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Herrenfahrrad bei eBay verkauft! Käufer behauptet Ich hätte das Rad defekt verkauft!

23.07.2008 18:30 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Sehr geehrter Anwalt, Sehr geehrte Anwältin,

ich möchte nun so kurz wie möglich mein Problem schildern!

Ich stellte mein Herren Mountenbike bei eBay zum Verkauf. Prompt schlug ein Käufer zu und überwies das Geld. Ich verschickte das Fahrrad per Spedition und am 09.07.08 bekam ich eine eMail vom Speditör, dass die Zustellung erfolgreich ergolgt sei. Am 14.07.08 (relativ spät gemeldet => Vielleicht hat er den Rahmenriss selbst verschuldet) schrieb mir der Käufer, dass das Fahrrad defekt sei und einen Rahmenriss hätte sowie und die Hinterradschwinge verzogen sei und ich ihm doch den Kaufpreis sowie Transport gebühren zurück erstatten solle, sowie das Fahrrad auf meine Kosten abholen lassen solle. Ich antwortete höflich, dass ich dies nicht tun werde, denn das Fahrrad war eindeutig als "nicht defekt" in meiner Auktion deklariert. Ich schrieb Ihm, dass ich es probieren kann, dass die Transportversicherung greift, zwecks eines Transportschadens. Er hat sich jedoch sehr spät gemeldet und ich denke, die Spedition erkennt dies nicht mehr an! So eine Versicherungs-Abwicklung nimmt laut Spedition jedoch 4-8 Wochen in Anspruch. Wenn ich Ihm aber den Kaufpreis nicht erstatte will er einen Anwalt einschalten. Er hat Fotos vom Schaden gemacht sowie ein "Gutachten" eines Fahrradhändlers (er meinte es sei ein Fahrrad Händler seines Vertrauens! Wer weis?! Vielleicht sogar ein bekannter o.ä.) anfertigen lassen. Ich denke jedoch, ein Fahrradhändler schreibt für Geld alles da rein. Ich könnte mit finanziellem Aufwand ein entsprechendes Gegenschriftstück anfertigen lassen! Meiner Meinung zählt sowas nicht!

Wie sehen Sie das? Habe ich eine Chance oder würde ich dies verlieren?! Streitwert sind 300,- €

Schon recht vielen Dank im Vorraus!
mit freundlichem Gruß
...

Guten Tag,

Grundsätzlich ist es so, dass der Käufer Gewährleistungsrechte hat, wenn ein Mangel der Kaufsache zum Zeitpunkt des sog. Gefahrübergangs vorlag. Dieser Zeitpunkt ist beim Versendungskauf unter Privatleuten die Übergabe an die Transportperson (§ 447 Abs. 1 BGB ), d. h. hier die Abgabe des Fahrrads an das Speditionsunternehmen. Wenn das Fahrrad zu diesem Zeitpunkt in Ordnung war, dann hat Ihr Käufer keine Ansprüche. Er müsste den Beweis führen, dass das Fahrrad bereits defekt an die Spedition übergeben wurde (die aus dem Verbrauchsgüterkauf bekannte Beweislastumkehr innerhalb von sechs Monaten greift hier nicht). Der notwendige Beweis ist jedoch nicht schon dadurch geführt, dass Schäden am Rad nachgewiesen werden. Es muss auch der Zeitpunkt der Beschädigung feststehen. Insoweit dürfte ein einfaches Schadensgutachten vom Fahrradhändler allerdings wenig aussagekräftig sein.

Nach Ihrer Schilderung liegt eine Beschädigung auf dem Transportweg näher. Verweisen Sie den Käufer auf Ansprüche gegen das Speditionsunternehmen, die er im eigenen Namen geltend machen kann (§ 421 Abs. 1 Satz 2 Handelsgesetzbuch - HGB -). Bieten Sie außerdem an, ihm den Schadensersatzanspruch aus dem Transportvertrag abzutreten (dies kann der Käufer gemäß § 285 BGB beanspruchen). Sie sollten gleichzeitig anbieten, dem Käufer die für die Geltendmachung dieses Anspruchs notwendigen Vertragsunterlagen, Quittung etc. zu übersenden. Der Anspruch verjährt in drei Jahren, kann also ohne weiteres noch geltend gemacht werden. Weitere Ansprüche hat der Käufer nicht.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt Matthias Juhre.


_______________
ra-juhre@web.de

Rückfrage vom Fragesteller 26.07.2008 | 20:27

Hallo,

recht herzlichen Dank für Ihre Antwort. Hilft mir erst einmal weiter um einen Überblick zu bekommen. Könnten Sie mir sagen, wie so ein Rechtsstreit dann verläuft, wenn er ein Anwalt einschaltet, sollte ich mir ja sicher auch einen nehmen! Wie lange kann es dauern, bis eine Entscheidung dabei raus kommt? (1 Monat oder 1 Jahr ??)...

So genau werden Sie das ja nicht wissen aber Sie haben ja sicher so einiges an Erfahrungsschatz! ;-)

Vielen Dank

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 26.07.2008 | 23:25

Zu Ihrer Nachfrage:

Zum Ablauf: Sie bekommen die Klageschrift vom Gericht zugestellt und können, wenn Sie sich dagegen verteidigen wollen, eine Klageerwiderung ans Gericht schicken. Sie können dies entweder selbst tun oder einen Anwalt beauftragen (Anwaltszwang besteht vor dem Amtsgericht nicht).

Im Durchschnitt dauert ein erstinstanzliches Verfahren vor dem Amtsgericht zwischen vier und sechs Monaten. Da Ihr Fall relativ unkompliziert ist, wird er wohl an einem Termin erledigt werden. Wie lange es letztendlich dauert, lässt sich natürlich nicht wirklich beurteilen. Auf einige Monate werden Sie sich jedenfalls einstellen müssen (sofern der Käufer überhaupt klagen sollte).


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt Matthias Juhre.

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