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Herausgabe privater Handynr an Arbeitgeber


01.12.2017 11:03 |
Preis: 25,00 € |

Datenschutzrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo, ich arbeite im Nebenjob als mobile Haushaltshilfe bei einem caritativen Arbeitgeber. Meine Emailadresse. ist dort bekannt und evtl eintreffende Nachrichten werden umgehend beantwortet. Im laufenden Jahr waren dringliche Vorfälle 2x dabei.
Es gibt für die wöchentl. wenigen Stunden einen festen Dienstplan, wo ich jederzeit über Telefon der Bewohner erreichbar bin.
Es sind pro Woche 3 Haushalte.

Jetzt besteht die Vorgesetzte in einer E-Mail auf meine private Handynr. da diese für evtl Vorfälle und dem besserem Kontakt notwendig sei.
Ich habe ihr per Mail geantwortet, das ich
1. dieses Verlangen nicht im Arbeitsvertrag habe und
2. mein Exmann , den ich wegen Häuslicher Gewalt angezeigt habe und auch verurteilt wurde, versucht an meine Telefonnr. zu kommen ( Aussagen von Kollegen und Freunde). Daher haben nur sehr wenige bestimmte Menschen diese Nr.
Ich habe harte Jahre hinter mir und möchte erneutem Terror Gegenwirkung.

Das interessiert sie nicht, beruft sich auf Datenschutz und verteilt gleichzeitig eine Auflistung aller Haushaltshilfen an die Kollegen.

Mein Hauptarbeitgeber, bin dort als Angestellte tätig, hat auch aus beschriebenen Gründen keine Telefonnr., bin dort schon sehr lange beschäftigt . Dort ist das auch kein Thema da ich eine evtl email möglichst Zeitnah beantworte.
Was muss ich jetzt tun?
MfG
01.12.2017 | 11:52

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich sind sie einer recht prekären Lage.

Die Rechtslage ist sehr eindeutig, der Arbeitgeber hat kein Recht auf eine private Handy-Nr., es sei denn dies oder die Sicherstellung der jederzeitigen Erreichbarkeit ergibt sich aus dem Arbeitsvertrag. Ihr Judiz ist also richtig, wenn eine Angabe der Telefonnummer laut Arbeitsvertrag nicht möglich ist, so verstoßen sie weder gegen den Arbeitsvertrag noch gegen ein Gesetz, wenn sie die Nummer ihrer Chefin nicht mitteilen wollen. Da weder ein Pflichtverstoß noch ein Verstoß gegen das Weisungsrecht vorliegt, bestehtv grundsätzlich weder ein Abmahn- noch Kündigungsgrund.

Das Problem an ihrer Lage: Und auch wenn sie noch so im Recht sind, trübt es natürlich immer das persönliche Verhältnis zum Arbeitgeber, wenn man seinen ausdrücklichen Forderungen nicht nachkommt. Ganz klar, dass man dies nicht riskieren sollte, wenn man auf den Arbeitsplatz angewiesen ist.

Ich hätte hier eine Möglichkeit für einen Mittelweg, die für sie vielleicht in Frage kommt:

Besorgen sie sich ein Zweithandy und eine Prepaid-Karte und geben sie ausschließlich diese Nummer raus. Geben sie die Nummer schriftlich raus und nehmen sie in dieses Schreiben sofort auf, dass sie jeglicher Weitergabe der Nummer oder Eintragung in die Haushaltshilfenliste widersprechen, insbesondere auch an Kunden oder Kollegen, da sie Repressalien von ihrem Exmann, der in der Vergangenheit bereits an Kollegen herantrat, befürchten.

Die Chefin würde hier gegen ihre arbeitgeberischen Fürsorgepflichten und gegen das Datenschutzrecht verstoßen, wenn sie die Nummer z.B. an Kollegen gibt. Dies heißt leider noch nicht viel, kann aber schützen. Zudem können sie dieses Handy einfach ausschalten, wenn die Nummer weitergegeben werden sollte, ohne den Kontakt zu ihren Freunden zu verlieren, da die alte Nummer fortbesteht. Sie könnten sich dann auch darauf berufen, dass sie der Forderung ihrer Chefin nachgekommen sind, diese aber die rechtlichen Vorschriften nicht eingehalten hat, obwohl sie darauf hingewiesen haben. Mit diesem Vorgehen ist der Weg geebnet, um eine Kündigungsschutzklage erfolgreich absolvieren zu können und einen Jobverlust zumindest hinauszuzögern, falls nötig.

Wenn der Weg für sie nicht in Frage kommt, so bliebe ihnen nur rechtmäßiger Weise ihre Nummer nicht herauszugeben, aber dies wird zu Unmut am Arbeitsplatz führen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Doreen Prochnow

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