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Heizungsrohrbruch in Eigentumswohnung

| 19. März 2015 13:50 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


Zusammenfassung:

Es geht um Haftung ohne Verschulden unter WEG-Eigentümern.

In unserer in Erdgeschoss liegende Eigentumswohnung,gabs ein Wasserrohrbruch,was zu Kellerübeschwemmung fürte. Unsere Wohnung ist dabei trocken geblieben.Haus wurde vor 7Jahren neu saniert Wohnung haben wir Schlüsselfertig gekauf. Firma,die Bauarbeiten ausgeführt hat ist schon ca. 5 Jahre insolwent. Laut Hausmeister Heizungsröre waren nicht richtig zusammenbefestigt ,bzw einfach nür in einanderer reingesteckt und nicht verschweisst. Hausverwaltung hat uns kosten für Kelleraufreumungsarbeiten und Arbeiten für Schadenbeseitigung an Decke in Keller + Heizunganschlüss (Rohre zusammenschweissen) bei uns im Badezimmer in Rechnung gestellt. Müssen wir wirklich für gesamten Schaden aufkommen?

19. März 2015 | 15:28

Antwort

von


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41812 Erkelenz
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Sehr geerhte Fragesteller,


Ihre Frage geht in Richtung einer Haftung OHNE Verschulden. Das ist an sich atypisch.

In einer Grundsatzentscheidung hat der BGH mit Urteil vom 25. Oktober 2013 Az. V ZR 230/12 eine Rechtsunsicherheit beseitigt. Die Eigentümer von Wohnungen werden rechtlich dem Grundstückseigentümer gleich gestellt. Diese müssen Schäden des Nachbarn ausgleichen, wenn deren Grundstück durch Einwirkungen, die vom eigenen Grundstück ausgehen, beeinträchtigt werden.

Kommt es mithin in einer Eigentumswohnung zum Bruch einer Wasserleitung, so muss der Eigentümer auch den an der Nachbarwohnung entstandenen Schaden ausgleichen, selbst wenn ihn daran kein Verschulden trifft.

Der BGH verweist darauf, dass im Verhältnis zwischen Eigentümern benachbarter Grundstücke in der Rechtsprechung anerkannt sei, dass dem beeinträchtigten Grundstückseigentümer bzw. dessen Mieter ein verschuldensunabhängiger Ausgleichsanspruch in entsprechender Anwendung von § 906 Abs. 2 Satz 2 BGB zustehen kann. Gleiches gelte auch im Verhältnis von Sondereigentümern (bzw. hier deren Mietern), weil es sich bei dem Sondereigentum um "echtes Eigentum" handele, das dem Wohnungseigentümer alleine zusteht, und mit dem dieser grundsätzlich nach Belieben verfahren und jeden anderen von Einwirkungen hierauf ausschließen kann. Da das Sondereigentum als eine Art Ersatzgrundstück fungiert, sind die Wohnungseigentümer insoweit wie Eigentümer benachbarter Grundstücke zu behandeln.

Zur Beweislast: Grundsätzlich trägt derjenige, welcher einen Schadensersatzanspruch geltend macht die Beweislast, d.h. er muss alle rechtlichen Voraussetzungen beweisen, aus denen sich der Schadensersatzanspruch ergibt.

Das hat also die WEG darzulegen und zu beweisen. Verlassen Sie sich deshalb nicht allein auf die pauschale Vermutung des Hausmeisters, sondern fordern Sie den Nachweis der Schadensursache und vor allem die adäquate (= zurechenbare) Kausalität der Folgeschäden und deren genaue Spezifizierung.

Sie müssten dem gegenüber darlegen und beweisen eine "Unverhinderbarkeit durch zumutbare Maßnahmen", Palandt § 906 Rn 24, 28, wofür ich nach 7 Jahren eines unentdeckten Mangels bei schlüsselfertigem Kauf durchaus Verhandlungspotential sehe.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Krim.-Dir. a.D. Willy Burgmer

Rückfrage vom Fragesteller 19. März 2015 | 17:17

Sehr geehrter Herr Burgmer,vielen Dank für Ihre Beratung.Ein Bescheid über mangelhaft ausgeführte Arbeit haben wir bereits erhalten.Trotzdem übernimmt Gebeudehaftplichvers.keine Kosten für Folgeschäden.Sollen wir jetzt ein Widerspruch einlegen?.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 19. März 2015 | 17:41

Gerne zu Ihrer Nachfrage,

ja, das sollten Sie, sofern Sie von Ihrer eigenen Gebäudehafpflichtversicherung bzw.derjenigen der WEG sprechen.

Ggf. besteht aber auch noch ein Anspruch gegen die Haftpflichtversicherung der damaligen Baufirma, die das Gewerk erstellt hat. Die Insolvenz dieser Firma muss nicht deren seinerzeitige Einstandspflicht als Haftpflichtversicherung berühren. Zu prüfen bleibt auch ein Schadensersatzanspruch gegen den "schlüsselfertigen Verkäufer" der Wohneinheit wegen Mängel bei Vertragsschluss.

Das alles sollten Sie auf jeden Fall noch prüfen (lassen) und die Sache zur weiteren Veranlassung einem Kollegen (m./w.) vor Ort anvertrauen, weil das den Rahmen einer Ferndiagnose sprengt.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und verbleibe mit freundlichen Grüßen
W.Burgmer
- Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 20. März 2015 | 19:16

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Super Beratung ! Rechtsanwalt Krim.-Dir. a.D. Willy Burgmer hat uns sehr geholfen. Vielen Dank!!!

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 20. März 2015
5/5,0

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