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Herausgabe von falsch gelieferten Ebay-Artikeln

| 27.07.2017 16:54 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking


Ich bin gewerblicher Verkäufer bei Ebay. Die von mir angebotenen Artikel werden größtenteils im sog. Dropshipping-Verfahren verkauft, d. h. der Käufer kauft und bezahlt bei mir, ich bestelle beim Großhändler und dieser versendet an meinen Kunden.
Nun hat sich folgendes zugetragen: Ich habe bei meinem Großhändler einen Artikel korrekt bestellt, der Großhändler hat aber den falschen Artikel (Zahlendreher in der Artikelnummer) verschickt. Dieser Fehler wurde von mir bei dem Großhändler aufgrund einer Reklamation der Kundin reklamiert. Der Großhändler sicherte zu, mit einer neuen Sendung den richtigen Artikel zu liefern. Die Kundin hat dann zwar eine Lieferung erhalten, der Artikel war aber erneut nicht richtig. Es erfolgte eine erneute Reklamation und ein erneuter Neuversand. Mit der dritten Lieferung war der richtige Artikel bei der Kundin angekommen.

Daraufhin schickte ich der Kundin ein Rücksendelabel per Email und bat darum, die beiden falsch gelieferten Artikel kostenfrei an mich zurückzusenden. Einige Tage später meldete sich die Kundin per Email, entschuldigte sich, dass sie die beiden Artikel noch nicht zurückgeschickt hat und bat mich, ihr das Rücksendelabel erneut zuzusenden, da sie die erste Email versehentlich gelöscht habe. Das habe ich getan. Eine Rücksendung erfolgte darauf nicht.

Anfang Juli forderte ich die Kundin per Einschreiben und unter Fristsetzung auf, die beiden falsch gelieferten Artikel zurückzusenden. Heute kam das Einschreiben mit dem Vermerk "wurde nicht abgeholt" wieder an mich zurück. Die Käuferin meldet sich seit der letzen Email gar nicht mehr.

Was sollte ich als nächstes unternehmen?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Rechtlich gesehen haben Sie einen Herausgabeanspruch gegen die Kundin. Allerdings muss die Kundin grundsätzlich nur die versehentlich falsch gelieferte Ware zur Abholung bereitstellen und nicht selbst zurücksenden.

Sie schreiben leider nicht, wann Sie die Kundin erstmals zur Rückgabe aufgefordert haben. Da der Juli aber zur Haupturlaubszeit gehört, halte ich nicht für ausgeschlossen, dass aus diesem Grunde das Einschreiben nicht abgeholt wurde und dies nicht zwingend absichtlich geschah, um den Anspruch zu vereiteln.

Bevor Sie weitere rechtliche Schritte einleiten, würde ich ein weiteres Schreiben versenden, diesmal als Einwurfeinschreiben. Fordern Sie die Kundin darin unter Fristsetzung von 14 Tagen auf, Ihnen die Ware wie vereinbart auf Ihre Kosten zurückzusenden oder zur Abholung bereit zu stellen und Ihnen einen Termin hierfür zu nennen. Erfolgt hierauf auch keine Reaktion, sollten Sie nach Fristablauf einen Anwalt mit der Durchsetzung Ihrer Herausgabeansprüche beauftragen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 27.07.2017 | 23:18

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Bei den beiden falschen Artikeln handelt es sich um eine Corsage und einen Bikini. Die Kundin wohnt etwa 450 km entfernt (einfache Entfernung). Mir ist bekannt, dass die Kundin die falsch gelieferten Artikel nur bereitstellen muss. Eine Abholung wäre aber unwirtschaftlich, weshalb ich ein kostenloses Rücksendelabel (DHL) zur Verfügung gestellt hatte. Das war bereits am 06. Juni. Am 10. Juni bat die Kundin per Email darum, das Rücksendelabel noch einmal zu senden. Das habe ich etwa 10 Minuten nach Erhalt der Email auch getan.

Aus der Email der Kundin kann ich schließen, dass sie
a) mit der Rücksendung einverstanden ist und
b) dass sie zu diesem Zeitpunkt eigentlich auch nicht im Urlaub ist bzw. am 06. Juli - dem Tag, an dem ich das Einschreiben mit Fristsetzung versendet hatte - nicht mehr im Urlaub war. Zudem sollte es möglich sein, ein Einschreiben innerhalb von drei Wochen - gerechnet ab dem 07. Juli - bei der Post abzuholen. Fast sieben Wochen Urlaub erscheinen mir dann doch etwas lange....

Ich werde aber Ihren Ratschlag der Versendung eines Einwurfeinschreibens befolgen und abwarten, wie sich die Dinge entwickeln.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.07.2017 | 09:20

Vielen Dank für die weiteren Informationen. Tatsächlich wird man hier von einem Einverständnis der Kundin ausgehen können. Ob dies aber eine Gefälligkeit ist oder damit eine vertragliche Verpflichtung eingegangen werden sollte, darüber lässt sich streiten. Deshalb halte ich es für den sichereren Weg, hier rechtlich beide Alternativen anzubieten.

Einschreiben werden nach meiner Kenntnis nur eine Woche zur Abholung aufbewahrt. Dennoch gebe ich Ihnen Recht, dass die Kundin nicht übermäßig motiviert zur Rücksendung zu sein scheint. Wenn sie auf die weitere Fristsetzung nicht reagiert, sollte der Druck daher mit anwaltlicher Hilfe erhöht werden.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolgt bei der Durchsetzung Ihrer Rechte.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 28.07.2017 | 12:28

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