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Heizungsrohrbruch, Kostenübernahme Versicherung


25.02.2007 22:45 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger



Sehr geehrte Damen und Herren,

vor ca. 3 Wochen bemerkten wir einen Heizungsrohrbruch. Die Wand im Heizungskeller war nass. Der Heizungsbauer legte zunächst die Heizungsrohre im Wand- und Bodenbereich (ca. 0,5 m) im Heizungskeller frei. Der Betonkanal unterhalb des Estrichs war bereits mit Wasser gefüllt. Weiterhin wurde im benachbarten Badezimmer im Bereich der Heizungsrohre der Fußboden aufgestemmt (Fliesen, Estrich, Fußbodenheizung, Betonkanal). Als nach ca. 0,5 m die Bruchstelle im Badezimmer nicht sichtbar wurde, haben wir mit Einverständnis der Versicherung eine Rohrbruchsuchfa. beauftragt, die dann auch nach weiteren ca. 0,5 m den Rohrbruch im Vorlaufrohr ausfindig machte. (Kosten für Rohrbruchsuchfa. wurden bereits kompl. von der Versicherung übernommen.) Die Heizungsrohre waren von außen stark verrostet. Bruch entstand somit von außen nach innen. Rohre müssen folglich schon längere Zeit in Nässe oder Feuchtigkeit gelegen haben. (Rohrleitungen ca. 30 Jahre alt)
Aufgrund der starken Verrostung der Rohre mussten die Rohre so weit freigelegt werden, bis sie wieder ausreichend Wandstärke für eine Reparatur aufwiesen. Im Badezimmer musste der Fußboden um weitere ca. 1,5 m auf der anderen Seite der Bruchstelle aufgestemmt und die Dusche dafür abgebaut werden. Selbst im Nachbarraum mussten weitere ca. 3 m der Heizungsrohre freigelegt werden (Laminat, Estrich, Betonkanal), bis eine Reparatur möglich wurde.
Nach all diesen Arbeiten besichtigte ein Sachverständiger der Versicherung den Vorfall. Seine Aussage zur Kostenübernahme war folgende: Rohrreparatur 1 m rechts und links von der Schadenstelle übernimmt die Versicherung (Kostenübernahme von nur 2.000,- EUR von der Rechnungssumme in Höhe von insgesamt 2.676,- EUR inkl. MwSt für Rohrreparatur). Neuen Estrich + Fliesenarbeiten im Badezimmer und das Verschließen des Kanals im Heizungskeller übernimmt auch die Versicherung. Kosten für Estrich + Laminat im Nebenraum müssen wir selber tragen. Meine 1. Frage: Muss die Versicherung nicht alle entstandenen Kosten übernehmen?
Die Ursache für den Wassereintritt in den Betonkanal, aufgrund dessen ein Rohr durchrosten konnte, wurde noch nicht gefunden. Nach der momentan noch laufenden Trocknung (die auch von der Versicherung kompl. übernommen wird) müssen wir nach Möglichkeit die Stelle des Wassereintritts finden. Dafür ist es evtl. notwendig, den Rohrkanal, der 90° versetzt entlang der gesamten weiteren Hausseite (drei weitere Räume durchquerend) verläuft, frei zu legen. 2. Frage: Muss die Versicherung auch alle Kosten, die zum Finden des Wassereintritts und die damit verbundenen Reparaturkosten des Wassereintritts bezahlen?
Vielen Dank für Ihre Beantwortung.

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Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre online-Anfrage, zu der ich wie folgt Stellung nehmen möchte:

Bei der Versicherung von Gebäuden gelten nach den VGB als zusätzlich versichert Bruchschäden an wasserführenden Rohrleitungen. Ersetzt werden bei der Behebung eines Bruchschadens in der Regel die Kosten für den Austausch von maximal 2m Rohr, einschließlich der dafür notwendigen Nebenarbeiten. Wird dieses Ausmaß überschritten, werden die Kosten verhältnismäßig gekürzt. Soweit Ihre Versicherung von dem Rechnungsbetrag in Höhe von EUR 2.676,- lediglich einen Betrag in Höhe von EUR 2.000,- anerkennt und darüber hinaus den Ersatz des Estrichs sowie des Laminats im Nebenraum ablehnt, liegt dies folglich in der beschriebenen Leistungsbegrenzung begründet. Denn aufgrund Ihrer Sachverhaltsdarstellung handelt es sich bei den im Nachbarraum durchgeführten Maßnahmen um Arbeiten, die erforderlich waren, um eine Reparatur an der Bruchstelle zu ermöglichen. Rein vorsorglich empfehle ich Ihnen, Ihre Vertragsunterlagen dahingehend zu überprüfen, ob die Ihrem Vertrag zugrunde liegenden Tarife tatsächlich eine Leistungsbegrenzung im dargestellten Umfang enthalten. Sollte dies der Fall sein, wird lediglich auf Kulanzebene eine weitergehende Entschädigung erlangt werden können.

Weiterhin erstattet die Wohngebäudeversicherung grundsätzlich die „Suchkosten“, die bei einem Schadenereignis für das Auffinden der Schadenstelle - einschließlich der Behebung der dabei verursachten Schäden – anfallen. Ob darüber hinaus auch die Kosten für das Auffinden der Schadensursache, also den Wassereintritt in den Betonkanal, der zu der Durchrostung des Heizungsrohres führte, übernommen werden, erscheint fraglich. Dies wird nicht zuletzt von den Versicherungsbedingungen im Einzelnen abhängen, weshalb Sie insofern vorab eine Klärung mit Ihrer Versicherung herbeiführen sollten. Handelt es sich bei der Ursache für den Wassereintritt in den Betonkanal um einen Leitungswasserschaden im Sinne von § 6 VGB oder um einen um einen Rohrbruch im Sinne von § 7 VGB, wird Ihre Versicherung bedingungsgemäß weiteren Ersatz leisten müssen.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Petry-Berger
Rechtsanwältin
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