke für die schnelle Antwort, jedoch bin ich da anderer Ansicht aus folgendem Grund siehe dazu Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung 2005 (UstDV 2005)

§ 31 (5) Eine Rechnung kann berichtigt werden, wenn
a) sie nicht alle Angaben nach § 14 Abs.4 oder § 14a des Gesetztes enthält oder
b) Angaben in der Rechnung unzutrefend sind.

Es müßen nur die fehlenden oder unzutreffenden Angaben durch ein Dokument, das spezifisch eindeutig auf die Rechnung bezogen ist, übermittelt werden.

Also heisst es demnach ich kann die Umsatzsteuer nachträglich in meiner Rechnung ändern und diese müßte von dem Bauträger bezahlt werden.

Bitte schreiben Sie mir was Sie noch dazu meinen.

Vielen Dank für Ihre Hilfe.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.10.2007 | 20:51

Sehr geehrte Rechtsratssuchende,
sehr geehrter Rechtsratssuchender,

evtl. verdeutlicht folgende hypothetische Annahme die geäußerte Rechtsauffassung: Wenn Sie nicht (zufällig) hier gegenüber einem Unternehmer, sondern gegenüber einer Privatperson abgerechnet hätten, würde die von Ihnen angenommene Rechnungskorrektur Ihre Leistung für den nicht vorsteuerabzugsberechtigten Privatkunden verteuern, obwohl dieser bei Angebotsabgabe von der Umsatzsteuerfreiheit Ihrer Leistung ausgegangen wäre.

Zum Schutze des Kunden ist daher eine Rechnungsberichtigung gem. den zitierten Umsatzsteuerrichtlinien nicht erzwingbar, auch wenn in Ihrem Fall Ihre Kunden die nun von Ihnen nachträglich in Rechnung gestellte Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen könnten.

Der Anwendungsbereich des § 31 Abs. 5 UStDV erfasst daher grds. andere unzutreffende Rechnungsangaben, nicht aber die unterlassene Inrechnungstellung der USt.

Ich bedauere, Ihnen keine günstigere Mitteilung machen zu können, und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Andrea Fey
Rechtsanwältin und Notarin
Fachanwältin für Steuerrecht

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